Westberliner Exklaven auf DDR-Gebiet

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  • Roxel
    Warrior
    • 13.11.2006
    • 83

    #1

    Westberliner Exklaven auf DDR-Gebiet

    Relativ wenig wird über die sogenannten Westberliner Exklaven auf DDR-Gebiet berichtet. zu Unrecht?

    Zu Zeiten des Kalten Krieges geriet das winzige bewohnte Fleckchen Steinstücken wiederholt in das politische Räderwerk der beiden Großmächte Sowjetunion und USA und damit auch in die internationalen Schlagzeilen. Mehrmals wurden Versuche der DDR registriert, Steinstücken als Bestandteil des von den US-Amerikanern besetzten Bezirks Zehlendorf abzutrennen. ...
    Das Steinstücken umgebende Brandenburg gehörte ab 1945 zur sowjetischen Besatzungszone (SBZ), Steinstücken mit seinen 200 Einwohnern als Teil des Bezirks Zehlendorf jedoch zum us-amerikanischen Sektor von Berlin und unterlag somit dem Viermächtestatus der Stadt. Am 18. Oktober 1951 besetzte die Volkspolizei der DDR in Abstimmung mit der sowjetischen Besatzungsmacht widerrechtlich Steinstücken, und die DDR verkündete eiligst die Eingemeindung Steinstückens, unweit der Babelsberger Filmstudios gelegen, in das Stadtgebiet von Potsdam. Damit eroberte - so gesehen - der Ostblock einen Teil des us-amerikanischen Sektors von Berlin. ...

    Der ganze Artikel ist zu finden unter

    http://www.luise-berlin.de/bms/bmstx...b.htm#seite116

    Gruß
    Michael
    Zuletzt geändert von Harry (†); 19.01.2007, 18:01. Grund: Harry, der Link funktioniert leider nicht
    Gruß
    Michael
  • Roxel
    Warrior
    • 13.11.2006
    • 83

    #2
    neuer link

    Hallo Harry,

    oben funktionierte der Link nicht.

    Kannst Du ihn bitte so ändern:

    Berlinische Monatsschrift Heft 6/2001 , Berlin im Detail, Bernhard Meyer, Westberliner Exklaven auf DDR-Gebiet


    Danke!
    Gruß
    Michael

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    • Thunderhorse
      Cold Warrior
      • 09.02.2006
      • 1968

      #3
      Aufgrund der Aufteilung von Berlin in die 4 Besatzungszonen kam ab 1961 zu größeren Problemen bei der Versorgung/Anbindung der Exklaven (z.B.: Steinstücken) sowie zu Brachflächen (Potsdamer Sack).

      Zwischen 1971 und 1988 wurden insgesamt 3 Vereinbarungen über Gebietstausch zw. Berlin/West und der DDR getroffen.

      Am 20. 12.1971 wurde, gemeinsam mit der Reise- und Besuchsfreiheit die erste Vereinbarung eines Gebietstausch unterzeichnet.
      Bei diesem Flächentausch ging es unter anderem um die Straße nach Steinstücken.
      Die Alliierte Kommandantur stimmte dem Gebietstausch mit dem BK/O (72) 6 vom 03. Juni 1972 zu und ordnete die erworbenen Gebiete den entsprechenden 3 westlichen Sektoren zu.
      Zwischen den Unterzeichnern wurden erst 2 Jahre später, im April 1974 die vereinbarten Grundbücher und Grundakten ausgetauscht.
      Seitens der DDR gab es Probleme die entsprechenden Unterlagen aufzufinden und für die Übergabe vorzubereiten.

      Ab 03. Juni 1972 gehörten die Straße nach Steinstücken (2,3 ha), Teile des Teufelsbruch/Eiskeller (Kreis Nauen) (10,7 ha) und der nördliche Teil des Frohnauer Friedhofs (4,1 ha) zu Berlin/West.

      An die DDR und zu Berlin/Ost gingen der Ortsteil Finkenkrug von Falkensee (Kreis Nauen) (3,4 ha), ein kleiner Teil des Teufelsbruch/Eiskeller (0,3 ha), der Böttcherberg (0,3 ha), die Große Kuhlake im Forst Falkenhagen (8,0 ha) und die Nuthewiesen bei Drewitz (3,6 ha) (Kreis Potsdam Land).

      Aufgrund der Flächendifferenz wurde seitens Berlin/West ein finanzieller Ausgleich gezahlt.

      Der zweite Gebietstausch wurde mit der Vereinbarung vom 21. Juli 1972 abgeschlossen.
      Bei diesem Flächentausch ging es um eine Fläche am ehemaligen Potsdamer Bahnhof (etwa 10 ha) das in die Westsektoren ragte und die Bezirke Tiergarten und Kreuzberg trennte.
      Durch Bewohner aus Berlin/West wurde diese Areal teilweise als Müllplatz mißbraucht.

