Sperrschlagbäume / Seilsperren / sonstige Sperren im Schutzstreifen des ehemaligen Grenzgebiets der DDR

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  • Thunderhorse
    Cold Warrior
    • 09.02.2006
    • 1918

    #1

    Sperrschlagbäume / Seilsperren / sonstige Sperren im Schutzstreifen des ehemaligen Grenzgebiets der DDR

    Um nicht benötigte Zufahrtswege in den Schutzstreifen zu sperren wurden, seitens der DDR-Organe verschiedene Sperrmittel eingesetzt.
    Anfänglich Baumsperren, Tschechenigel, umgedreht abgelegte Egge, Betonplattenstappel, etc.
    Durch den Ausbau der Grenzsperranlagen in den 1980er Jahren kam es wieder vermehrt zu Grenzdurchbrüchen und versuchen mit schwerer Technik, z.B.: Traktoren, Lkw.


    Da man nicht alle Zufahrten so blockieren konnte, dass ein zügiges Einfahren erschwert wurde, kam es zum Einsatz von zunächst zwei neuen Sperrvarianten.

    Als Reaktion wurden im Sommer 1988 zügig die Masse der Tore im Grenzsperr- und Signalzaun (i.d.R. an der Begrenzung des Schutzstreifens verlaufend) mit sog. Seilsperren gesichert.
    Anbei ein Foto der Seilsperre westlich (Feindwärts) des GSSZ bzw. GSZA80.
    Beidseitig des Weges Betonplatten (je 2), Stahlseil auf Stützen beidseitig, dieses mit dem Betonplattenstapel verbunden.
    Errichtet wurden diese Art Sperren ab 1988, nachdem es einige erfolgreiche Fluchtfälle mit Fahrzeugen gab.
    Mit Lkw konnten diese durchbrochen werden, was auch in einigen Fällen gelungen ist.
    So geschehen 1989 im Bereich Hindfeld - Breitensee.
    Foto: GT, Archiv TH
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    Zuletzt geändert von Rex Danny; 21.07.2024, 11:23.
  • Thunderhorse
    Cold Warrior
    • 09.02.2006
    • 1918

    #2
    Eine weitere Variante, die ab Sommer 1989 zum Einsatz kam:
    Der Sperrschlagbaum - Sperrgerät SG II

    Hersteller:
    VEB STAG Genthin
    Teil des VEB SKET Magdeburg

    Erprobung durch die GT auf dem TÜP Neu-Zittau, durch die Abteilung perspektivische Entwicklung von Grenzsicherungsanlagen am 17 Juni 1988. Eingesetztes Fahrzeug ein Lkw Typ Ural mit 5 t Sand beladen.

    Sperrschlagbaum mit zwei Fundamenten zu je 2,6 t, Stahlseil 24mm in Rohrkonstruktion. Fundamente lose auf Betonplatten.

    Gesamtgewicht ca. 9,4 t
    Masse der gefüllten Behälter ca. 4,3 t
    Sperrbreite 9,25m
    Schließzeit ca. 12 s je nach Witterung und Fahrbahnverhältnissen (5 s)
    Verriegelung in einer Anhängerkupplung im Gegenblock.
    Beim Aufprall wurden die Anlagen je nach Geschwindigkeit des Fahrzeugs mitgerissen, das Fahrzeug mehr oder weniger ""sanft"" abgebremst.

    Automatischer Betrieb, Steuerung über das Tor (umgerüstete Torsicherung TS-1)
    Fernbedienung, Steuerung über die Führungsstelle
    Meldekanal ZFG 6

    Foto: eigene Aufnahmen
    Foto zwei, am linken Betonblock mit Halterung des Rahmen ist das Stahlseil zu erkennen.
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    Zuletzt geändert von Rex Danny; 21.07.2024, 11:25.

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    • Thunderhorse
      Cold Warrior
      • 09.02.2006
      • 1918

      #3
      Kosten der Sperrsysteme:

      Seilsperren: ca. 1000.- Mark der DDR

      Sperrschlagbaum: ca. 6000.- Mark der DDR

      Mit Stand Ende November 1989 waren 100 Sperrschlagbaumsperren und 1000 Seilsperren im Bereich der Sperranlagen zur Bundesrepublik Deutschland und um Berlin herum vorhanden.
      Ziel war es, im Laufe der folgenden Jahre etwa 50 % der Seilsperren durch Sperrschlagbaumanlagen zu ersetzten.

      Während es bei den Seilsperren noch eines zeitlichen Aufwands durch die GT bedurfte, Aus- und Einhängen des Stahlseil bei der Passage, war bei der Anlage Sperrschlagbaum eine Durchfahrt problemlos.



      Interessant auch der Gewichtsunterschied:
      Sperrschlagbaum, Anlage ca. 9,4 t
      Seilsperre, ca. 4 t
      Zuletzt geändert von Rex Danny; 21.07.2024, 11:26.

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      • Thunderhorse
        Cold Warrior
        • 09.02.2006
        • 1918

        #4
        Kleine Korrektur:
        Meldekanal über ZFC 6

        Der Meldegeber ZFC 6 ist Bestandteil der ZA 41, ZA 411, ZA 412, ZA 413 (alle wiederrum Bestandteil der Grenzsignalzaunanlage GSZA 80) gewesen.
        Je nach Art der Variante gab es 1 x 25 bzw. 2 x 25 Meldegeber.

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