Nato Übung 2024 in Litauen

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  • PI80
    Cold Warrior
    • 07.12.2016
    • 107

    #1

    Nato Übung 2024 in Litauen

    Beitrag aus der Hessenschau vom 08.04.2024 über den Abmarsch aus Schwarzenborn.

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  • Rex Danny
    Administrator
    • 12.06.2008
    • 4377

    #2
    Das ist wieder typisch deutscher Journalismus. In der Überschrift handelt es sich um Soldaten aus Schwarzenborn (macht ach Sinn mit dem Boxer im Hintergrund und dem Jägeremblem auf dem Barrett), im darunterliegenden Text sind es aber Soldaten aus der Kaserne in Stadtallendorf.

    Gibt es eigentlich keine Vorgesetzten mehr in den Verlagen, die vor Veröffentlichung mal querlesen? Peinlicher geht es kaum noch.

    Grüße


    Rex Danny

    Kommentar

    • Hoover
      Cold Warrior
      • 19.12.2013
      • 601

      #3
      Moin,

      heute werden als Teil von Steadfast Defender 24 im Übungsteil "Swift Response" 1.500 Fallschirmjäger im Sprung über 3 LZ abgesetzt, die dann fiktiv einen vom Feind besetzten Flughafen einnehmen sollen.

      Dazu sollen 18 Transportmaschinen aus 5 Ländern eingesetzt werden.

      Macht das heutzutage überhaupt noch einen realen Sinn, mit knapp 20 Transportmaschinen in feindlich besetztem Territorium einzufliegen? Die anzunehmenden Verluste würden ja einen Großteil der Transportkapazitäten in Europa kosten, wenn es schlecht läuft.

      Nur mal so kritisch betrachtet.

      Beste Grüße und Glück ab!

      Frank
      Zuletzt geändert von Hoover; 13.05.2024, 16:00. Grund: Ergänzung
      "Damals, als ich in meinem Alter war..."

      Kommentar

      • tannenzapfen
        Cold Warrior
        • 25.01.2022
        • 448

        #4
        Es wird wohl stark darauf ankommen, was man für Annahmen an die SEAD/DEAD-Kampagne davor trifft. Kann die eigene Luftwaffe die Luftverteidigung des Gegners niederhalten? Im vorliegenden Übungsszenario wahrscheinlich schon, denn:

        Die Annahme für die Übung lautet, dass angreifende Soldaten bereits in Rumänien sind. »Dieser Gegner ist durch die rumänischen Kräfte zum Halten gebracht worden. Es ist allerdings dem Gegner gelungen, im Rahmen einer Luftlandeoperation einen Flughafen zu nehmen – als Voraussetzung für seine weiteren Operationen«, sagte Generalmajor Dirk Faust, Kommandeur der Division Schnelle Kräfte (DSK), vor der Übung. »Unser Auftrag wird es sein, jetzt mit unseren eigenen Kräften diesen Flugplatz zurückzugewinnen.«
        (https://www.spiegel.de/ausland/rumae...9-0306de5c3847)

        Es geht also darum, einen im eigenen Rückraum von feindlichen Fallschirmjägern genommenen Flugplatz zurückzuerobern-die gegnerische Luftverteidigung sollte also recht schwach ausgeprägt sein. Bei einem eigenen Angriff im feindlichen Rückraum wäre das sicher anders. Fairerweise betrifft das die übenden Fallschirmjäger allerdings weniger, sondern wäre wahrscheinlich eher die Frage für eine Übung der NATO-Luftwaffen.

        Kommentar

        • Nemere
          Cold Warrior
          • 12.06.2008
          • 2880

          #5
          Wie tannenzapfen richtig feststellte, müsste man die gesamte Übungsanlage, vor allem die vollständige Ausgangslage / Feindlage kennen, um diesen Einsatz beurteilen zu können.
          Interessant wäre vor allem die Frage, was hier die NATO dazu zwingt, einen Sprungeinsatz im eigenen Hinterland (!) durchzuführen. Das macht man doch nur, wenn es keine weniger aufwendigen Möglichkeiten gibt. Warum war keine Verlegung der Fallschirmjäger im Landmarsch möglich?
          Hier wäre die Raum-Zeit-Berechnung und die Abwägung der Handlungsmöglichkeiten interessant: Zu betrachten wäre, wie lange dauert die Vorbereitung des Sprungeinsatzes im Vergleich mit einem Landmarsch? Wie sind die Erfolgsaussichten beider Möglichkeiten?
          Bei einem Sprungeinsatz können zunächst nur wenige bis gar keine schweren Waffen mitgeführt werden, die Ausstattung mit Munition, Kampfmitteln, Pioniermaterial usw. bleibt bei dieser Einsatzform zunächst auch erst mal bescheiden.

          Aber wahrscheinlich hat hier der CNN-Effekt wieder eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung für den Sprungeinsatz gespielt. Es macht sich natürlich vor den versammelten Journalisten hervorragend, wenn 1500 Fallschirme vom Himmel schweben. Über den Sinn solcher Einsätze wird dann nicht mehr geredet.

          Kommentar

          • tannenzapfen
            Cold Warrior
            • 25.01.2022
            • 448

            #6
            Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
            Interessant wäre vor allem die Frage, was hier die NATO dazu zwingt, einen Sprungeinsatz im eigenen Hinterland (!) durchzuführen. Das macht man doch nur, wenn es keine weniger aufwendigen Möglichkeiten gibt. Warum war keine Verlegung der Fallschirmjäger im Landmarsch möglich?
            Mein Tipp wäre ja, dass man einerseits ein klares Bündnisverteidigungsszenario üben wollte (also kein "wir nehmen einen Flugplatz irgendwo in Lampukistan, um dann eine Evakuierung durchzuführen"), andererseits aber auch nicht zu forsch oder offensiv auftreten wollte ("Wir nehmen einen Flugplatz in Russland"), um der russischen Propaganda keine weiteren Angriffspunkte zu geben.

