Interkontinental-Raketen! Abwehr???

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  • Lauterbacher
    Cold Warrior
    • 11.10.2006
    • 101

    #1

    Interkontinental-Raketen! Abwehr???

    Moin Moin!

    Sagt mal, wie sieht denn das mit der Abwehr von IK-Raketen aus. Da gab es doch vor Jahren mal dieses Gerücht über den "Raketenschirm" über der BRD.

    Ich kann mir ja vorstellen, aus dem Weltraum per SDI ne Rakete plattzumachen, aber vom Boden aus? Die kommen doch im Falle des Falles fast senkrecht runtergerauscht, wie will man denn sowas abfangen?

    Außerdem werden ja A-Waffen nicht bodennah gezündet sondern ziemlich weit oben....

    Weiß da jemand näheres? Kann mich mal da jemand aufklären? Oder war das alles nur ein Trick des Büros für "Öffentlichkeitsarbeit" ???

    Gruß Ulrich
  • Lauterbacher
    Cold Warrior
    • 11.10.2006
    • 101

    #2
    Hab selber was gefunden. Nikes u.ä. mit atomarem Sprengkopf. Aua

    Besonders in Alaska und bei den WP-Staaten in Nordsibirien stationiert, da die meisetn Raketen über den Nordpol geflogen wären.

    Das hätte aber einen bösen "Fall out" ergeben.


    Gruß Ulrich

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    • Harry (†)
      In Memoriam
      • 14.07.2005
      • 1234

      #3
      Och, hier waren die doch auch...
      --------------------------------
      Der liebe Harry

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      • M-O
        Rekrut
        • 15.10.2006
        • 46

        #4
        Moin,

        vielleicht liegt da eine begriffliche Unstimmigkeit vor. Als "Rakentenschirm" über der BRD wurde gelegentlich auch der FlaRak-Gürtel bezeichnet, der jedoch vordringlich gegen luftbewegliche Streitkräfte eingesetzt werden kann.

        Hier kommt auch NIKE ins spiel. Nike-Raketen, auch mit nuklearen Gefechtsköpfen, sollten aufgrund ihrer hohen Reichweite und letztlich eben auch wegen der finalen Schlagkraft durch die nuklearen sprengköpfe anfliegende Bomberverbände in die tieferen Regionen zwingen, wo sie in den grenznaheren Bereichen in die Reichweite des HAWK-Systems getrieben werden sollten.

        Das NIKE mit nuklearen Sprengköpfen ausgestattet wurden hat daher primär nichts mit der Abwehr ballistischer Raketen zu tun.

        Pikantes Detail des Einsatzes von NIKE in der nuklearen Rolle war zum einen die Eskalationswirkung und zum anderen die Tatsache, dass zur abschwächung eben dieser Eskalation ein Einsatz von nuklearen Sprengköpfen ausschließlich westlich der Zonengrenze erfolgen sollte...

        Tatsächlich gab es bei den GE-NIKE-Batterien häufig (immer?) eine US-Einheit, die die Atomsprengköpfe lagerte und im Ernstfall an die Bundeswehr abgab. Damit war NIKE neben LANCE und dem Tornado eines der Waffensysteme der Bundeswehr mit dem im Kriegsfall taktische Nuklearwaffen hätten zum EInsatz gebracht werden können.

        Gruß, MO

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        • Lauterbacher
          Cold Warrior
          • 11.10.2006
          • 101

          #5
          Jeep, genau, mir war nur nicht klar, daß damit auch Interkontinentalraketen abgefangen werden können.

          Schau mal unter globalsecurity.com rein. Da hatte ich das jedenfalls her!

          Stimmt , von dem Raketenschirm wird auch bei den FlaRaks gesprochen. Aber in dem Fall, den ich meine handelt es sich um die Abwehr von Interkontinental und Mittelstrecken Raketen im Falle eines lokal begrenzten Nuclear Strikes.


          Die US-Einheiten bei Nuclearmunitions ist obligatorisch. Hatten wir auch. Fur die 155 und 203mm Sondermunition für unseren ArtellerieSpezialZug. Nette hübsche taktische Nukleargranaten.

          Die BW darf nach irgendso einem Gesetz (GG, NaGe???) keine A-Waffen haben, muß aber im Rahmen der Natodoktrin zum Strike in der Lage sein. Lösung: BW Einheiten, trainiert zur Montage und Verschuß der Murmeln, aber ohne Verfügungsgewalt. In Treysa war das amerikanische Kontingent vom SpecialZug in dem langgezogenen flachen Gebäude, wenn man in die Kaserne reinkommt gleich links.

          Gruß Ulrich

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          • M-O
            Rekrut
            • 15.10.2006
            • 46

            #6
            Nunjah,

            die Abwehr ballistischer Raketen ist ja durchaus möglich, was die USA ja durch das Abfangen von Scud-Al Hussein und -Al Abbas im 2. Golfkrieg 1991 bewiesen haben. Ähnliche Planungen wird es sicher auch zu zeiten des Kalten Kriegs für Westeuropa gegeben haben, die dann wohl mit HAWK oder NIKE hätten realisiert werden müssen.

