Territorialkommando SÜD - Kriegsgliederung 1988

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  • Nemere
    Cold Warrior
    • 12.06.2008
    • 2835

    #1

    Territorialkommando SÜD - Kriegsgliederung 1988

    Im Aktenmaterial des TerrKdo Süd bin ich auf die Truppengliederung dieses Großverbandes im V-Fall gestoßen (BA_MA BH_21_2979) (siehe Anhang).
    Diese TerrKdo führte damals die drei Wehrbereichskommandos IV (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland), V (Baden-Württemberg) und VI (Bayern), dazu zwei Versorgungskommandos, ein Fernmeldekommando, ein Pionierkommando, ein Sanitätskommando und zwei Unterstützungskommandos WHNS.
    Damit erreichte das TerrKdo Süd nach Mobilmachung eine Personalstärke von fast 320.000 Personen und war damit sicher der zahlenmäßig stärkste deutsche Großverband. Das II. (GE) Korps kam im V-Fall nur auf etwa 122.000 Soldaten, auch das I. (GE) Korps dürfte nicht wesentlich stärker gewesen sein. Die Vergleichsberechnung der Stärken Korps ./. TerrKdo füge ich bei. Die Depots sind nicht eingerechnet, das dürften nochmals einige tausend Köpfe gewesen sein.

    Bei den WBK erkennt man die Unterstellung der Feldausbildungsregimenter und die Abgabe von Feldjägerkräften an das Feldheer. WBK IV stellte das FJgBtl für das III. (GE) Korps und WBK VI das FJgBtl für das II. (GE) Korps auf.
    Dem WBK IV war zeitweise die LLBrig 26 unterstellt, solange diese Brigade für den Schutz des Kriegshauptquartiers von AFCENT verantwortlich war. Hier haben wir schon den nächsten Konfliktpunkt für den bekannten Einsatz der 1. (GE) LLDiv an der tschechischen Grenze.

    Das SanKdo 850 gab das SanLehrBtl 851 an das II. (GE) Korps ab, die drei HSchBrig 64, 65 und 66 erhielten je eine Sanitätskompanie von den anderen SanBtl des SanKdo 850. Die HSchBrig der 6er Reihe hatten nur eine Versorgungskompanie, deren Kapazitäten zur Sanitätsversorgung eher bescheiden waren. Die Bundeswehrkrankenhäuser waren ab Mobilmachung den jeweiligen WBK unterstellt.

    Die Wehrbereichskommandos haben Stärken zwischen 62.000 und 99.500 Personen und erreichen damit die Größe von drei bis vier Divisionen.
    Bei Betrachtung dieser Zahlen wird die Einstufung der Großverbände des Territorialheeres nicht mehr nachvollziehbar. Das TerrKdo ist als Korps eingeordnet, obwohl es nahezu die Stärke von drei Korps erreicht. Die WBK gelten als Divisionsäquivalent, obwohl sie die Größe mehrerer Divisionen haben. Anmerkung am Rande: Bis Anfang der 1970er Jahre wurden die WBK mit der Größenordnung Korps geführt.

    Die Verteidigungsbezirkskommandos (Größenordnung Brigade) und Verteidigungskreiskommandos (Größenordnung Regiment) wiesen dagegen höchst unterschiedliche Stärken auf. Das reicht vom VKK in der Vorderen Kampfzone im Gefechtsstreifen eines NATO-Verbündeten, das kaum so viel Personal wie eine starke Kompanie hatte bis zum VKK in der Verbindungszone an der Grenze zu Frankreich, welches die Stärke einer Brigade erreichte. Ähnlich bei den VBK. Es gab das VBK in der FCZ beim amerikanischen Korps, das gerade mal Bataillonsstärke hatte und das VBK links des Rheins in der Größe von drei Brigaden.

    In Zahlen:
    Das VKK 671 im oberfränkischen Bamberg hatte gerade mal 170 Soldaten, weil dieses VKK außer der Stabskompanie eigentlich keine eigene Truppe hatte und im sich im wesentlichen auf Verbindungs- und Koordinierungsaufgaben beschränkte. Ähnlich beim vorgesetzten VBK 67 in Bayreuth, das nur auf 675 Soldaten kam, dieses VBK führte lediglich zwei schwache Verteidigungskreiskommandos und hatte als eigentliche Truppe nur einen Sicherungszug.

