ein paar Anekdoten zum BND

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  • taupe
    Cold Warrior
    • 15.07.2005
    • 531

    #1

    ein paar Anekdoten zum BND

    Hallo,



    anbei ein paar kleine Anekdoten, durchaus auch zum Schmunzeln

    Ob man es nun glauben mag oder nicht, aber dem BND eilt zumindest in der westlichen Welt der Ruf voraus über eine besonders gute Fälscherwerkstatt für Dokumente zu verfügen.
    Diese Abteilung verschaffte z.B. gleichsam über Nacht einem afrikanischen Diplomaten einen neuen Pass, der versehentlich bei der Einreise gestempelt worden war. Man rühmt sich auch über die weltweite größte Sammlung von gefälschten oder "beschafften" Stempeln zu verfügen.
    Weil man bei der Beschaffung des im damaligen Osteuropa verbreiteten Papiers auf Schwierigkeiten stieß, sah man sich gar genötigt eine eigenen Papierfabrik zu bauen (4 Millionen, 1979), um die gewünschte Papierart selbst herzustellen
    Zuvor hatte man versucht, diesen Engpass zu überwinden, in dem man in der Hauszeitung dazu aufrief, sich von Verwandten aus der DDR doch mal Malblöcke oder Zeichenblöcke schicken zu lassen, aber die Mitarbeiter verstanden das weniger als Hilfeschrei der Fälscherei, als vielmehr als plumper Versuch mehr über Ostkontakte der Mitarbeiter heraus zu bekommen - so blieben die Blöcken aus

    Naturgemäß gehören auch andere Materialien auf die Liste der Begierlichkeit der zuständigen Abteilung. So waren im November 89, als die MfS-Zentrale in der Ostberliner Normannenstraße gestürmt wurde auch BND-Leute vor Ort, deren bevorzugtes Beutegut Schreibmaschinen, Formulare und Stempel des MfS waren.
    Streng genommen, kann man damit wohl nicht mehr zwingend davon ausgehen, dass auftauchende MfS-Akten zwingend Originale sein müssen

    Aber nicht nur auf diesem Gebiet, sondern insbesondere im Bereich des elektronischen Nahkampfes war man immer auf der Höhe der Zeit. So wurde z.B. 1986 der Chef der Hauptverwaltung Aufklärung der Nationalen Volksarmee der DDR Generalmajor Gregori seines Amtes enthoben, als auf seinem Schreibtisch in Oberspree eine von seiner Sekretärin im Auftrag des BND platzierte Wanze gefunden wurde.
    Auch die USA waren aber Ziel solcher Aktionen. So war die Botschaft der USA in Bonn als "Area of high risk" eingestuft, weil sie wohl mit der chinesischen Mischung gebaut worden war (man nehme 2 Wanzen auf einen Sack Zement), dies war auch Thema in einem Senatsausschuß...

    Sehr raffiniert war es sicher auch, vielen Staaten zu Mitteln der elektronischen Spionage oder Kriegsführung aus westdeutschen Landen zu verhelfen. Hier trat der BND immer gerne als Vermittler und Berater auf, verschaffte so AEG, Rhode & Schwarz, SEL und wie sie alle heißen Aufträge und hatte dann selbst oft ein festes Standbein oder gar eine Residentur in jenem Land, um so von den Aufklärungsresultaten zu profitieren. Über 100 Staaten weltweit sollen so ausgestattet worden sein.
    Gruß

    Michael


    Demokratie braucht Lärm
    Montesquieu
  • Swen
    Rekrut
    • 05.05.2006
    • 13

    #2
    Taupe,

    Deinen Quellen scheinen ja auch nicht gerade einen Preis zu gewinnen.

    Nur mal zu Gregori:

    Du schreibst was mit einer Wanze und 1986, Unfug.

    Erstens war Gregori seit 1979 schon Generalleutnant
    Zweitens wurde Generalleutnant Gregori schon am 30.09.1982 in den Ruhestand versetzt !

    Kommentar

    • taupe
      Cold Warrior
      • 15.07.2005
      • 531

      #3
      Generalleutnant Theo Gregori 1974-1982
      Generalleutnant Arthur Krause 1982-1990

      Könnte es also 1982 gewesen sein?

      Ausserdem muss ich dann folgenden Passus noch nachliefern:

      "[...] Die Entdeckung war Anlass, nicht Ursache, der Ablösung des trinkfreudigen NVA-Generalmajors Gregori durch seinen Amtsnachfolger NVA-General Krause".
      Gruß

      Michael


      Demokratie braucht Lärm
      Montesquieu

      Kommentar

      • Swen
        Rekrut
        • 05.05.2006
        • 13

        #4
        Hallo ,

        nein, dass hatte andere Gründe. Und Trinkfreudig ?

        Kommentar

        • taupe
          Cold Warrior
          • 15.07.2005
          • 531

          #5
          Nun, ich denke es ist gemeint, dass er ein Alkoholproblem hatte. Ob es stimmt weiss ich nicht.
          Aber Tatsache ist, dass er verhaftet wurde, wohl wegen Unterschlagung, evtl. auch als Vorwand ?

