NIKE und Denkmalschutz

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  • moped
    Cold Warrior
    • 25.06.2012
    • 140

    #1

    NIKE und Denkmalschutz

    Hallo liebes Forum,

    wir alle sind wohl daran interessiert, dass die Denkmäler des Kalten Krieges nicht nach und nach einfach so abgerissen werden.
    Darum hier ein neuer Thread mit Euren Erfahrungen zum bisherigen Umgang der offiziellen Denkmalbehörden mit Denkmälern der "abgeschlossenen Epoche" des Kalten Krieges,
    hier speziell zu "Raketenstellungen"

    Zur Erinnerung z.B. ein Auszug aus dem Rheinland-Pfälzischen Denkmalschutzgesetz:
    "Kulturdenkmäler sind Gegenstände aus vergangener Zeit, die (...) Zeugnisse (...) historischer Ereignisse oder Entwicklungen sind und an deren Erhaltung und Pflege oder wissenschaftlicher Erforschung und Dokumentation aus geschichtlichen, wissenschaftlichen, künstlerischen oder städtebaulichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht."

    In R-P ist meines Wissens dennoch bisher noch keine einzige der unzähligen Raketenstellung des Kalten Krieges unter Denkmalschutz gestellt oder als Denkmal erfasst worden.

    Bitte teilt uns hier Eure Erfahrungen mit.

    Wir versuchen, die Denkmalbehörden zu einer sinnvollen Auswahl an Denkmälern aufzufordern, bevor alles zu spät ist.

    Liebe Grüße,

    Marc
    Das Beste an der Vergangenheit ist, dass wir alle damals jünger waren.
  • Chris2706
    Rekrut
    • 24.06.2014
    • 65

    #2
    Ich kann jetzt nur für die NIKE-Stellung der Belgier in Xanten sprechen, andere hab ich noch nicht gesehen. Aber das Gelände liegt da einfach brach und verwittert.
    Die Zäune werden zwar vom neuen Besitzer halbwegs in Ordnung gehalten, aber wohl auch nur, weil der das Gelände als Kuhwiese und Schutt-/Grünschnittlagerplatz benutzt.

    Wachtürme, Gebäude und Bunker stehen noch und sind augenscheinlich auch in relativ gutem Zustand.

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    • gmaus
      Rekrut
      • 30.10.2012
      • 30

      #3
      Hallo Marc, liebes Forum,

      ich versuche auf meiner Seite http://www.militarisiertelandschaft....e/?page_id=703 eine Karte mit allen schon unter Denkmalschutz stehenden Relikten des Kalten Krieges aufzustellen. Bisher allerdings nur für die alten Bundesländer. Vielleicht ist das ja hilfreich? Für Ergänzungen bin ich dankbar! In einigen Fällen hatte ich auch Kontakt mit den Denkmalämtern.

      In Sachen NIKE kenne ich nur eine Anlage in den USA, die unter Denkmalschutz steht: das SF-88 Cold War Museum: http://www.militarisiertelandschaft.uni-kiel.de/?p=832

      Viele Grüße,
      Gunnar

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      • moped
        Cold Warrior
        • 25.06.2012
        • 140

        #4
        Hallo Gunnar,

        ja, das ist schon mal ein guter Ansatz!

        Leider habe ich beim Anblick der gelisteten Objekte nicht das Gefühl, dass hier bereits eine repräsentative Auswahl vorliegt. Es fehlt wohl eine einheitliche Linie in den Denkmalerfassungen.
        Aber darauf kann man schon mal aufbauen...

        Ein NIKE-Museum gibt es in Italien - Firefighter hat gerade drüber berichtet...

        Liebe Grüße, Marc
        Das Beste an der Vergangenheit ist, dass wir alle damals jünger waren.

