Vorgaben für die befestigten Ausweichsitze der Landesregierungen [Grundlagen]

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • TimoL
    Rekrut
    • 18.11.2008
    • 40

    #1

    Vorgaben für die befestigten Ausweichsitze der Landesregierungen [Grundlagen]

    [I]So, ich setz' das mal hier rein:

    Nachdem ich hier ja schon einiges über die Ausweichsitze der Landesregierungen und den damit immer wieder kehrenden verbundenen Spekulationen gelesen habe , habe ich mal einige Vorgaben zusammengestellt, wie sich die Bonner-Regierung die befestigten Ausweichsitze der Landesregierungen vorgestellt hatte, bzw. wie diese auf- und ausgebaut werden sollten


    1. Die Objektlage:
    Auf Grund der Aufgaben sollte der befestigte Ausweichsitz an einer günstigen stelle im Liniennetz der DBP liegen, wobei der genaue Standort mit der DBP und dem LIM abgestimmt wurde.
    Der Ausweichsitz sollte eine günstige Lage im Liniennetz der DBP haben, um eine reibungs- und verlustfreie Anbindung an die angemieteten Übertragungs- und Leitungswegewege im Fernsprech- und Fernschreibnetz sicher stellen zu können.

    2. Standortanforderungen mit hoher Priorität:
    Der Standort sollte über ausreichende Wasservorkommen verfügen, damit ein objekteigener Brunnen angelegt werden konnte.
    Auch musste eine Anbindung an das öffentliche Stromversorgungsnetz ermöglicht werden.
    Auch der Anschluss an das öffentliche Straßennetz war eine grundsätzliche Anforderung bei der Standortauswahl.
    Im Umkreis von mindestens fünf Kilometern sollten sich nach Möglichkeit keine militärischen und/ oder Zivilschutz-Einrichtungen befinden, die über eine höhere Zielwertigkeit verfügen, oder dem Kampf, dessen Führung oder Versorgung dienten.

    3. Standortanforderungen mit niedriger Priorität:
    In einem Umkreis von fünf Kilometern sollten sich nach Möglichkeit keine auffälligen Geländepunkte, größere Wohn- und Industriegebiete oder zivile Anlagen und Einrichtungen mit höherer Zielwertigkeit befinden.

    4. Anforderungen an die örtlichen Gegebenheiten:
    Da der Ausweichsitz aus mehreren Teilobjekten bestand, mussten größere Höhenunterschiede nach Möglichkeit vermieden werden.
    Da das Schutzbauwerk, als Kernstück des Ausweichsitzes, in der Regel als unterirdisches Bauwerk ausgeführt werden sollte, durfte sich bis zu einer Tiefe von zwölf Meter unter der Erdoberfläche kein Grundwasser befinden.
    Günstige Bedingungen für die Nahverteidigung, Bewachung und Tarnung, sowie für den Funkempfang waren ebenfalls wichtig.

    5. Anbindung an den öffentlichen Straßenverkehr:
    Das Gelände des Ausweichsitzes sollte nach Möglichkeit über eine direkte Anbindung an das vorhandene Straßennetz verfügen.
    War dies nicht der Fall, mussten die vorhandene Wege ausgebaut oder Anschluss-Strassen neu gebaut werden.
    Beim Neubau wurde gezielt auf eine Angleichung der Wegeführung an die vorhandene Verkehrswegestruktur geachtet.
    Ausweichstellen und die Eignung für militärischen Verkehr, Lastenklasse MLC 16, mussten beim Ausbau berücksichtigt werden.

    6. Die Teilobjekte des Ausweichsitzes:
    Der Ausweichsitz sollte aus zehn einzelnen Teilobjekten bestehen:
    - Objekt 1: Schutzbauwerk,
    - Objekt 2: Verwaltungsgebäude,
    - Objekt 3: Anschalt- und Kabeleinführungspunkt,
    - Objekt 4: Abstellplätze und Schutzdächer,
    - Objekt 5: Beobachtungs- und Nahverteidigungsanlagen,
    - Objekt 6: Unterbringung für Wachhunde,
    - Objekt 7: Auffang- und Absetzgrube,
    - Objekt 8: Zaun,
    - Objekt 9: Bereitschaftsgebäude,
    - Objekt 10: Unterkunftsgebäude für die Wach- und Sicherungsmannschaft.
  • KalleG
    Rekrut
    • 29.10.2008
    • 26

    #2
    Das sind ja mal ne ganze Menge Einschränkungen für die Projekte!
    Kein Wunder, daß nicht jede LR einen Ausweichsitz hatte...

    Kommentar

    • TimoL
      Rekrut
      • 18.11.2008
      • 40

      #3
      Na ja, die Punkte 1 bis 5 waren von der Logistik und vom Finanziellen her eigentlich noch kein Problem.

