Wallmeisterbericht auf Bundeswehr.de

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  • Rex Danny
    Administrator
    • 12.06.2008
    • 4327

    #1

    Wallmeisterbericht auf Bundeswehr.de

    Vor einiger Zeit machte mich unser User "Duebbekold" auf einen Wallmeisterbericht auf Bundeswehr.de aufmerksam (https://www.bundeswehr.de/de/organis...nlagen-5978848), den ich mir heute in Ruhe durchgelesen habe. Eigentlich ist der Bericht gar nicht schlecht und auch die Beschreibung der Sperranlage an der kleinen Brücke über die Schwentine (DOSPA 4194), die ich persönlich kenne, ist sehr gut geschrieben.

    Alles in allem ein guter Bericht, wenn sich da nicht ein nicht ganz unbedeutender Fehler eingeschlichen hätte. Es handelt sich hierbei um die Fallkörpersperre am Südportal des Hamburger Elbtunnels (DOSPA 912). Laut des Berichts seien dort Ende der 1960er Jahre massive Fallkörpersperren über dem Südportal eingebaut worden. Dies stimmt aber nicht.

    Tatsächlich war Anfang der 1970er Jahre geplant, die drei Tunnelröhren des Elbtunnels am Südportal durch 9 Straßensprengschächte a' 10 m Tiefe und am Nordportal durch Einbau von 129 Trägersteckschächten zu sperren. Die Sperranlage am Nordportal sollte die Objekt-Nr. HH-13 (DOSPA 7159), die Trichtersperre am Südportal die Objekt-Nr. HH-14 (DOSPA 7160) erhalten. Eine entsprechende Bedarfsforderung des StoKdo Hamburg vom 21.07.1970 wurde an das TerrKdo SH gestellt, die Sperranlagen wurden aber nie erbaut. Zu finden sind diese Angaben in der Akte BH 2/8266 des BA-MA. Der Bau dieser beiden Anlagen scheiterte aber am konsequenten Widerspruch des Hamburger Baulastträgers.

    Die im Bericht beschriebene Fallkörpersperre am Südportal des Elbtunnels hingegen wurde erst am 18.04.1989 eingebaut und bestand aus 3 je 107 to schweren Betonplatten über der Rasterstrecke der jeweiligen Tunnelzufahrten. Die Sperranlage wurde am 07.12.1989 an das VBK 10 übergeben und erhielt die Objekt-Nr. HH-23 bzw. HH 0023). Die Kosten für den Bau beliefen sich auf umgerechnet ca. 342.565,56 Euro (ca. 670.000,00 DM). Die Sperranlage wurde als eine der letzten vorbereiteten Sperren in der Bundesrepublik fertiggestellt.

    Der Ausbau der 3 Fallkörper erfolgte in Verbindung mit dem Bau der vierten Tunnelröhre im Jahre 2000 und die Sperranlage gilt seit dem 29.05.2000 als rückgebaut. Die Kosten für den Rückbau betrugen 191.775,03 Euro.

    Die Angaben zum Bau der Fallkörpersperre stammen aus dem Buch "So war's, damals" von Oberstleutnant a. D. Klaus Grot (†) auf S. 271 sowie zum Rückbau aus einem Spiegel-Bericht und einer mir vorliegenden Sperranlagenliste.

    Vielleicht lesen hier ja auch Mitarbeiter von Bundeswehr.de mit und korrigieren dann ggf. ihren Bericht. Der Post soll daher auch nicht ausnahmslos als negative Kritik angesehen werden, sondern dazu beitragen, daß aufgrund mangelnder Quellenlage bei den offiziellen Stellen hier bei uns durchaus die Möglichkeit besteht, weitere Informationen zu erhalten.

    In diessem Sinne


    Rex Danny
    Zuletzt geändert von Rex Danny; 14.10.2025, 16:35.
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