Ausweichsitz Bayern: Geheimer Schutzbunker: Bilder aus Geretsried

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  • Harry (†)
    In Memoriam
    • 14.07.2005
    • 1234

    #1

    Ausweichsitz Bayern: Geheimer Schutzbunker: Bilder aus Geretsried

    Geretsried - Jahrzehntelang schwieg die Staatskanzlei eisern, nun hat sie das Geheimnis gelüftet: Im Kalten Krieg unterhielt Bayerns Regierung einen getarnten Ausweichsitz samt Bunker. Bei einem Atomschlag sollte der Freistaat von Geretsried aus regiert werden.

    Ein Mann bedient in einem Schutzraum in dem stillgelegten Bunker der Staatsregierung in Geretsried die Kurbel einer Lüftungsanlage. Bis 1992 unterhielt Bayern einen getarnten Ausweichsitz für die Regierung auf dem Gelände der örtlichen Feuerwehrschule.

    Die Feuerwehrschule in Geretsried liegt unscheinbar am Ortsrand, umgeben von Wäldern in einem kleinen Gewerbegebiet. Rettungskräfte üben hier den Ernstfall, doch was sich unter dem Gelände verbirgt, darüber schwieg die Staatsregierung jahrzehntelang. Nun hat sie das Geheimnis gelüftet: Im Keller der Ausbildungsstätte unterhielt der Freistaat bis in die 90er Jahre einen getarnten Schutzbunker. Das bestätigte die Staatskanzlei der Nachrichtenagentur dpa. Bei einem drohenden Atomschlag sollte Bayern von Geretsried aus regiert werden.
    Als Unterschlupf für den Ministerpräsidenten und eine verkleinerte Regierungsmannschaft im Kalten Krieg gedacht, wurde der Bunker 1992 stillgelegt. Intakt ist der für 178 Menschen ausgelegte Schutzbau bis heute: “Technisch ist alles in einem guten Zustand“, sagt der Bunkerexperte Jörg Diester, der diese und andere Anlagen wie den Bunker der Bundesregierung im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr-Ahrweiler erforscht hat. Strom und Telefon funktionieren, es gibt Waschgelegenheiten und an den Wänden hängen ausklappbare Pritschen. Die unbeschädigte Luftfilteranlage sollte den etwa 200 Quadratmeter großen Innenraum vor radioaktiver Verstrahlung schützen.

    Qeulle Merkur Online
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    Der liebe Harry
  • Horner
    Cold Warrior
    • 24.05.2009
    • 1897

    #2
    Ein toller Fund der in Geretsried gemacht wurde und dazu ganz schön Spartanisch eingerichtet. Was wieder sehr interessant ist, sind die Bilder der Kuminikationszentrale mit der Technik der damaligen Zeit und der Lüftungsanlage. Nur, warum ist diese nur auf Handbetrieb ausgerichtet und nicht
    noch zusätzlich mit einer elektronischen Luftförderung ausgerüstet worden?
    Hat es vielleicht damit zu tun, das diese Anlage in einer Kriesensituation nur für den vorübergehenden Gebrauch eingerichtet wurde, oder doch mehr die finanziellen Aspekte, weil ja berichtet wird, das es an Geld gefehlt hat.

    Gruß
    Horner

    Kommentar

    • rubeck1
      Cold Warrior
      • 06.06.2009
      • 478

      #3
      Ich vermute mal, dass es zwei Aspekte sind: einmal wurde der ganze Zivilschutz letztlich nur sehr halbherzig durchgeführt, zumal es ja eine starke Meinungsströmung gab, nach der Zivilschutz Kriegsvorbereitung sei (!). Und zum anderen hat man auf Elektronik meist deshalb verzichtet, weil sie bei einem Atomschlag durch den berüchtigten elektromagnetischen Impuls mit einem Schlag vernichtet worden wäre. In Marienthal gab es im ganzen Superwunderbunker keinen Schutz gegen diesen Effekt, weshalb diese Anlage letztlich alles andere war, als ein "Atombunker"... So war es vermutlich auch in den meisten Ausweichsitzen der Landesregierungen. Denn die waren ja auch nur irgendwann eingerichtet und dann nur noch wenig bis gar nicht mehr modernisiert worden.
      Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
      Interessengemeinschaft "area 1" -
      militärgeschichtlicher Verein e.V.
      www.ig-area-one.de

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