Diese Immobilie ist unverwüstlich. Drei Meter dicke Betonwände, alle Räume unterirdisch, 14 Etagen, 60 Meter tief, und natürlich atombombensicher. Und sie ist vielseitig verwendbar: als Eigentumswohnung, Firmensitz oder Gruppenheim. Zu jeder Wohneinheit wird auf jeden Fall ein Fünf-Jahres-Proviantpaket gefriergetrockneter Dauerkost geliefert.
Geplante Fertigstellung: März 2011. Preis: 1,75 Millionen Dollar pro Etage (Platz für zehn Personen).
"Wir haben mehrere Interessenten", behauptet Ingenieur Larry Hall, der Projektentwickler, auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Drei Einheiten seien bereits verkauft. Hauptsächlich dürften Armageddon-Jünger Interesse an dem Überlebensbunker haben. Natürlich nimmt Hall deshalb nur Bargeld - Hypotheken sind sinnlos für jemanden, der seine Wohnbedürfnisse auf das, nun ja, baldige Ende der Welt ausrichtet.
Arche Noah für Paranoide
Bei der Immobilie handelt es sich um ein altes Atomraketensilo im US-Bundesstaat Kansas, Baujahr 1960. Damals, während des Kalten Krieges, wartete in den düsteren Katakomben eine Atlas-F-Interkontinentalrakete auf ihren Einsatz - zu dem es glücklicherweise nie kam.
Die Atlas F wurde schon fünf Jahre später wieder ausgemustert, wie die anderen Geschosse ihrer Generation. Ihre Stützpunkte aber - die wohl widerstandsfähigsten Bauwerke der Welt - stehen bis heute leer.
Larry Hall, der in Florida lebt, kaufte sich im vergangenen Jahr besagtes Silo in Kansas. Er will die 600 Tonnen Stahlbeton zur Luxuszuflucht für die Ewigkeit umbauen, zu einer Art Arche Noah für Paranoide. Mit einer Infrastruktur für bis zu 50 Menschen, die sich "mehr als fünf Jahre lang komplett ausklinken wollen". Inklusive eigener Strom- und Wasserversorgung, Swimmingpool, Heimkino, Sportstudio, Bibliothek, Arztpraxis und Kneipe.
Man weiß ja nie, woher die Gefahr kommen könnte: "Wirtschaftlicher Kollaps, Seuchen, Terror, Klimawandel, Supervulkane, Erdbeben, Tsunamis, Sonneneruption, Pol-Verschiebung." In Halls "Survival Condo" lässt sich all das bestens aussitzen - mit Geschmack und Stil.
...weiter...
Kommentar