Schöner Wohnen im Atomsilo

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  • Harry (†)
    In Memoriam
    • 14.07.2005
    • 1232

    #1

    Schöner Wohnen im Atomsilo

    Obama will abrüsten. Doch was passiert mit den alten Atombunkern und Raketensilos? Dutzende Anlagen stehen schon jetzt leer und werden nun auf die kurioseste Weise neu genutzt: als Wohnung, als Schule - oder als Drogenlabor.

    Diese Immobilie ist unverwüstlich. Drei Meter dicke Betonwände, alle Räume unterirdisch, 14 Etagen, 60 Meter tief, und natürlich atombombensicher. Und sie ist vielseitig verwendbar: als Eigentumswohnung, Firmensitz oder Gruppenheim. Zu jeder Wohneinheit wird auf jeden Fall ein Fünf-Jahres-Proviantpaket gefriergetrockneter Dauerkost geliefert.

    Geplante Fertigstellung: März 2011. Preis: 1,75 Millionen Dollar pro Etage (Platz für zehn Personen).


    "Wir haben mehrere Interessenten", behauptet Ingenieur Larry Hall, der Projektentwickler, auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Drei Einheiten seien bereits verkauft. Hauptsächlich dürften Armageddon-Jünger Interesse an dem Überlebensbunker haben. Natürlich nimmt Hall deshalb nur Bargeld - Hypotheken sind sinnlos für jemanden, der seine Wohnbedürfnisse auf das, nun ja, baldige Ende der Welt ausrichtet.

    Arche Noah für Paranoide

    Bei der Immobilie handelt es sich um ein altes Atomraketensilo im US-Bundesstaat Kansas, Baujahr 1960. Damals, während des Kalten Krieges, wartete in den düsteren Katakomben eine Atlas-F-Interkontinentalrakete auf ihren Einsatz - zu dem es glücklicherweise nie kam.

    Die Atlas F wurde schon fünf Jahre später wieder ausgemustert, wie die anderen Geschosse ihrer Generation. Ihre Stützpunkte aber - die wohl widerstandsfähigsten Bauwerke der Welt - stehen bis heute leer.

    Larry Hall, der in Florida lebt, kaufte sich im vergangenen Jahr besagtes Silo in Kansas. Er will die 600 Tonnen Stahlbeton zur Luxuszuflucht für die Ewigkeit umbauen, zu einer Art Arche Noah für Paranoide. Mit einer Infrastruktur für bis zu 50 Menschen, die sich "mehr als fünf Jahre lang komplett ausklinken wollen". Inklusive eigener Strom- und Wasserversorgung, Swimmingpool, Heimkino, Sportstudio, Bibliothek, Arztpraxis und Kneipe.

    Man weiß ja nie, woher die Gefahr kommen könnte: "Wirtschaftlicher Kollaps, Seuchen, Terror, Klimawandel, Supervulkane, Erdbeben, Tsunamis, Sonneneruption, Pol-Verschiebung." In Halls "Survival Condo" lässt sich all das bestens aussitzen - mit Geschmack und Stil.

    ...weiter...
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    Der liebe Harry
  • Betonkopf
    Warrior
    • 14.09.2008
    • 74

    #2
    Das mit dem Wohnen im Atomsilo habe ich schon vor Jahren bei Lostplaces gefunden.
    Ist das beim Spiegel jetzt was neues?

    Kommentar

    • suedbaden
      Cold Warrior
      • 06.01.2008
      • 296

      #3
      Nee, neu ist es nicht. Aber handelt sich um eine Reportage, die durch den Atomgipfel eine gewisse Aktualität hat. Ich finde sie eigentlich ganz nett. Und sie bringt dem Leser, der sich sonst nicht mit dem Kalten Krieg beschäftigt, den Wahnsinn der Atomrüstung auf interessante Weise näher. (OK, man könnte natürlich auch über die deutschen SAS schreiben...)

      Kommentar

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