Postbunker

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  • vizekonteradmiral
    Cold Warrior
    • 21.01.2006
    • 199

    #1

    Postbunker

    Hab mir gerade das Filmchen zum Postbunker Staffel angeschaut. Viel sieht man nicht, und außer dass gegen Ende des Videos irgendein Gegenstand herunterfällt, gibt es auch keine Spannungsmomente

    Nee, im Ernst ....Frage: Was ist überhaupt ein Postbunker? Ein Bunker der Deutschen Bundespost? Was will/wollte die Post denn dort bunkern? Bestimmt keine Paket- und Briefsendungen ...
    Und deshalb ... äh ... haben wir uns dazu entschlossen, heute ... äh ... eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, ... äh ... über Grenzübergangspunkte der DDR ... äh ... auszureisen.
    G.Schabowski, 9.11.1989
  • taupe
    Cold Warrior
    • 15.07.2005
    • 531

    #2
    Hallo Frank,

    ich versuch mich mal an einer Antwort.
    Diese Bunker sind im Prinzip verbunkerte Vermittlungsstellen - bzw. Knotenämter, Verstärkerämter usw.. Sie finden sich also meist dort, wo große Fernmeldeleitungen (ups das Wort Telefon ist noch nicht gefallen) zusammentreffen, kreuzen usw. Solche Vermittlungen (nicht unbedingt im kleinste Ort) und Kreuzungspunkte zu schützen macht schon Sinn. Ein sabotiertes Kabel ist binnen stundenfrist reparabel, nicht aber so eine Stelle.

    Meines Wissens gab es in größeren an sich nicht verbunkerten Ortsvermittlungen aber auch Schutzräume (von 2 bis 50 Personen). Die Telekom entwidmet diese heute häufig im Rahmen von Umbauten etc. Die deutsche Bundespost hatte wie die Bundesbahn ein Bunkerbauprogramm, d.h. auch, dass nicht nur der Fernmeldesektor, sondern auch Postämter mit Schutzräumen versehen war.
    Die Telekom ist in DA ja recht groß vertreten. Irgendwo hab ich noch ne Drucksache aus dem hessischen Landtag, dass die hier sogar Schutzräume für bis zu 600 Personen (nur für Personal) haben...
    Gruß

    Michael


    Demokratie braucht Lärm
    Montesquieu

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    • taupe
      Cold Warrior
      • 15.07.2005
      • 531

      #3
      Nachtrag

      Das mit DA find' ich jetzt nicht mehr auf die Schnelle.
      Aber mit Stand 9. Wahlperiode gab es 14600 Schutzplätze auschließlich im Bereich der deutschen Bundespost in Hessen. (Drucksache 9/2513)
      Gruß

      Michael


      Demokratie braucht Lärm
      Montesquieu

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      • vizekonteradmiral
        Cold Warrior
        • 21.01.2006
        • 199

        #4
        Danke Michael, klingt alles plausibel.
        Ich bin zwar auch nicht mehr der Jüngste, aber meine Schwierigkeit lag darin, zu bedenken dass die Post bis vor ein, zwei Jahrzehnten nicht nur das war, was die 'gelbe Post' heute ist, sondern eben auch den Tätigkeitsbereich der heutigen Telekom innehatte.
        Und deshalb ... äh ... haben wir uns dazu entschlossen, heute ... äh ... eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, ... äh ... über Grenzübergangspunkte der DDR ... äh ... auszureisen.
        G.Schabowski, 9.11.1989

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        • Harry (†)
          In Memoriam
          • 14.07.2005
          • 1232

          #5
          >Viel sieht man nicht

          Stimmt, ist halt alles leergeräumt gewesen. Aber so IM Berg rumlaufen hat was
          --------------------------------
          Der liebe Harry

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          • tabularium
            Rekrut
            • 17.11.2007
            • 4

            #6
            Postbunker Staffel

            Wo liegt denn Staffel?
            VIGILIA PRETIUM LIBERTATIS

            Kommentar

            • raven66
              Cold Warrior
              • 22.07.2006
              • 108

              #7
              Staffel

              nach Staffel:
              von Ahrbrück im Ahrtal die L85 nach Osten Richtung Kesseling, dann kommt Staffel.
              Der Bunker ist wohl nun in Privatbesitz. Es gibt dort nichts mehr zu sehen.
              Im Netz gibt es etliche Fotos aus dem Inneren.

