G. stellte bei seinen Fahrten zw. Geismar und Wiesenfeld fest dass ca. 4m neben der Straße der Durchlaß des Setzelbach (Verrohrung mit 1m Durchmesser) unter dem GSSZ II befand.
Das Rohr war mit einem Eisengitter mit Schloß gesichert.
Die Vorbereitungen für die Flucht begannen bereits 1 Jahr zuvor.
G. arbeitete nach seiner Wehrdienstzeit bei einer VP-Bereitschaft als Schlosser bei einer LPG in Geismar und war bei Erntearbeiten regelmäßig im Schutzstreifen eingesetzt.
Er war im Besitz eines Passierschein für den Schutzstreifen.
Für das Übersteigen des Grenzzaun fertigte sich G. einen Haken mit Trittstufen und beschaffte sich einen Bolzenschneider und ein Ersatzschloß.
Ca. 1 Woche vor der späteren Flucht deponierte er den Haken und den Bolzenschneider im Bereich der Verrohrung.
Am 01. 10.86 führte er seinen abendlichen Trainingslauf auf der Straße Geismar - Wiesenfeld durch. Mitgeführt wurde ein Ersatzschloß.
Auf Höhe des Wasserdurchlaß erschien ihm an diesem Tag die Gelegenheit zur Flucht günstig.
Mittels des Bolzenschneiders wurde das Schloß durchtrennt. Nach dem Einstieg das Gitter geschlossen und das mitgebrachte Schloß angebracht.
Ohne Alarmauslösung am Signalzaun oder durch Platzeranlagen (R-67) erreichte er den Grenzzaun und überstieg diesen mit der angefertigten Übersteighilfe.
Er meldete sich gegen 19:30 Uhr bei einem Bekannten in Setzelbach.
Nach Verständigung der Polizei wurde er zur GSA Mitte 3 nach Hünfeld gebracht
Nach bekannt werden des Grenzdurchbruch wurde nach Mitternacht am 02.10.1986 durch die Grenztruppe mit Suchmassnahmen begonnen.
Sowohl am 02 als auch am 03.10.86 wurden diese zwischen dem vorderen Sperrelemnt und dem GSSZ II durchgeführt.und die Sperranlagen eingehend kontrolliert.
Offensichtlich konnte das überwinden des GSSZ II zunächst nicht aufgeklärt werden.
Am 21.10.1986 begann in den frühen Morgenstunden eine erneute großangelegte Durchsuchungsaktion im Bereich des Grenzdurchbruch.
Ca. 100 Grenzsoldaten und Zivilisten kamen zum Einsatz.
Auf Grund starker Regenfälle sollte möglicherweise das Gitter an der Verrohrung des Setzelbach geöffnet werden und dabei wurde festgestellt dass das Schloß ausgetauscht wurde.
Erst später wurden durch Sperrgitter durch elektronische Massnahmen und Schallgeber mit Meldelinie zum Führungspunkt der Kompanie bzw. der falls im Abschnitt vorhanden FÜSt Gelände, versehen.
Kommentar