    Das VKK 453 Zweibrücken verfügte dagegen über 3490 Soldaten und war damit so stark wie eine Brigade. Es hatte fünf Heimatschutzkompanien, zwei Sicherungskompanie, achtzehn (!) Sicherungszüge und ein Wehrleit-/Ersatzbataillon.
    Das diesem VKK vorgesetzte VBK 45 in Neustadt an der Weinstraße erreichte mit 14.950 Soldaten die Stärke von drei Brigaden, es hatte mehr Personal als die Luftlandedivision. Neben 3 VKK hatte es ein Heimatschutzregiment und drei Sicherungsbataillone (WHNS) zu führen.
    Angehängte Dateien
  • allrad
    Cold Warrior
    • 10.02.2014
    • 154

    #2
    Hallo, ich habe mich mal durch dieses sehr aufschlussreiche Dokument gearbeitet und habe noch ein paar Anmerkungen: Zu den Unterstellungen und Abgaben fallen mir zunächst die Fm Züge Nvk auf, die vom Terr Heer an doe Fm Kräfte des Korps undcan die Fm Kräfte der im Rahnen eines Us Korps eingesetztn 12. Pz. Div. gehen. Ich bin schon vor Jahren über diese Züge bzw die Fm Trupps dieser Züge gestolpert. Erst vor einiger Zeit komnte ich diese Abkürzung enträtseln. Es handelt sich um Netzverkettungszüge, die Verbindungen aus dem Fernmeldenetz der Korps in die Netze des Terr Heeres ermlglichen. Etwas kurios mutet hingegen die Abstellung von Rekruten aus Nachschubausbildungskompanien an verschiedene Depots an. Ich bin bis dato davon ausgegangen, dass dieses auf dem Umweg über die Feldausbildungsverbände funktionierte. Absteuerung der Rekruten in diese Verbände, diese unterstellen dann z.B. einen Zug einem Mun Depot. Hier hat man aber einen anderen Weg gewählt. Die Rekruten werden in Gruppen und Zug Stärke auf V Dienstposten für zivile ungelernte Arbeiter versetzt. Etwas unklar ist die Aussage zur Bewaffnung. Auf der einen Seite waren keine Stan Waffen mitzuführen, aber Bewaffnung und Munition zu melden. Ggf. war gemeint, Waffen sollten nur aus dem Verfügbaren Bestand mitgegeben werden. Wobei eine reine Ausbildungseinheit ja eh nur Waffen im F Soll hat.
    Auch spannend sind die Regelungen für den Einsatz von Binnenschiffenfür die Betriebstoffversorgung und die Vorbereitungen denn Transport per Eisenbahn bei Ausfall der Rheinbrücken zu brechen, also Umschlag von Schiene auf Strasse, Übergang über den Rhein und ggf. Umschlag zurück auf die Schiene.

    Kommentar

    • Nemere
      Cold Warrior
      • 12.06.2008
      • 2835

      #3
      Zitat von allrad Beitrag anzeigen
      Zu den Unterstellungen und Abgaben fallen mir zunächst die Fm Züge Nvk auf, die vom Terr Heer an doe Fm Kräfte des Korps undcan die Fm Kräfte der im Rahnen eines Us Korps eingesetztn 12. Pz. Div. gehen.
      Ein Grund bei der 12. PzDiv dürfte auch gewesen sein, dass die Versorgung dieser Division nicht über das VII. (US)-Korps, sondern über das TerrKdo Süd lief und das auch von daher sichere Fernmeldeverbindungen wichtig waren.
      Für die Aufrechterhaltung der taktischen Fernmeldeverbindungen zum VII. (US) Korps hatte das FmBtl 12 zusätzlich auch noch einen "NATO Division Support Platoon (GE/US) mit einer Stärke von etwa 40 Soldaten] unterstellt. Dem Zug gehörten Soldaten des Heeres und der US Army an.

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