              Schöne Seite zu Marienthal und seiner Verbindung zum Postbunker
              hier: http://ausweichsitz.de/museum/wissen...enswertes.html

              Kommentar

              • Ekelfranz
                Rekrut
                • 11.01.2008
                • 3

                #8
                Postbunker

                Guten Tag und Hallo,
                ich möchte einige Hinweise zu den Diskussionsbeiträgen bezüglich des so genannten „Postbunker“ geben. Der in Rede stehende „Postbunker“ in Marienthal steht eigentlich in Kesseling, das ist circa 6 km entfernt vom Regierungsbunker Marienthal. In diesem Bunker der Deutschen Bundespost befanden sich eine große Verstärkerstelle, sowie eine Vermittlungsstelle des sog. Notstands-Netz der Bundesregierung. Dieses Notstands-Netz bestand aus dieser und weiteren Vermittlungsstellen im gesamten Bundesgebiet, an die alle im Verteidigungsfall wichtigen Einrichtungen und Behördenangeschlossen waren. Dieses Notstands-Netz war völlig unabhängig von den anderen Einrichtungen der DBP (Vermittlungsstellen, Kabelverbindungen o. ä.). Alle Ausweichsitze der Landesregierungen wurden über dieses Netz mit Marienthal verbunden. Darüber hinaus gab es natürlich auch noch Funkanbindungen. Diese Vermittlungsstellen waren ebenfalls in sog. „atombombensicheren“ Bauwerken untergebracht. Die hatten aber nichts mit den GSVBw der Bundeswehr oder des Warn- und Alarmdienstes zu tun, sondern waren separat, irgendwo an geheimen Orten verbuddelt worden. Die gibt es heute noch und sind m. W. noch immer im Betrieb.

                Darüber hinaus gab es im ganzen Bundesgebiet eine größere Anzahl von verbunkerten Einrichtungen der Fernmeldedienstes der Deutschen Bundespost. Das waren oder sind große Verstärkerstellen, in denen das Fernleitungsnetz der DBP verlief/verläuft. Die Vermittlungsstellen waren eigentlich immer über der Erde. Ansonsten waren die Verstärkerstellen entweder in den Gebäuden der Vermittlungsstelle oder in kleinen, meist einzeln stehenden Häusern untergebracht. Eine besondere Rolle spielten die Verstärkerstellen in Einrichtungen der Bundeswehr, wie zum Beispiel die GSVBw`n oder große Installationen der Luftraumüberwachung. Weiterhin gab es natürlich in allen nach 1960 (Zivilschutzgesetzes von 1957) gebauten größeren Gebäuden der Deutschen Bundespost, egal ob für den Postdienst oder für den Fernmeldedienst, Schutzräume. Das war nach dem Gesetz so vorgesehen. In Gebäuden, die vor 1945 gebaut worden waren, befanden sich natürlich aus dieser “glorreichen Zeit“ Luftschutzräumen, die ebenfalls wieder für diesen „alten-neuen“ Zweck genutzt worden sind.

                In den Vermittlungsstellen der DBP, die als sog. Typengebäude gebaut wurden, befand sich im Kellergeschoss der größeren Typen ein Schutzraum, der durch eine druckresistente, so sagte man, Tür gesichert war. In einigen Vermittlungsstellen waren diese „Schutzräume“ auch mit Luftfilteranlage versehen worden. Diese Räume waren, wie es immer hieß „Trümmersicher“ , aber keinesfalls ABC-sicher. In ihnen konnte zwar auch Personal sich eine Zeit lang aufhalten, aber für einen längeren Aufenthalt waren diese Räumlichkeiten überhaupt nicht vorgesehen und ausgestattet.

                In diesen Räumen befanden sich die Einrichtungen des Warn- und Alarmdienstes, von denen dann die einzelnen Warnstellen und Sirenen im Anschlussbereich der jeweiligen Vermittlungsstelle gesteuert wurden. In kleineren Vermittlungsstellen, die zum Teil auch in Privathäusern untergebracht waren, wurden in unmittelbarer Nähe Betonschächte gebaut, so circa 2 bis 3 m unter der Erde, die ungefähr 2 bis 2,5 Meter Durchmesser hatten und eine Raumhöhe von etwas über 3 m. In diesen Schächten waren die Einrichtungen des Warn- und Alarmdienstes für diese Vermittlungsstellenbereich untergebracht. Personen konnten sich dort, außer für Wartungsarbeiten, nicht aufhalten.

