Grenzbeobachtungsturm DDR nahe Hof

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • Kahlscher
    Warrior
    • 14.07.2005
    • 59

    #1

    Grenzbeobachtungsturm DDR nahe Hof

    Hallo,

    ich bin heute an einem alten Grenzbeobachtungsturm der 3. Generation vorbei gekommen. anbei ein paar Fotos. Ist in der nähe von Hof (Ostseite natürlich )

    Warum eigentlich so ein Keller, war da ein NEA untergebracht ? Oben drauf war ja ein großer scheinwerfer. auch interessant die Schießscharten in der ersten und zweiten Etage. Ich hoffe es sind welche. Daneben befand sich dann auch noch eine Möglichkeit das Auto getarnt abzustellen. Weis jemand noch mehr zu den Türmen ? Den Link http://www.eaglehorse.org/2_border_m...and_tower1.htm kenn ich schon.

    Danke !
    Angehängte Dateien
    Grüße vom Walpersberg,
    Markus

    ------
    Intelligenz statt Krieg
  • Kahlscher
    Warrior
    • 14.07.2005
    • 59

    #2
    hier noch ein paar Bilder
    Angehängte Dateien
    Grüße vom Walpersberg,
    Markus

    ------
    Intelligenz statt Krieg

    Kommentar

    • Thunderhorse
      Cold Warrior
      • 09.02.2006
      • 1968

      #3
      Es handelt sich um eine alte FÜST 4x4 m der DDR-Grenztruppe.

      An deiser Stelle stand früher ein Btr, verbunden mit einem FP3 Bunker. Die Abstellfläche für Kfz war immer ostwärtig vom Turm in unmittlebarer Nähe gedeckt angelegt. Das heißt Sichtschutz gegen Westen.
      Im Keller des Btv befand sich ein früher ein Notstromaggregat und diverse anderen Versorgungseinrichtungen. Darüber im Eingangsbereich eine Toilette. Dann folgte ein Zwischendeck, als Ruheraum für die Alarmgruppe genutzt. Im Turm selber befanden sich die Anzeige geräte für die Anlage 501/7012, sofern im Abschnitt montiert und die Anzeigetafel für die Sektionen des GSZ70 oder späzer GSSZ80 bzw. 83. Funk- und Fernmeldeeinrichtungen sowie Anschluß an das GMN.

      Im Zwischenbereich befanden sich Schießscharten, zumindest waren diese dafür vorgesehen.

      wenn die Fotos von der FÜST aus dem Bereich der BAB 72 Hof - Plauen stammen, dürfte es sich um die alte Füst der GK Wiedersberg handeln.

      TH

      Kommentar

      • Kahlscher
        Warrior
        • 14.07.2005
        • 59

        #4
        ja müsste dan der GK Wiedersberg gewesen sein. Wieviel stehen eigentlich noch? Gibts nen Plan wo alle eingezeichnet sind ??
        Grüße vom Walpersberg,
        Markus

        ------
        Intelligenz statt Krieg

        Kommentar

        • taupe
          Cold Warrior
          • 15.07.2005
          • 531

          #5
          Zitat von Thunderhorse
          Im Turm selber befanden sich die Anzeige geräte für die Anlage 501/7012, sofern im Abschnitt montiert und die Anzeigetafel für die Sektionen des GSZ70 oder späzer GSSZ80 bzw. 83. Funk- und Fernmeldeeinrichtungen sowie Anschluß an das GMN.

          TH
          Hallo,

          ich nehme mal an, es geht hierbei um die "Sensorik" des Hinterlandzauns?
          Hier http://www.eaglehorse.org/2_border_m...and_fence1.htm werden ja eine ganze Reihe solcher Sensoren geschildert. Und die von dir oben angeführten Gerätschaften dienen der Überwachung dieser Sensorik?
          Gruß

          Michael


          Demokratie braucht Lärm
          Montesquieu

          Kommentar

          • Thunderhorse
            Cold Warrior
            • 09.02.2006
            • 1968

            #6
            Nun, bis 1984 waren auf den FÜST die Anzeigegeräte für die Anlage SM 501/701 vorhanden. Bei Auslösung einer Selbstschußanlage wurde der jeweilige Bereich der Auslösung im Unterabschnitt angezeigt. Diese Anlage war in ein rechtes und linkes Feld mit mehreren Unterabschnitten, je nach Länge, aufgeteilt. Der Suchposten mußte anschließend die Ausklösestelle lokalisieren.

