Bundeswehr und die WAA Wackersdorf

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  • DeltaEcho80
    Cold Warrior
    • 09.03.2013
    • 1773

    #1

    Bundeswehr und die WAA Wackersdorf

    Hallo zusammen,

    angeregt durch einen interessanten Bericht auf Radio Bayern2, habe ich für mich etwas zur ehem. WAA in Wackersdorf recherchiert.

    Dabei bin ich auf den folgenden Artikel aus dem Spiegel 32/1988 gestoßen.
    Nach diesem Artikel gab es wohl Vorbereitungen zur Amtshilfe durch die BW für die Polizei...

    Obwohl das Grundgesetz es verbietet, bereitet die Bundeswehr den Einsatz von Soldaten am Bauzaun in Wackersdorf vor. *
  • Nemere
    Cold Warrior
    • 12.06.2008
    • 3310

    #2
    Hallo,

    ich kann diesen Bericht aus meiner damaligen Tätigkeit bei den Feldjägern in Bayern bestätigen. Es gab Befehle Sanitätspanzer bereitzuhalten, es gab vorbereitete Marschkredite und Vorbefehle an die Feldjäger für Marschbegleitung.
    Wie beim Spiegel leider oft üblich, wurde sich auch hier wieder künstlich aufgeregt.
    Es ging nie um einen Einsatz der Bundeswehr GEGEN die Demonstranten, es ging um Amtshilfe für die Polizei zum Abtransport verletzter Personen, weil weder Polizei noch Rettungsdienste über gepanzerte Sanitätsfahrzeuge verfügten. Es kam gerade in Wackersdorf (wie übrigens auch bei den Auseinandersetzungen um die Startbahn West in Frankfurt) oft genug vor, dass Rettungsdienste und Feuerwehr von gewalttätigen Demonstranten mit massiver Gewalt und Strassensperren am Weiterfahren gehindert wurden und das deren Fahrzeuge mit Steinen und Brandsätzen beworfen oder mit Feuerwerksraketen beschossen wurden.

    Das gleiche gilt für die Unterbringung der Polizei in Bundeswehrkasernen. Das war bei Großeinsätzen der Polizei seit Jahrzehnten gängige Praxis - auch wieder im Rahmen der Amtshilfe. Wenn für die Absicherung eines Staatsbesuchs eine Bereitsschaftspolizei-Abteilung in einer Kaserne übernachtete, regte sich kein Mensch auf - geschah das ganze bei einem Einsatz gegen vorsätzlich gewaltbereite sog. "Demonstranten", brach auch einmal ein Zwergenaufstand in Teilen der Presse lost.

    Kommentar

    • kato
      Cold Warrior
      • 03.03.2009
      • 912

      #3
      Nicht zu vergessen dass an der Startbahn West im November '87 auch mit tödlichem Ausgang auf Polizisten geschossen wurde.

      Kommentar

      • Thunderhorse
        Cold Warrior
        • 09.02.2006
        • 2072

        #4
        Zum Verbringen von Kräften, Abbergen, Abtransport gab es damals schon geschützte Fahrzeuge der Polizei und des BGS.

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        • Rex Danny
          Administrator
          • 12.06.2008
          • 4929

          #5
          Du meinst doch jetzt nicht ernsthaft die Sonderwagen, speziell den SW 4?

          Alle Sonderwagen des Bundesgrenzschutzes, der Bundespolizei und der Polizeien der Länder waren und sind m. W. nicht für Sanitätstransporte ausgelegt. Einzig das Militär und somit im konkreten Fall Wackersdorf die Bundeswehr verfügte bzw. verfügt über gepanzerte Sanitätsfahrzeuge.

          Außerdem waren bzw. sind die Sonderwagen auch zu klein bzw. eng und nicht für liegende Verletzte ausgelegt, was zwingend notwendig ist, um bspw. schwer verletzte Kollegen aus der vordersten Linie zu bergen.

          Und erzähl jetzt bitte nicht, daß es außer handelsüblichen Fahrzeugen (VW-Bus, MB 1017 usw.) auch Sonderwagen oder andere schwere Fahrzeuge mit Rot-Kreuz-Symbolen ausgestattet gab. Und die handelsüblichen Fahrzeuge wären allesamt auf den Äckern in Wackersdorf und Brokdorf stecken geblieben.

          Grüße


          Rex Danny

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          • Thunderhorse
            Cold Warrior
            • 09.02.2006
            • 2072

            #6
            Natürlich sind die SW I und II und der SW 4 gemeint.

            Der im Spiegelbericht (Rettung/Abbergen von Personen) erwähnte M113 hatte auch nur vier Tragen bzw. Sitzplätze.

            Ein Sanitätstransport ist eine andere Sache.

            P.S.: Brokdorf war damals schöner Frost, die Äcker gefroren. In Wackersdorf um das Baugelände gab es Waldwege.

            Kommentar

            • Rex Danny
              Administrator
              • 12.06.2008
              • 4929

              #7
              Kleine Nachfrage zu Brokdorf und Wackersdorf.......du meinst sicherlich die Brokdorf- und Wackersdorf-Demos aus 1981, richtig? Die schlimme Klopperei in Brokdorf, die ich erlebt habe, war nämlich am 07.06.1986, also kein Frost, dafür aber bestes Schmuddelwetter und alles war tief morastig. In der Nacht vom 06.06. auf den 07.06. war die gesamte Bereitschaftspolizeiabteilung Hamburg übrigens in der Luftwaffenkaserne in Appen untergebracht, um näher am Objekt zu sein.

              Und Wackersdorf war dann Ende Juli/Anfang August 1986. Auch da soll wohl alles unter Wasser gestanden haben nach Angaben von Kollegen meines Zuges, die dort waren. Ich brauchte nicht mehr mit, weil zum 01.08.1986 aus der BePo in den Einzeldienst versetzt.

              Grüße


              Rex Danny

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              • Thunderhorse
                Cold Warrior
                • 09.02.2006
                • 2072

                #8
                Ich meine Brokdorf 1981.

                Matsch, aufgewühlten Boden, Wasserpfützen gab es in Gorleben, Startbahn West, Wackersdorf oder sonstigen Baugelände immer wieder mal.


                Zum Ausgangsthema:
                Die MTW hätten nichts gebracht.
                Allenfalls der Lufttransport von Einsatzkräften vom Heimatstandort in eine Unterkunft in der Nähe wäre eventuell sinnvoll gewesen.

                Das Thema klingt irgendwie nach bayerischer Provinzposse und vorauseilenden Gehorsam einiger Militärs damals.

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                • Nemere
                  Cold Warrior
                  • 12.06.2008
                  • 3310

                  #9
                  Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
                  Das Thema klingt irgendwie nach bayerischer Provinzposse und vorauseilenden Gehorsam einiger Militärs damals.
                  Das dürfte viel eher daran gelegen haben, dass es in Bayern ein sehr gutes Verhältnis zwischen Bundeswehr, Staatsregierung und Polizei gab und man sich problemlos gegenseitig unterstützte.

                  Beispiele:
                  Es gab im Innenministerium einen ständigen Kontaktbeamten zum Wehrbereichskommando VI und einen weiteren Kontaktbeamten der Polizei zum Feldjägerbataillon 760. Dieser nahm regelmäßig an unseren Planübungen und auch immer wieder an sonstigen Offizierweiterbildungen teil.

                  Beamte der bayerischen Polizei waren an der Feldjägerschule in Sonthofen als Ausbilder im Lehrgang „Feldjägereinsatz im Ausland“ eingesetzt, sie deckten dort den gesamten Ausbildungsbereich Kriminalistik ab.




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