        Kommentar

        • gmaus
          Rekrut
          • 30.10.2012
          • 30

          #5
          Hallo Marc,

          das würde ich auch so sehen, dass eine "einheitliche Linie" fehlt. Das liegt natürlich auch an den zahlreichen oberen Denkmalschutzbehörden in den Bundesländern. Ein nationales Inventarisationsprojekt, wie es English Heritage schon vor Jahren für Relikte des Kalten Krieges durchgeführt hat, ist wohl kaum in Sicht. Es gibt aber auch in Deutschland Ausnahmen. Die vielen Vorbereiteten Sperren in Oberfranken, die unter Denkmalschutz stehen, sind das Ergebnis eines entsprechenden Inventarisationsprojektes des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Viele andere der Relikte auf der Karte stehen unter Denkmalschutz, weil eine lokale Initiative sich dafür eingesetzt hat. Das ist zumindest mein Eindruck aus einigen Gesprächen. Mit einer systematischen Erfassung von Relikten des Kalten Krieges sind die Denkmalämter vor allem personell überfordert. Dazu kommt, dass es sich um ein absolutes Spezialthema handelt, dass im Sinne der Denkmalpflege noch nicht umfassend bearbeitet worden ist, d.h. die Ämter begeben sich hier auf "Neuland".

          Ein Ansprechpartner könnte die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger und deren Fachgruppe für Inventarisation sein. Hattet ihr da schon einmal Kontakt?

          Viele Grüße,
          Gunnar

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          • B206
            Cold Warrior
            • 12.07.2007
            • 391

            #6
            Zitat von moped Beitrag anzeigen
            Darum hier ein neuer Thread mit Euren Erfahrungen zum bisherigen Umgang der offiziellen Denkmalbehörden mit Denkmälern der "abgeschlossenen Epoche" des Kalten Krieges,
            hier speziell zu "Raketenstellungen"
            Mir stellt sich gerade die Frage wie das im Osten der Republik zu handhaben ist. Von den "Neuen Bundesländern" kann man 20 Jahre später auch nicht mehr sprechen. Nun, bei der NVA wäre das entsprechend zur NIKE eben die SA-2. Davon gibt es allerhand Stellungen. Wie eben auch von NIKE. Mir fällt die Vorstellung schwer das es eines Tages eine unter Denkmalschutz stehende NVA-Flugabwehrstellung, meinetwegen SA-2, geben könnte. Was man im Osten hinbekommen hat ist einen sowjetischen Kernwaffenlagerbunker und Denkmalschutz zu stellen. Zwar nur den Bunker selbst und auch nur eines der kleineren Depots aber immerhin etwas. Ich habe keine Ahnung wie das begründet werden könnte das eine NIKE-Flugabwehrstellung unter Denkmalschutz gestellt werden sollte. Grundsätzlich sollte man auch zwischen Museum und Denkmalschutz unterscheiden. Es kann ja in Deutschland auch ein authentisches NIKE-Museum betrieben werden ohne das der Denkmalschutz greift. Oder ist der Denkmalschutz der Schlüssel um überhaupt ein Museum betreiben zu können?

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            • ed22ful
              Cold Warrior
              • 01.11.2010
              • 1747

              #7
              Hallo,


              Museum und Denkmal sind hier zwei Paar Schuhe.

              Ersteres ist im Grunde räumlich unabhängig (im Fall einer Nike-Stellung könnte ich diese genauso auf einem Parkplatz oder in einer Garage oder im Vorgarten ausstellen) und zudem auch vom Inventar her.
              Heißt, wenn ich zwei Fotos und ein Modell beispielhaft an Ort X aufstelle, hätte ich schon ein Museum...

              Bei zweiterem, dem Denkmalschutz, würde die Geschichte ganz anders aussehen, da es hierbei um die Liegenschaft bzw. deren Gebäude auf dem Grundstück geht, heißt, als ganzes oder auch in Teilen.

              Das ganze wäre natürlich kombinierbar, Denkmalschutz für die Anlage/Gebäude und das alles noch als Museum.

              Die Herren von Area 1 können dazu aber sicherlich mehr sagen...

              Gruß


              René
              Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
              Interessengemeinschaft „Area 1" militärgeschichtlicher Verein e.V.
              www.ig-area-one.de

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