Standortkommandanturen

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  • Waldo
    Cold Warrior
    • 30.07.2009
    • 107

    #1

    Standortkommandanturen

    Hat jemand Informationen zu den alten Standortkommandanturen?

    Diese wurden Ende der 50iger Jahre aufgestellt und in den 60iger Jahren wieder aufgelöst. Daneben gab es - scheinbar in kleineren Standorten - sogen. Standortoffiziere.

    Die Aufgaben übernahmen dann u.a. die Verteidigungskreiskommandos, die in den 60iger Jahren entstanden.
  • Nemere
    Cold Warrior
    • 12.06.2008
    • 2880

    #2
    Standortkommandanturen waren Dienststellen zur Wahrnehmung der territorialen Aufgaben im Standortbereich, wie Aufrechterhaltung der militärischen Sicherheit, Ordnung und Disziplin, Regelung der Benutzung gemeinsamer Einrichtungen (Schieß- und Übungsanlagen, Sportanlagen usw.), Wachgestellung, Verbindung zu Behörden und Alliierten.

    Leiter war der Standortkommandant, der im territorialen Aufgabenbereich Befehlsbefugnis gegenüber die im Standort anwesenden Soldaten hatte.

    In Standorten ohne Standortkommandantur wurde vom Befehlshaber im Wehrbereich ein Offizier als Standortältester eingesetzt (meistens der dienstälteste Offizier des Standortes). Dieser hatte dann die gleichen Befugnisse wie der Standortkommandant.

    Einige Standortkommandanturen wurden zeitweise als „Große Standortkommandanturen“ geführt, z.B. München und Koblenz.
    unterstellt.

    Daneben gab es noch zwei „Standortkommandos“. Diese waren in den Stadtstaaten Bremen und Hamburg eingerichtet, sie nahmen dort die Aufgaben der Standortkommandantur und gleichzeitig die Aufgaben des Territorialen Verteidigungsstabes ( = Vorläufer der Verteidigungsbezirkskommandos) wahr.

    Mit dem „Standortoffizier“ ist wahrscheinlich der „Offizier vom Standortdienst“ gemeint. Dieser wurde im täglichen Wechsel eingeteilt und nahm die Aufgaben im Bereich der militärischen Sicherheit, Ordnung und Disziplin für den Standortkommandanten wahr, außerdem traf er erste Maßnahmen in Not- oder Katastrophenfällen (z.B. Einsatz der Bereitschaftszüge). Der Standortoffizier war in Vertretung des Standortkommandanten auch Wachvorgesetzter.

    Standortkommandanturen wurden schon kurz nach Gründung der Bundeswehr aufgestellt, sie bestanden während der Heeresstrukturen 1 und 2.
    Sie waren zunächst direkt den Wehrbereichskommandos nachgeordnet, ab 1959 waren sie teilweise den dann aufgestellten „Territorialen Verteidigungsstäben“ (spätere VBK) unterstellt.

    Mit Aufstellung der Verteidigungskreiskommandos wurden aus den meisten (aber nicht allen Standortkommandanturen) VKK. Es gab jedoch auch VKK, die völlig neu (also ohne vorhergehende Standortkommandantur) aufgestellt wurden. Eine Reihe von Standortkommandanturen wurde aufgelöst, diese Standort bekamen dann Standortälteste, teilweise später unterstützt von Standortdienstgruppen.

    Erhalten blieben auch in den Heeresstrukturen 3 und 4:

    - das Verteidigungskreiskommandos 651 und Standortkommandantur München
    - das Verteidigungsbezirkskommando 10 und Standortkommandantur Hamburg

    Beispiele für Standortkommandanturen in Bayern (unvollständig):
    Amberg (1956 – 1967, wird VKK 621)
    Dillingen (1956-1965, aufgelöst)
    Ingolstadt (1956-1966) wird VKK 652
    Kaufbeuren (1956 – 1966) wird VKK 613 (1966-1973) aufgelöst
    Kempten (1956-1967) wird VKK 614, später VKK 612
    Landsberg / Lech (1958 – 1971?)
    Landshut (1957 – 1961) wird Territorialer Verteidigungsstab VI F
    Memmingen (1956-1969, aufgelöst)
    München (Standortkommandantur / Große Standort-Kdtr) (1956 – 1967) geht auf in
    VKK und StOK 651
    Nürnberg (1956 – 1966) wird VKK 632
    Regensburg (1956-1969) wird VKK 623
    Traunstein (1957-1967) wird VKK 654
    Weiden (1959-1969?) wird VKK 622


    Quellen:
    - Fuchs, Karl-Heinz / Kölper, Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Militärisches Taschenlexikon, Frankfurt 1961.
    - Hammerich, Helmut R. / Kollmer, Dieter H. / Rink, Martin / Schlaffer, Rudolf J.: Das Heer 1950 bis 1970. Konzeption, Organisation, Aufstellung (= Sicherheitspolitik und Streitkräfte der Bundesrepublik, 3) München 2006.
    - BMVg - FüH III 3 -: Das Heer in der Militärischen Landesverteidigung (HDv 100/500), Bonn 1981.
    - Ladewig, Heinz-Günter: Taschenbuch für die Territoriale Verteidigung. Regensburg 1966.
    - Schröter, Lothar: Die Territorialorganisation der Bundeswehr der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1962/1963 und 1967/1968. In: Militärgeschichte (DDR) 5/1982, S. 569 – 581.
    - Schröter, Lothar: Das Territorialheer in der Reorganisation der Bundeswehr (1967/1968 bis 1978). In: Militärgeschichte (DDR) 2/1988, S. 152 – 163.
    - Schuler, Emil: Die Territoriale Verteidigung. In: Wehrwissenschaftliche Rundschau 11 (1961), S. 669 - 676

    Kommentar

    • rubeck1
      Cold Warrior
      • 06.06.2009
      • 478

      #3
      Wie war denn das nach der Wiedervereinigung in Berlin?
      War das eine Standortkommandantur oder ein Standortkommando? Kriege es nicht mehr zusammen, vielleicht wisst ihr ja Bescheid.
      Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
      Interessengemeinschaft "area 1" -
      militärgeschichtlicher Verein e.V.
      www.ig-area-one.de

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      • Nemere
        Cold Warrior
        • 12.06.2008
        • 2880

        #4
        Berlin nannte sich "Standortkommando". Das hat aber nichts mit den Standortkommandos und Standortkommandanturen der Heeresstrukturen 1 und 2 zu tun, um die es hier geht, weil damals noch völlig andere Unterstellungsverhältnisse im territorialen Bereich galten (Kommando Territoriale Verteidigung usw.)

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        • rubeck1
          Cold Warrior
          • 06.06.2009
          • 478

          #5
          Danke. Wusste doch, dass es eine Antwort gibt.
          Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
          Interessengemeinschaft "area 1" -
          militärgeschichtlicher Verein e.V.
          www.ig-area-one.de

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