So erfreulich diese Aussage ist, wird man doch nicht im Handumdrehen die ganzen überhastet zerschlagenen Strukturen wieder aufbauen können, die zu einer stärker einsetzbaren Armee gehören, nur einige wenige Punkte dazu:
- Die Wehrpflicht wurde ausgesetzt, es gibt kaum personelle Reserven, wahrscheinlich gibt es nicht mal mehr eine funktionerende Erfassung.
- Der ganze Unterbau des Territorialheeres wurde aufgelöst, die Streitkräftebasis ersetzt das nicht. Sicherungs- und Sanitätstruppen fehlen nahezu völlig, eine leistungsfähige Anschlußversorgung für eine "konventionelle Kriegführung" erkenne ich auch nirgends. Die Logistiktruppen sind vor allem auf "out of area" getrimmt, aber nicht für die Versorgung in Mitteleuropa.
- Alarmpläme sind allenfalls rudimentär vorhanden, von einer funktionierenden Verkehrsführung ganz zu schweigen. Wenn in den letzten Jahren mal zwei Bataillone gleichzeit ausrückten, galt das schon als Großmanöver.
- Zusammenarbeit mit der Bundesbahn: Fehlanzeige, Bahntransporte sind nicht vorgeplant.
- Vorräte an Versorgungsgütern: nicht ausreichend, auf wenige Depots konzentriert.
- Die Problematik, das der Leopard 2 auch so langsam an seine Nutzungsgrenze kommen dürfte. Grundkonstruktion abgeschlossen 1977, eingeführt ab 1979, letztes Baulos nach meinem Kenntnisstand 1989. Auch wenn vielleicht noch die eine oder andere Verbesserung vorgenommen wurde. sind auch die jüngsten Fahrzeuge deutlich über 30 Jahre alt.
- Manche Truppengattungen verschwanden, ohne das deren Aufgaben bisher adäquat ersetzt wurden - Bsp. Heeresflugabwehr.
- Andere Truppengattungen wurden zu Tote geschrumpft, wie die Artillerietruppe. Von über 80 Bataillonen sind gerademal 4 übriggeblieben (ein Zwanzigstel).
Grüße
Jörg
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