            Kommentar

            • Nemere
              Cold Warrior
              • 12.06.2008
              • 2880

              #7
              Natürlich kann es solche politischen Spitzfindigkeiten geben.
              Das erklärt aber nicht, warum man im eigenen Machtbereich einen - aufwendig vorzubereitenden - Sprungeinsatz durchführen muss, der mit Sicherheit aufgrund der begrenzten Unterstützungsmöglichkeiten weniger aussichtsreich ist, als der Ansatz der gleichen Kräfte im Landmarsch.
              Kann natürlich auch sein, dass die Fallschirmjägereinheiten noch am ehesten präsentabel sind, als irgendwelche gepanzerten Kampftruppen der Bundeswehe, die sich ihre Fahrzeuge / Panzer aus einer Vielzahl anderer Einheiten zusammensuchen mussten. (Ironie aus).

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              • tannenzapfen
                Cold Warrior
                • 25.01.2022
                • 448

                #8
                Ah, ich glaube da haben wir uns missverstanden. Ich denke, dass die Luftlandetruppe hier eigentlich einen für sie "typischen" Auftrag übt: Nehmen eines Flugplatzes im Rücken des Feindes. Nur will man das so nicht kommunizieren, sondern verlegt das dann halt sozusagen 150 Kilometer ins eigene Gebiet, damit es weniger aggressiv aussieht und man den Wagenknechts der Welt keine weitere Munition gibt.

                Im Rahmen von "Steadfast Defender" waren schon auch schwerere Truppenteile der Bundeswehr im Einsatz, zum Beispiel das Jägerbataillon 1 https://www.youtube.com/watch?v=Bfub9IRJ-Ik oder die Brückenpioniere https://www.youtube.com/watch?v=EI5Xay-TwnY

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                • Malefiz
                  Cold Warrior
                  • 22.12.2010
                  • 384

                  #9
                  Ich finde den Einwand von Hoover brechtigt. Der letzte Einsatz dieser Art im wahren Leben dürfte der Versuch der Einnahme des Flughafens von Kiew gewesen sein, zu Beginn dieses Krieges. Das ging völlig in die Hose. Ein Teil der Truppen wurde mitsamt Flugzeug abgeschossen. Vielleicht haben die Ukrainer sogar vorher gewusst, dass da wer kommt. Opertion Market Garden lief nur unwesentlich besser.
                  Man braucht halt noch Kampftruppen mit schwerem Gerät, um die Luftlandetruppen schließlich zu entsetzen.
                  Ob das Ergebnis den Aufwand recht fertigt? CNN Effekt finde ich gut. Vielleicht hat Putin solchen Bildern vertraut bevor er die Speznaz losschickte.

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                  • tannenzapfen
                    Cold Warrior
                    • 25.01.2022
                    • 448

                    #10
                    Ich habe auf Twitter mal den Witz eines Fallschirmjägeroffiziers gelesen: "Wie nennt man einen Fallschirmjäger, der drei Tage lang nicht entsetzt wurde? Kriegsgefangener!"

                    Ich denke, eine Luftlandeoperation im Rücken des Feindes ist weiterhin ein Szenario, das für die Luftlandetruppen der NATO relevant ist, aber es kommt meinem Verständnis nach wesentlich auf drei Elemente an:
                    - Aufklärung im Vorfeld (in den Bereistellungsraum eines SS-Panzerkorps zu springen ist denkbar schlecht)
                    - Luftunterstützung, sowohl im Vorfeld zur Niederhaltung der gegnerischen Luftverteidigung und danach in Form von Luftnahunterstützung- deswegen mein Hinweis auf die Frage nach SEAD/DEAD. Das amerikanische Handbuch sagt dazu, dass zumindest eine lokale Luftüberlegenheit hergestellt werden muss, idealerweise zusätzlich noch Gefechtsfeldabriegelung im Umfeld des Operationsgebietes der Luftlandeoperation.
                    - Das schnelle Heranführen von Folgekräften

                    Bei Hostomel fehlte es vor allem an Punkt zwei und drei, allerdings hatte man wahrscheinlich auch die Reaktionszeit der Ukrainer unterschätzt. Daraus abzuleiten, dass solche Operationen für die Fallschirmjäger nicht mehr relevant sind, ist in meinen Augen aber "a bridge too far" ;-) Sowohl Hostomel als auch Market Garden zeigen ja auch, welch hohes operatives und strategisches Potential eine Luftlandeoperation haben kann. Die Frage ist dann, ob die drei Bedingungen hergestellt werden können- aber das ist ja nicht die Aufgabe der Fallschirmjäger. Die müssen das Ziel nehmen und hoffen, dass die anderen Teile auch ihre Arbeit machen.

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                    • Malefiz
                      Cold Warrior
                      • 22.12.2010
                      • 384

                      #11
                      Zitat von tannenzapfen Beitrag anzeigen
                      Sowohl Hostomel als auch Market Garden zeigen ja auch, welch hohes operatives und strategisches Potential eine Luftlandeoperation haben kann. Die Frage ist dann, ob die drei Bedingungen hergestellt werden können- aber das ist ja nicht die Aufgabe der Fallschirmjäger. Die müssen das Ziel nehmen und hoffen, dass die anderen Teile auch ihre Arbeit machen.
                      Potential ist schön gesagt.

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