            Was man aber an dieser Stelle mal trennen muss ist die ICBM, also die Interkontinentale Ballistische Rakete, welche ja nach einem etwas anderen prinzip fuktioniert und letztlich nicht als ein Geschoss ins Ziel kommt sondern letztlich nur die Sprengköpfe auf ballistischen wegen ins Ziel bringt.

            Man ging daher tehoretisch davon aus, dass man wegen der sehr hohen Geschwindigkeiten mit der eine solche Waffe auf das Ziel zusteuerte letztlich nur die Möglichkeit hätte, diese mit eine Kernwaffe zu zerstören die dazu nur in relativer Nähe der Waffe hätte explodieren müssen. Das hätte man mit NIKE machen können, und in den USA gab es ja auch zahlreiche NIKE-Batterien. Für Westeuropa sind derartige Planungen nicht bekannt, was aber vorrangig daran lag dass hier mit dem EInsatz von ICBM nicht wirklich zu rechnen war, denn es reichten hier einfach Mittelstreckenraketen.

            Man erkannte später, dass die fortgeschrittene Radartechnologie auch ein direktes Abfangen von Sprenköpfen ermöglichen würde. Später gab es zwischen den Supermächten ein Abkommen, wonach jedem Land (USA / UdSSR) gestattet wurde, ein einziges System zur Abwehr von Interkontinentalrakten zu besitzen. Die UdSSR installierte ein System zum Schutz von Moskau, welches gerüchteweise noch heute in Bereitschaft gehalten wird. Die USA versuchten mit einem ähnlichen System ihre Raketenfelder zu schützen.

            Gruß, MO

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            • Lauterbacher
              Cold Warrior
              • 11.10.2006
              • 101

              #7
              Moin,
              aber das ist doch das Problem. Für Raketen mittlerer Reichweite reicht ne simple Patriot. (Siehe Golfkrieg)

              Aber wir reden ja die ganze Zeit eben von den Interkontinentalrakete ICBM

              Die Frage ist doch:

              1. Abschuß vor Abtrennung der einzelnen Gefechtsköpfe?
              konkrete Frage: Welche Höhe, wie angesteuert? Positionen der Abwehrbasen? Die Abtrennung der Sprengköpfe erfolgt ja in der oberen Atmosphere jenseits der Grenze, also z.B. über Canada, oder steht die amerikanische Abwehr in Canadas Nordbereich?????



              2. Oder werden die einzelnen Gefechtsköpfe nach Abtrennung bekämpft.
              konkrete Frage: Welche Art von Zielerkennungsradar, welche Höhe? Benötigte Raketenbasendichte (flächendeckend oder nur im Grenzgebiet)

              Gruß Ulrich

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              • M-O
                Rekrut
                • 15.10.2006
                • 46

                #8
                Wie gesagt,

                ein direktes Abfangen der Raketen im "Weltraum" wäre letztlich wegen der Zeitschiene sehr schwierig. Bekämpf werd / würden tatsächlich die Sprengköpfe, wobei der Abwehrende hier vor dem Problem steht, das diese (etwa durch das FOBS-System) regelrechte "Haken" schlagen.

                Am beispiel des aktuellen National-Missile-Defence-Programmes der USA wird die Zwickmühle deutliche. Eine Rakte kann mehrere Sprengköpfe sowie zusätzliche Täuschkörper ausstoßen, die ggf. von den Sprengköpfen nicht zu unterscheiden sind. Es müsste für jeden Sprengkopf ein Opponent, ein so genanntes "Kill-Vehicle" zugeordnet werden. Das ist, um einen totalen Schutz zu erreichen, letztlich eine unüberschaubare Anzahl von Abschussbasen, die zusätzlich noch geografisch verteilt werden müssten.

                Am Beispiel des um Moskau stationierten ABM-Systems wird das vielleicht noch deutlicher -> Es existieren (angeblich) 4 Basen mit je 16 Launchern, so dass mit einer Bestückung 46 Ziele angegriffen werden könnten. Das zwingt den Gegener zwar dazu, diesem spezifischen Ziel mehr Gefechtsköpfe zuzuordnen, beschört bei Fehlschlägen des Systems aber die Gefahr herauf, dass das Ziel von überdurchschnittlich vielen Sprengköpfen auch tatsächlich getroffen wird...

                Man ging daher mit diesem Instrument, auch aus geostrategischen erwägungen heraus, sehr "sparsam" um - es schaffte niemals totale Sicherheit, war/ist teuer und provoziert einen erneuten Rüstungswettlauf.