            Ferner waren auf den Führungsstellen und später, nach Rückverlegung, in den Kompanien die Anzeigegeräte für den GSSZ, ob GSZ 55, 70, 70P oder 80 bzw. 83, installiert. Anhand von Geländereilief, Karten und der Beschriftung der jeweiligen Felder, Länge ca. 200m, konnte die Auslösestelle eingegrenzt werden. Die Suchstreife konnte gezielt herangeführt werden. Der Alarm wurde bis etwa 1986 im Gelände auch optisch und akustisch angezeigt. Dies war jedoch von GR zu GR verschieden. In manchen Bereichen wurde der Stille Alarm schon um 1980 eingeführt. Hier auch der Begriff GSG 80 (Grenzsignalgerät 80). Ein entwendetes Teil steht im Mauermuseum Checkpoint Charlie.

            Das ganze lief über einen schwachen Stromfluss, der für den Flüchling nicht wahrnehmbar war. Sensorik kam in anderen Bereichen, bei Fluß- und Gewässersperren, Bachläufen zum einsatz. In der erprobung auch im Zwischengelände. eingeführt werden sollte dies ab 1990 folgend. Die erprobung für die Anlagen im Gelände war aber nur von mäßgem erfolg gekrönt.

            Soweit dazu.
            Noch Fragen Kienzle???

            TH

            Kommentar

            • taupe
              Cold Warrior
              • 15.07.2005
              • 531

              #7
              "Ja Hauser"

              hätte Kienzle jetzt wohl gesagt.

              Leider kann ich die ganzen angeführten Abkürzungen nicht entschlüsseln.
              Also GSSZ nebst GSZ XX, GR ?

              Gab es denn irgend etwas, was man nicht eingesetzt hat? Das ist ja schon ein hochperfektioniertes System gewesen. Wenn ich das beispielsweise lese, dass in Ortschaften auch schon mal stahlbetonbewerte Mauern errichtet wurden. Wobei garantiert war, das kein Fahrzeug, was derselben gefährlich werden konnte, in deren Nähe kam...

              In Memoriam Bodo H. Hauser
              Gruß

              Michael


              Demokratie braucht Lärm
              Montesquieu

              Kommentar

              • Thunderhorse
                Cold Warrior
                • 09.02.2006
                • 1968

                #8
                GSSZ = Grenzsperr- und Signalzaun

                war die spätere Bezeichung des in der Tiefe des Grenzgebietes gelegen Sperrzaun.

                GSZ = Grenzsignalzaun
                war die alte Bezeichnung, da dieser eigentlich keine Sperrfunktion hatte, lediglich eine Metallgitterplatte am Boden und anschließend die Signaldrähte. Nach durchschneiden oder auseinanderbiegen konnte der Signalzaun passiert werden.

                55, 70, 70P oder auch 80 bzw. 83
                dass waren die verschiedenen Ausführugen, wobei die Zahlen auch das ungefähre Jahr der Einführung darstellen.

                GR = Grenzregiment

                Man hat seitens der Grenztruppe die unterschiedlichsten Systeme, Sperren, Signalmittel erprobt. Nicht alles hat den Anforderungen entsprochen und wurde verworfen.

                An dieser Grenze und den dort vorhandenen Sperranlagen (Gesamtheitlicher Begriff) gab es von 1945 - Dezember 1989 sehr viele Ausführungen von Sperren.

                Und trotzdem allem war es Menschen möglich, diese SPerrsystem und die Sperrlinien zu überwinde. Auch mit Fahrzeugen bis an die Sperrmauern zu fahren und diese zu überklettern, Was wiederumg eine Gegenreaktion in Form von Seilsperren und Schwenksperren hervorrief.

                TH

                Kommentar

                • Thunderhorse
                  Cold Warrior
                  • 09.02.2006
                  • 1968

                  #9
                  Die alte FÜSt steht heute noch im Gelände.