      Interessant wird es eigentlich erst ab Punkt sechs:

      6.1. Das Schutzbauwerk:
      Das Schutzbauwerk des Ausweichsitzes sollte zentral, d.h. nach Möglichkeit in der Mitte der eingezäunten Kernfläche, auf dem Gelände errichtet werden, und so auch gleichzeitig einen eigenständigen Schutzbereich im eingezäunten Kernbereich bilden *die räumliche gliederung, aufteilung und sicherung des ausweichsitzes ist schon wieder ein kapitel für sich*.
      Das Schutzbauwerk sollte nach Möglichkeit in komplett erdversenkter Bauweise errichtet werden, wobei sich Ebene -1 auch noch auf erdgleiche befinden durfte.
      In diesem Fall musste das Schutzbauwerk, bzw. die Ebene -1, zusätzlich noch flach und unregelmäßig mit Erde bedeckt werden.
      Die Bauausführung des Schutzbauwerkes sollte als viergeschossiges Bauwerk in massiver Stahlbauweise erfolgen.
      Die vorgegebenen Maße waren:
      Länge: 35, 20 Meter
      Breite: 29, 00 Meter
      Höhe: 21, 20 Meter
      Stärke der Außenwände: 3, 00 Meter
      Stärke der Abschlussdecke: 3, 00 Meter
      Stärke der Innenwände: 30, 00 bis 100, 00 cm
      Zu verwendener Beton: B 450.

      Wen das ganze jetzt stark an einen Warnamtsbunker erinnert, liegt gar nicht mal so verkehrt, da sich das BMI bei den bautechnischen Vorgaben für das Schutzbauwerk der Ausweichsitze der Landesregierungen sehr stark an den Warnämtern orientierte

      6.1.2. Aufteiung des Schutzbauwerkes:
      Ebene -1:
      - Schleuse,
      - Entgiftung,
      - Meldestelle,
      - Krankenstation,
      - Waffenkammer,
      - Bereitschafts- und Aufenthalts- und Schlafraumraum Sicherungsmannschaft,
      - Aufenthaltsraum Melder,
      - ABC-Meldestelle,
      - Verbindungsstab Polizei,
      - Verbindung Luftschutzwarndienst,
      - Verbindungsstäbe zu den militärischen Dienststellen,
      - Verbindung zu den einzelnen Landratsämtern, bzw. Regierungsbezirken,
      - Lagezimmer,
      - Fluchttunnel,
      - Notausstieg.

      Ebene -2:
      - Staatskanzlei,
      - Räume der einzelnen Ministerien,
      - Führungsraum,
      - Lage- und Besprechungsraum ("Landtag"),
      - Fernsprechzentrale (zivil),
      - Fernsprechzentrale (militärisch),
      - Fernschreibzentrale (zivil),
      - Fernschreibzentrale (militärisch),
      - Funkraum (zivil),
      - Funkraum (militärisch),
      - Raum Fernmeldeführer BW,
      - Rundfunkstudio,
      - Relaisraum,
      - Räume Ministerpräsident (Arbeits- und Schlafraum; an die Staatskanzlei grenzend),
      - Raum Bunkerkommandant (zu Räumlichlichkeiten des Finanzministeriums),
      - Notausstieg.

      Ebene -3:
      - Küche,
      - Aufenthalts- und Speiseraum,
      - Schlafräume Minister,
      - Schlafräume Landtagsabgeordnete,
      - Schlafräume Regierungsbeamte (z.B. Referatsleiter) und Angehörige der jeweiligen Verbindungsstäbe,
      - Waschräume,
      - Notausstieg.

      Ebene -4:
      - NEA,
      - Wasserversorgung,
      - Klima- und Lüftungsanlagen,
      - Vorratsräume,
      - Schlafräume Betriebspersonal (z.B. Elektriker, Schlosser und Köche),
      - Mannschaftsschlafräume (z.B. Schreibkräfte, Angehörige der DBP),
      - Aufenthalts- und Speiseraum,
      - Küche,
      - Notwasservorräte,
      - ABC-Filteranlage,
      - Waschräume,
      - Notausstieg.

      Kommentar

      • Boris
        Cold Warrior
        • 09.05.2008
        • 112

        #4
        Zitat von TimoL Beitrag anzeigen
        Wen das ganze jetzt stark an einen Warnamtsbunker erinnert, liegt gar nicht mal so verkehrt, da sich das BMI bei den bautechnischen Vorgaben für das Schutzbauwerk der Ausweichsitze der Landesregierungen sehr stark an den Warnämtern orientierte
        Wenn man das alles mal beherzigt, dann hat sich eigentlich nur NRW mit seinem sogenannten "Warnamt Eifel" an die Vorgaben gehalten.

        Viele Grüße

        Boris
        Viele Grüße

        Boris

        sigpic

        Kommentar

        • TimoL
          Rekrut
          • 18.11.2008
          • 40

          #5
          Na ja, der eine Ausweichsitz der baden-wuerttembergischen Landesregierung kommt aber auch sehr stark daran...

          Kommentar

          Lädt...
          X