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die heutige Major-Karl-Plagge-Kaserne (ehemals Frankensteinkaserne) soll angeblich auf einer alten MUNA erbaut worden sein. Kann jemand sagen, ob es stimmt und wenn ja, auf welches Jahr geht die MUNA oder Frankensteinkaserne zurück? Gibt es alte (historische) und neue Bilder vom Innenleben der Kaserne?
vieleicht kann Dir geholfen werden, den es gibt einen älteren Beitrag im Forum.
Habe einfach bei Google " Major-Karl-Plagge-Kaserne auf eine alte Muna gebaut worden " eingegeben. Auch ist da von anderen etwas zu Papier gebracht worden, was mal so war.
Ich hoffe das der Link funkioniert:
Hallo Horner, ich danke Dir für die Antwort und den Link, den ich allerdings bereits kannte. In meiner Kindheit - das war Anfang der 1980 Jahre - hatte ich einmal die Möglichkeit an einem Tag der offnene Tür teilzunehmen. Damals sind die Amis noch während der Manöver in die Kaserne eingezogen um ihre Fahrzeuge aufzutanken. Hier der Hinweis auf die FBG Pfungstadt, dass auf dem Gelände der BW untergebracht ist. Mich interessiert die Entstehung der Kaserne und mögliche Bilder vom Innenleben. Hierzu habe ich leider noch nichts gefunden.
Habe mal eine Zeitlang Quartier in der Frankenstein-Kaserne gehabt, weiß aber auch nicht viel über die Entstehung.
Aber mal was anderes: seit wann heißt die Liegenschaft denn "Karl-Plagge-Kaserne" und wer ist oder war dieser Karl Plagge? Weiß das jemand?
Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
Interessengemeinschaft "area 1" -
militärgeschichtlicher Verein e.V. www.ig-area-one.de
ich habe hier einen Ausschnitt aus "Karl Plagge studierte von 1919 bis 1924 Maschinenbau an der TH Darmstadt. Er war von 1931 bis 1939 NSDAP-Mitglied.[1]
1939 wurde er als Ingenieuroffizier zur Wehrmacht eingezogen. Als Major war Plagge ab 1941 der Leiter des Heeres-Kraftfahr-Parks (HKP) 562 Ost im litauischen Wilna (Vilnius).
Dank seiner stetigen Bemühungen, Juden in sein Arbeitslager zu holen und auch die Familien zusammenzuhalten, konnten Hunderte von inhaftierten Juden den Holocaust überleben. Er erkannte rechtzeitig, dass die Juden nur gerettet werden konnten, wenn sie unentbehrliche Arbeitsleistungen erbrachten. So ging die Gründung eines Arbeitslagers auf seine Initiative zurück und auch die Ansiedlung von privaten Textilfirmen, um Arbeitsplätze für die Frauen zu schaffen. In den Lagern wurden auch völlig ungebildete Arbeiter als „kriegswichtig“ eingestuft, was sie vor dem Zugriff der SS bewahrte.
Zwei Wochen bevor Vilnius während der sowjetischen Sommeroffensive Operation Bagration durch die Rote Armee zurückerobert wurde, warnte Plagge in Anwesenheit des zu seiner Ablösung vorgesehenen SS-Kommandeurs die Zwangsarbeiter in einer Ansprache am 1. Juli 1944 vor der bevorstehenden Übernahme des Lagers durch die SS am darauffolgenden Tag. Einigen Häftlingen gelang unmittelbar darauf die Flucht aus dem Lager. Etwa 500 Häftlinge konnten sich nicht rechtzeitig verstecken und wurden von der SS am 3. Juli 1944 in Ponary erschossen. Weitere Häftlinge wurden bei der Liquidation des Lagers durch die SS entdeckt und ermordet. Etwa 250 Menschen gelang es aufgrund von Plagges Warnung jedoch, bis zur endgültigen Besetzung des von Adolf Hitler zum “Festen Platz” erklärten Vilnius durch die Rote Armee in selbst vorbereiteten Verstecken zu überleben.[2]
Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ er sich im Entnazifizierungsverfahren auf eigenen Wunsch als Mitläufer einstufen, obwohl er von der Spruchkammer als Entlasteter eingestuft werden sollte.
Wie auch Oskar Schindler machte er sich bis zu seinem Tod Vorwürfe, zu wenige Menschen gerettet zu haben. Am 19. Juni 1957 starb Karl Plagge in Darmstadt an Herzversagen.
Sein Einsatz als Judenretter wurde erst über 40 Jahre nach seinem Tod umfänglich dokumentiert und führte 2005 zur Ehrung als Gerechter unter den Völkern.
Die Umbenennung der Kaserne erfolgte im Februar 2006. Ursprünglich sollte die Starkenburg-Kaserne (in Darmstadt) umbenannt werden, die wurde allerdings dann geschlossen.
Kann man sich streiten ob das noch Bundeswehr ist - technisch gesehen sitzt da nur die HIL drin, und die ist ja zu 51% privatisiert. Damals 2005/2006 war aber ja auch in Diskussion, das Instandsetzungswerk komplett zu schließen (bevor es an die HIL überschrieben wurde).
ich habe hier einen Ausschnitt aus "Karl Plagge studierte von 1919 bis 1924 Maschinenbau an der TH Darmstadt. Er war von 1931 bis 1939 NSDAP-Mitglied.[1]
1939 wurde er als Ingenieuroffizier zur Wehrmacht eingezogen. Als Major war Plagge ab 1941 der Leiter des Heeres-Kraftfahr-Parks (HKP) 562 Ost im litauischen Wilna (Vilnius).
Sein Einsatz als Judenretter wurde erst über 40 Jahre nach seinem Tod umfänglich dokumentiert und führte 2005 zur Ehrung als Gerechter unter den Völkern.
Moin Robster,
eine bewegende Geschichte, von der ich jetzt erst durch Deinen Bericht erfahren habe, wer und was für eine Person, hinter Karl Plagge steht.
Ich habe hier noch einen Link für Dich, von einen Bericht aus dem Jahre 6Februar 2006 aus der Gesellschaft Jugend und Soziales.
Indem wird ausführlich über Karl Plagge berichtet, aber auch, das die Kaserne als Materialdepot zur dieser Zeit dient(e).
Ferner habe ich auch heraus gefunden, das von diesen Standort, die gesamte deutsche Feldpost zu ihren Einsatzorten versendet wird.
Hallo Robster, hallo Horner!
Vielen Dank für die Information. Ich bin mal wieder sprachlos, wie wenig man über derart hervorragende Leute aus der NS-Zeit eigentlich weiß.
Solche Kasernennamen sind mehr als angemessen!
Nochmal danke.
Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
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