                Das System der Amerikaner ist, soviel ist unsicheren Berichten zu entnehmen, tatsächlich um die Missile-Farmen im mittelren Westen der USA stationiert worden. Die Sensorik wurde entsprechend nördlich installiert, da der Anflug der Waffen ja, wie du schon sagtest, über den Norden erfolgte (erfolgen sollte). Viel ist über das System nicht bekannt, außer dass es eben System gab, die im verdacht standen damit in verbindung zu stehen, so etwa Radaranlagen in der Türkei, Norwegen oder auch in Deutschland. Dann erschöpfen sich aber auch meine Kenntnisse über dieses System.

                Zum Abschluss vielleicht der Versucht die gestellten Fragen konkret zu beantworten:

                1. Nein, ein Abschuss der Rakten vor der Abtrennung der Gefechtsköpfe war/ist nicht realisiert worden. Dagegen sprachen Geschindigkeit, Höhe udn Flugbahn. SDI hätte dies angeblich durch Launcher im Weltraum können sollen. Dagegen sprachen internationale Verträge.

                2. Beämpfung der Gefechtsköpfe hat es gegeben und gibt es immer noch. Dazu im Internet vielleicht mal nach NMD, National Missile Defence, googlen.

                Weiterer Hintergrund ergibt sich aus dem Komplex "ABM-vertrag", der eben all die Aufgeführten einschränkungen aufs Papier brachte und letztlich erklärt, warum es das nicht im excess gab. Google ist auch hier (d)ein Freund.

                Gruß, MO
                Zuletzt geändert von M-O; 22.10.2006, 11:49.

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                • Lauterbacher
                  Cold Warrior
                  • 11.10.2006
                  • 101

                  #9
                  Halleluja!

                  Na wenn das keine umfassende Antwort ist!!!!!!

                  Ich glaube jetzt blicke ich ungefähr durch!

                  Ich danke Dir vielmals!


                  RESPEKT RESPEKT!



                  Gruß Ulrich

                  Kommentar

                  • M-O
                    Rekrut
                    • 15.10.2006
                    • 46

                    #10
                    Danke schön,

                    vielleicht noch als kleine Ergänzung zu deinem Ursprungspost:

                    Die im ersten US-ABM-System verwendete Rakete war tatsächlich eine NIKE, nämlich die Version "Zeus". Diese war verhliechbar mit der "Hercules", hatte aber wegen des anderen Einsatzzweckes eine andere erste Stufe. Sie erreichte in den verschiedenen Versionen ihrere Baureihe bis 400km Reichweite und 280 km Höhe. Spätere Baureihen wurden dann wohl tatsächlich im Umfeld der Minuteman-Basen aufgebaut - und bald adaruf wieder abgebaut, eben aus den genannten Gründen.

                    Das brachte US-Minister McNamara auf die Idee, man könne doch neben RV's auch Satteliten damit bekämpfen. Das führte zur Entwicklung der NIKE-Zeus DM15S. Gerüchteweise sollte immer eine mit einem nuklearen Gefechtskopf bestückte Rakete einstazbereit gehalten werden...

                    Gruß, MO

                    P.S.: Da gewinnt der Ausspruch "Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde..." doch eine ganz neue Bedeutung, was? *lol*
                    Zuletzt geändert von M-O; 23.10.2006, 16:47.

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                    • Lauterbacher
                      Cold Warrior
                      • 11.10.2006
                      • 101

                      #11
                      Ohne Worte:

                      P.S.: Da gewinnt der Ausspruch "Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde..." doch eine ganz neue Bedeutung, was? *lol*


                      Den Spruch in dem Zusammenhang muß ich mal meiner Tochter für den Konfirmantenunterricht beibringen!


                      Nochmal vielen Dank!


                      Gruß Ulrich

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                      • NikeHercules
                        Rekrut
                        • 28.07.2007
                        • 22

                        #12
                        Hallo Allerseits,
                        zum Thema Raketenabwehr: bereits 1961 hat eine NIKE Hercules
                        eine Ballistische Rakete abgefangen.
                        Später dann eine andere NIKE Hercules, die im Boden-Boden Modus flog.

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                        • qwerty6430
                          Rekrut
                          • 11.03.2009
                          • 24

                          #13
                          Hallo!

                          Die Vereinigten Staaten hat 2 Systeme zur Raketenabwehr in ihrem Arsenal:
                          Einerseits die LIM-49 Spartan (eine modifizierte Version der Nike-Zeus)
                          und die XLIM-99 Sprint (die Bezeichnung variiert).
                          Beide Systeme waren mit einem Neutronengefechtskopf ausgestattet, die Spartan war für außerhalb der Atmosphäre gedacht, die Sprint sollte eine Nahverteidigungswaffe werden. Effizient waren die Systeme anscheinend nicht. Die Kosten galoppierten aber davon. Vom Gebietsschutz musste man bald abrücken, verteidigt wurden dann nur ICBM Sites (Grand Forks AFB, North Dakota).
                          Hohe Kosten und der SALT I Vertrag beendete die Aktivzeit sehr bald (um 1976)

                          Gruß
                          qwerty

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