      Da der DDR kein Tauschgelände zur Verfügung gestellt wurde, erfolgte ein Wertausgleich. An die DDR wurden ca. 31 Millionen DM gezahlt.
      Vom Prinzip her war es kein Gebietstausch, eher ein Verkauf.

      Die Fläche wurde seitens der Alliieren Kommandantur dem britischen Sektor zugeschlagen und das Eigentum der Rechtsperson des öffentl. Rechts auf das Land Berlin übertragen (BK/0 72/9).
      Eine Vollwertige Nutzung des Geländes erfolgte erst nach der Wiedervereinigung.
      Zwischen 1972 und 1990 erfolgten lediglich Abriß- und Planierarrbeiten. Ferner wurde es zeitweise in Teilen für einen Magentschwebebahntest genutzt.

      TH

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      • Thunderhorse
        Cold Warrior
        • 09.02.2006
        • 1968

        #4
        Zwischen dem Zweiten und Dritten (gleichzeitig letzten) Gebietstausch (Exklaven/Enklaven) lagen fast 16 Jahre.
        Am 31. März 1988 wurde die Vereinbarung unterzeichnet.
        Die dafür erforderlichen Verhandlungen (erster Abschnitt) begannen im November 1983 und endeten mit dem 14. Gespräch am 20. Dezember 1984.
        Bis in das Jahr 1987 ruhten anschließend die Verhandlungen, die DDR-Seite sah zunächst keine entsprechenden Voraussetzungen für weitere Gespräche.
        Erst nach zweimaligem Gesprächen zwischen dem damaligen Bürgermeister Diepgen und und Honecker (anläßlich der Leipziger Frühjahrsmessen in den Jahren 1986 und 1987) erfolgte eine Fortsetzung der Verhandlungen.
        Das Politbüro stimmte dem Gebietstausch am 25.11.1987 schließlich zu, nachdem zuvor das DDR-Außenministerium den Entwurf mit den beteiligten Ministerien und KoKo abgestimmt hatte.

        Bei diesem Gebietstausch wurde erstmals eine Fläche (Streifen Schwedter Straße/Bezirk Prenzlau) die Bestandteil der Westsektoren war, dem Ostsektor zugeschlagen.
        Probleme bereiteten hier die entsprechenden Formulierungen/Begriffsvarianten im Vertrag.
        Ebenso die unterschiedliche Größe der zu tauschenden Fläche ( 96,7 ha an West-Berlin, dass im Gegenzug nur 87,3 ha abgab), dafür wurde seitens West-Berlin ein Ausgleichsbetrag von 76 Millionen DM an die DDR gezahlt.

        An West-Berlin gingen:
        Albrechts-Teerofen
        Bergstraße-Nennhauser Damm Finkenkruger Weg
        Fichtewiese Erlengrund
        Humboldthafen
        Kieler brücke
        Kienhorst
        Köpenicker Straße/Rudower Straße
        Lenne-dreieck
        Lohmühlenplatz
        Luisenberg
        Mönchmühler Straße/Lübars
        Neukölln-Mittenwalder Dreieck
        Schönholz
        Schönwalde

        An die DDR/Ost-Berlin gingen:
        Falkenhagener Wiesen
        Laßzinswiesen
        Wüste Mark
        Schwedter Straße

        Die Vereinbarung trat 3 Monate nach der Unterzeichnung in Kraft.
        In diesen 3 Monaten entstanden insbesondere im Bereich des Lenne-Dreieck Probleme, da dieses Gelände durch West-Berliner Alternative besetzt wurde.

        Nach dem Abschluß des 3 Gebietstausch bestanden keine Exklaven West-Berlins oder der DDR mehr.
        Hinsichtlich anderer "kleinerere Flächen" bestand weiterhin ein Verhandlungsbedarf.

        West-Berlin erhielt 123,8 ha, an die DDR bzw. Ost-Berlin gingen 102,9 ha.
        Für die bestehende Flächendifferenz von 20,9 ha wurde seitens West-Berlin die Gesamtsumme von 111 Millionen DM gezahlt.


        TH

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        • Thunderhorse
          Cold Warrior
          • 09.02.2006
          • 1968

          #5
          Einige Links zum Thema Exklaven und Enklaven im Raum Berlin.


          in Englisch





          TH

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          • Thunderhorse
            Cold Warrior
            • 09.02.2006
            • 1968

            #6
            Kartenausschnitt zu Fichtenwiese und Erlengrund.

            TH
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            • Thunderhorse
              Cold Warrior
              • 09.02.2006
              • 1968

              #7
              Steinstücken.

              TH
              Angehängte Dateien

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