                Kommentar

                • Harry (†)
                  In Memoriam
                  • 14.07.2005
                  • 1232

                  #9
                  >Der in Rede stehende „Postbunker“ in Marienthal steht eigentlich in >Kesseling

                  In Marienthal stand nie einer. Der hier erwähnte steht nicht in Kesseling sondern bei Staffel. In Kesseling ist nichts.
                  --------------------------------
                  Der liebe Harry

                  Kommentar

                  • Roxel
                    Warrior
                    • 13.11.2006
                    • 83

                    #10
                    Marienthal - der ehemalige Regierungsbunker?

                    Steht da immer noch, leider nicht mehr zugänglich. Stimmt das?
                    Gruß
                    Michael

                    Kommentar

                    • Harry (†)
                      In Memoriam
                      • 14.07.2005
                      • 1232

                      #11
                      Nein ich meinte Postbunker. Zugänglich... ich weiss nicht wieweit das Museum gediehen ist aber das kann nur ein trauriger Abklatsch dessen sein was mal war... immerhin waren wir damals als mit die ersten drin, und es war absolut irre...
                      --------------------------------
                      Der liebe Harry

                      Kommentar

                      • StoMunNdlg 241/3
                        Cold Warrior
                        • 11.12.2008
                        • 184

                        #12
                        Hatte ja eben schon über Schutzbunker unter Vermittlungsstellen geschrieben -dabei kam mir , auch früher schon - die frage auf, wie das heute denn gehandhabt wird.

                        Ich weiß ja aus erfahrung das viele alte Vermittlungsstellen in Bunkern untergebracht waren. "Neuere" allerdings oftmals auch einfach in normalen Häusern. Wie sieht es da mit dem Schutz der Infrastruktur aus ? Gibt es da irgendwelche Richtlinien ?

                        Kommentar

                        • Stingray
                          Rekrut
                          • 12.02.2009
                          • 6

                          #13
                          hallo gibt es die möglich in den postbunker rein zu kommen ? oder ist der auch schon wie alle anderen zu geschlossen worden ( was auch im endeffekt besser wäre um ihn zu schützen, von den ganzen deppen die alles kurz und klein schlagen)

                          gruß

                          peter

                          Kommentar

                          • Boris
                            Cold Warrior
                            • 09.05.2008
                            • 107

                            #14
                            Zitat von Stingray Beitrag anzeigen
                            hallo gibt es die möglich in den postbunker rein zu kommen ? oder ist der auch schon wie alle anderen zu geschlossen worden ( was auch im endeffekt besser wäre um ihn zu schützen, von den ganzen deppen die alles kurz und klein schlagen)

                            gruß

                            peter
                            Hallo, da frag mal die örtliche Feuerwehr, die haben den Schlüssel, weil die da drin Atemschutzübungen abhalten. Aber ich schließe mich den Vortextern an, daß es Interessanteres gibt.

                            Viele Grüße

                            Boris
                            Viele Grüße

                            Boris

                            sigpic

                            Kommentar

                            • Hoffi28
                              Rekrut
                              • 27.06.2006
                              • 33

                              #15
                              Zitat von Harry Beitrag anzeigen
                              Nein ich meinte Postbunker. Zugänglich... ich weiss nicht wieweit das Museum gediehen ist aber das kann nur ein trauriger Abklatsch dessen sein was mal war... immerhin waren wir damals als mit die ersten drin, und es war absolut irre...
                              Hallo Harry,
                              also wenn Du in Marienthal warst, als er noch komplett war, dann ist das wirklich nur noch ein Abklatsch.
                              Ich war am Wochenende in der Dokumentationsstätte Regierungsbunker, mir hat es sehr gefallen! Ist zwar nur 200m lang, aber trotzdem sehr interessant! Mal ehrlich, wer würde schon ein 17km langes Museum abgehen? Dagegen ist ja das Louvre in Paris winzig! Von den Unterhaltskosten mal ganz abgesehen...
                              Aber ein Besuch lohnt sich allemal!

                              Gruß
                              Tim

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