anbei ein paar kleine Anekdoten, durchaus auch zum Schmunzeln

Ob man es nun glauben mag oder nicht, aber dem BND eilt zumindest in der westlichen Welt der Ruf voraus über eine besonders gute Fälscherwerkstatt für Dokumente zu verfügen.
Diese Abteilung verschaffte z.B. gleichsam über Nacht einem afrikanischen Diplomaten einen neuen Pass, der versehentlich bei der Einreise gestempelt worden war. Man rühmt sich auch über die weltweite größte Sammlung von gefälschten oder "beschafften" Stempeln zu verfügen.
Weil man bei der Beschaffung des im damaligen Osteuropa verbreiteten Papiers auf Schwierigkeiten stieß, sah man sich gar genötigt eine eigenen Papierfabrik zu bauen (4 Millionen, 1979), um die gewünschte Papierart selbst herzustellen

Zuvor hatte man versucht, diesen Engpass zu überwinden, in dem man in der Hauszeitung dazu aufrief, sich von Verwandten aus der DDR doch mal Malblöcke oder Zeichenblöcke schicken zu lassen, aber die Mitarbeiter verstanden das weniger als Hilfeschrei der Fälscherei, als vielmehr als plumper Versuch mehr über Ostkontakte der Mitarbeiter heraus zu bekommen - so blieben die Blöcken aus

Naturgemäß gehören auch andere Materialien auf die Liste der Begierlichkeit der zuständigen Abteilung. So waren im November 89, als die MfS-Zentrale in der Ostberliner Normannenstraße gestürmt wurde auch BND-Leute vor Ort, deren bevorzugtes Beutegut Schreibmaschinen, Formulare und Stempel des MfS waren.
Streng genommen, kann man damit wohl nicht mehr zwingend davon ausgehen, dass auftauchende MfS-Akten zwingend Originale sein müssen

Aber nicht nur auf diesem Gebiet, sondern insbesondere im Bereich des elektronischen Nahkampfes war man immer auf der Höhe der Zeit. So wurde z.B. 1986 der Chef der Hauptverwaltung Aufklärung der Nationalen Volksarmee der DDR Generalmajor Gregori seines Amtes enthoben, als auf seinem Schreibtisch in Oberspree eine von seiner Sekretärin im Auftrag des BND platzierte Wanze gefunden wurde.
Auch die USA waren aber Ziel solcher Aktionen. So war die Botschaft der USA in Bonn als "Area of high risk" eingestuft, weil sie wohl mit der chinesischen Mischung gebaut worden war (man nehme 2 Wanzen auf einen Sack Zement), dies war auch Thema in einem Senatsausschuß...
Sehr raffiniert war es sicher auch, vielen Staaten zu Mitteln der elektronischen Spionage oder Kriegsführung aus westdeutschen Landen zu verhelfen. Hier trat der BND immer gerne als Vermittler und Berater auf, verschaffte so AEG, Rhode & Schwarz, SEL und wie sie alle heißen Aufträge und hatte dann selbst oft ein festes Standbein oder gar eine Residentur in jenem Land, um so von den Aufklärungsresultaten zu profitieren. Über 100 Staaten weltweit sollen so ausgestattet worden sein.

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