          "[...]Generalleutnant Theo Gregori (from 1974 to 1982): He was the head of MIS of whom least was known in the West. He was born on 31 July 1929 and was the first leader of MIS to grow up in the GDR and to be formed in the NVA. From the beginning of his leadership, he regularly was present at the sessions of the National Defense Council (NVR) and reported on intelligence. On 30 September 1982, he was arrested on his way from home to the office and expelled from NVA. He was said to be an alcoholic and to have misused national property. However, it is more likely that insistence on independence of the MIS from the MfS—a position Erich Mielke would not tolerate—brought about his fall from power. He is living in Berlin.[...]"

          siehe hier
          Gruß

          Michael


          Demokratie braucht Lärm
          Montesquieu

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          • Swen
            Rekrut
            • 05.05.2006
            • 13

            #6
            Hallo,

            es ging u.a.um den Bau eines Hauses und nichts mit Vorwand. Übrigens zog dann im Rahmen der Wende Pfarrer Eppelmann in dieses Haus....

            Die Akten sind heute einzusehen.

            Einiges kann man in "Die Militäraufklärung der NVA" von B. Wegmann lesen.

            ISBN 3- 89574-580- Preis ca. 48,00 Euro,übrigens jeden Cent wert.

            Und General Gregori hatte kein Alkoholproblem.

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            • taupe
              Cold Warrior
              • 15.07.2005
              • 531

              #7
              Zitat von Swen
              Hallo,

              es ging u.a.um den Bau eines Hauses und nichts mit Vorwand.
              Also handfeste Unterschlagung, entnehme ich deinen Zeilen.

              Vorwand im Sinne, dass Mielke sich lästiger "Konkurrenz" entledigt, einer Konkurrenzorganisation eine Schwächung beibringt, finde ich gar nicht abwegig - ein kleiner Machtkampf eben. Erzähl mir nicht, das war alles Eitel-Sonnenschein hinter den Kulissen

              Bleibt die Frage nach der Wanze, gabs die oder nicht, die einen schreiben so, die anderen so...
              Gruß

              Michael


              Demokratie braucht Lärm
              Montesquieu

              Kommentar

              • Harry (†)
                In Memoriam
                • 14.07.2005
                • 1232

                #8
                >hatte kein Alkoholproblem

                Wenn du nicht gerade der General bist wirst du das schwerlich abschätzen können.
                --------------------------------
                Der liebe Harry

                Kommentar

                • Swen
                  Rekrut
                  • 05.05.2006
                  • 13

                  #9
                  Harry,

                  ich glaub schon , dass ich dies einschätzen kann

                  Kommentar

                  • Harry (†)
                    In Memoriam
                    • 14.07.2005
                    • 1232

                    #10
                    Das ist zwar ein anderes Thema als es die Überschrift sagt, ich wollte damit nur sagen dass außer der betroffenen Person in der Regel niemand aussenstehendes beurteilen kann ob jemand abhängig ist oder nicht. Es muss sich nicht in ständigem Vollsein oder sozialem Abstieg äußern. Was nicht heisst, das ich ich dem Mann dies nun unterstelle, ich wollte nur drauf hinweisen.
                    --------------------------------
                    Der liebe Harry

                    Kommentar

                    • FEK
                      Cold Warrior
                      • 02.09.2005
                      • 279

                      #11
                      Zitat von taupe
                      Vorwand im Sinne, dass Mielke sich lästiger "Konkurrenz" entledigt, einer Konkurrenzorganisation eine Schwächung beibringt, finde ich gar nicht abwegig - ein kleiner Machtkampf eben. Erzähl mir nicht, das war alles Eitel-Sonnenschein hinter den Kulissen
                      halte ich für ein eher nicht bedeutsames Argument. Zumal der Austausch von Personen mit charakterlichen Schwächen an der Spitze eher eine Stärkung, denn ei´ne Schwächung bedeutet.

                      FEK

                      Kommentar

                      • taupe
                        Cold Warrior
                        • 15.07.2005
                        • 531

                        #12
                        Vorweg, ich weiss natürlich nicht, ob da ein Machtkampf im Spiel war, entnehme dies auch nur dem oben von mir angeführten Zitat.

                        Aber ich denke schon, dass so etwas ein durchaus probates Mittel der Schwächung ist, immer unter der Vorraussetzung, dass nach dem geführten Coup - wenn auch nur kurzweilig - ein Machtvakuum entsteht, dass man zu seinen Gunsten ausnutzen kann.
                        Das funktioniert immer,wie die Geschichte zeigt, und zwar im kleinen wie im großen, so wurden schon ganze Staaten desavouiert.
                        Gruß

                        Michael


                        Demokratie braucht Lärm
                        Montesquieu

                        Kommentar

                        • ZAIG
                          Rekrut
                          • 23.06.2007
                          • 29

                          #13
                          Zitat von taupe Beitrag anzeigen


                          anbei ein paar kleine Anekdoten, durchaus auch zum Schmunzeln

                          Ob man es nun glauben mag oder nicht, aber dem BND eilt zumindest in der westlichen Welt der Ruf voraus über eine besonders gute Fälscherwerkstatt für Dokumente zu verfügen.

                          Über diese Anekdote muss ich ja nun wirklich schmunzeln....
                          Schließlich sind ja einige Operationen und Ausschleusungen aus der DDR und anderen soz. Staaten gerade daran gescheitert, da die vom BND angefertigten Dokumente nicht einmal Mittelmaß waren.
                          Durch fast dilettantische Vorgehensweise bei der Vergabe und Fälschung dieser operativen Dokumente wurden Quellen in nicht zu vertretendem Maße gefährdet bzw. enttarnt.

                          ZAIG

                          Kommentar

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