                  TH

                  Kommentar

                  • Caffee
                    Rekrut
                    • 09.07.2007
                    • 1

                    #10
                    Zitat von taupe Beitrag anzeigen
                    Hallo,

                    ich nehme mal an, es geht hierbei um die "Sensorik" des Hinterlandzauns?
                    Hier http://www.eaglehorse.org/2_border_m...and_fence1.htm werden ja eine ganze Reihe solcher Sensoren geschildert. Und die von dir oben angeführten Gerätschaften dienen der Überwachung dieser Sensorik?
                    Hallo
                    Erster Beitrag:

                    In den letzten Monaten vor der Grenzöffnung, war so gut wie alles verdrahtet im Grenzabschnitt (GA) und davor. Bei der GSSZ Ausführung die in den 80´zigern weiter ausgebaut wurde, waren selbst die Feingewindeschrauben von Elektroschachtabdeckungen und Bolzenschrauben der Wasserdurchlässe mit Endschalterähnlichen Gerätschaften verbunden und hatten folglich auch eine seperate Anzeige auf der Führungsstelle (FÜST). Bei Wartungsarbeiten konnte man genau verfolgen wo der Trupp gerade war, wenn er sich nicht sowieso gleich meldete. Die Darstellung auf der Karte erfolgte erst unmittelbar vor Grenzöffnung.

                    Kommentar

                    • Thunderhorse
                      Cold Warrior
                      • 09.02.2006
                      • 1968

                      #11
                      Hi Caffee,

                      auf dem Foto ist ein gesicherter Wasserdurchlaß freundwärts abgebildet. Aufnahme stammt aus 1987.
                      Kann man da die zusätzliche Sicherung erkennen?

                      Ist Dir der aufgestockte GSSZ bekannt?
                      GSSZ II mit senkrechten Fiberglasstäben an jedem 3 oder 4 Winkel, mit zusätzlichen 6 Signaldrähten, quergespannt.
                      System: ÜS-1 bzw. ÜS-1/M 3 und EG-6

                      Das Thema zu einem gesonderten Thread machen?

                      TH
                      Angehängte Dateien
                      Zuletzt geändert von Thunderhorse; 09.07.2007, 21:44.

                      Kommentar

                      • Thunderhorse
                        Cold Warrior
                        • 09.02.2006
                        • 1968

                        #12
                        Einer der ersten Holz-BT der Grenzpolizei der DDR.


                        TH
                        Angehängte Dateien

                        Kommentar

                        • BigA
                          Rekrut
                          • 27.01.2008
                          • 10

                          #13
                          Hallo

                          Ich grab hier nochmal rum da ich noch nicht lange hier bin und die Seite für absolut spitze halte und wollte direkt mal fragen ob jemand Pläne von dem Führungsturm hat mit Maßangaben zum Nachbau im Modell .

                          Gruß Alex

                          Kommentar

                          • Thunderhorse
                            Cold Warrior
                            • 09.02.2006
                            • 1968

                            #14
                            Ich meine, da gibt es a bisserl was zu dem Thema.
                            Die Führungspunkte Neu waren alle 4 x 4 m.
                            Bis auf wenige Ausnahmen, es gab auch welche in Stahlbauweise, aus Betonfertigteilen.
                            Etwa 8 m Höhe, ohne Dachgeländer.
                            Dachluke, Geländer und Halterungen für Funkantennen, Windmesser, Suchscheinwerfer.
                            Es gab einen Keller, dort vorhanden Elektroverteileranlage, Notstromaggregat, Schanzzeug, Pumpe für Unterkellerung.
                            Im Erdgeschoss, Eingangsbereich, ein WC und 3 Kleine Räume mit Schaltkästen und Stromversorgung
                            1. Stock, mit 4 Betten, 1 Tisch, 1 Schrank, Stühlen und Elektro-Heizung.
                            Ruheraum der A-Gruppe.
                            2. Stock die Führungsstelle mit Kdr GeSi und 1 Posten.
                            Dort vorhanden:
                            Anzeigegerät ZA 40, Funkgeräte, je nach Ausstattung Serie: UFT oder R, dann auch entsprechende Antennen.
                            Kassettenrecorder, HSS 16, WSG, Arbeitskarte des Kdr. GeSi.
                            Und bis 1984 Anzeigegerät für Anlage 501/701 (Selbstschußanlage SM 70).
                            Leiter zum Dach.

                            Fotos von den FP haste sicherlich!!!
                            Skizzen auch!!

                            TH
                            Zuletzt geändert von Thunderhorse; 05.03.2008, 20:38.

                            Kommentar

                            • BigA
                              Rekrut
                              • 27.01.2008
                              • 10

                              #15
                              Hallo

                              Erstmal danke für die super Antwort was die Skizzen anbelangt da hab ich nichts leider und genügend Fotos werden es wohl auch noch nicht sein zumindest vom Innenraum der Führungsstelle hab ich nichts aber auch rein garnichts .

                              Gruß Alex

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X