Kommandeur Zentrum Innere Führung wegen sexueller Belästigung von seinen Aufgaben entbunden

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  • tannenzapfen
    Cold Warrior
    • 25.01.2022
    • 446

    #16
    Langer Artikel in der NZZ zum Thema, leider hinter Bezahlschranke:
    Der deutsche Generalmajor Markus Kurczyk soll einen Soldaten sexuell belästigt haben. Vor wenigen Tagen hat ihn Verteidigungsminister Boris Pistorius entlassen. Nun bricht der Offizier sein Schweigen – und übt massive Kritik an seinem Dienstherrn.


    Vorgewurfen wird ihm weder Trunkenheit noch ein kolportierter Kuss auf den Mund, sondern zwei Küsse auf die Wange und Schläge auf das Hinterteil. Das mutmaßliche Opfer soll ein jüngerer Offizier sein. Kurczyk sagt, man habe sich lediglich freundschaftlich umarmt: "Erwachsene Männer, freundliche Umarmung, warme Umarmung, die Kameradschaft und Respekt vermittelt": "Er sei von der Stimmung an dem Abend ergriffen gewesen, von den Begegnungen mit den vielen Versehrten. Er habe sich an seine Einsätze in Afghanistan erinnert, an schlimme Erlebnisse, er habe geweint, so wie viele andere Soldaten auch."

    Die NZZ hat versucht, den mutmaßlich belästigten Offizier zu kontaktieren. Dieser wollte sich allerdings, mit Verweis auf das laufende Verfahren, nicht äußern. Von mehreren möglichen Zeugen wollte sich nur einer anonym gegenüber der Zeitung äußern: "Was da in einigen Medien beschrieben worden sei, habe er nicht wahrgenommen, sagt er."
    Über Kurczyk selbst schreibt die Zeitung:
    "[Er] wirkt äusserlich ruhig, doch er wiederholt mehrmals seine Aussage, er habe vierzig Jahre lang gedient, ohne dass er sich etwas zuschulden habe kommen lassen. Statt ihm Rückendeckung zu geben, habe man ihn in Berlin fallengelassen: «Das Verteidigungsministerium hat mich zum Spielball von verantwortungslosen Hinweisgebern und skandalsuchenden Redakteuren gemacht.»" Pistorius habe ihn mit dem Verweis auf fehlendes Vertrauen in den Ruhestand geschickt, ohne das Ergebnis der Untersuchung abzuwarten.

    Eine sehr undurchsichtige Geschichte. Unschön am NZZ-Artikel ist allerdings, dass er den Namen des mutmaßlichen Opfers sehr offensichtlich macht. Dies hätte man auch anders lösen können, und hätte die durchaus relevante Information, dass das mutmaßliche Opfer sich für die Belange von homo-, bi-, trans- und interesexuellen Soldaten einsetzt, auch anders anbringen können als durch die Quasi-Offenlegung des Namens. Ich habe den Namen deswegen in meiner Zusammenfassung nicht erwähnt.
    Zuletzt geändert von tannenzapfen; 22.10.2023, 16:34.

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    • Malefiz
      Cold Warrior
      • 22.12.2010
      • 384

      #17
      Karriere beendet. Vielleicht gibts dann irgendwann noch einen Zapfenstreich, wie bei Kießling. Der Mann kämpft ja, wenn er sich an die Öffentlichkeit, eine Zeitung wendet. Die NZZ ist vielleicht keine schlechte Wahl. Ich konnte den Artikel noch ohne Bezahlschranke lesen.

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      • spanier
        Rekrut
        • 29.07.2009
        • 44

        #18
        @tannenzapfen
        Ich finde es nicht "Unschön" am NZZ-Artikel, dass der Name des mutmasslichen Opfers genannt wird.
        Denn wenn ich mir das Interview in der NZZ genau durchlese, dann kann für mich noch nicht entscheiden, wer Opfer und wer Täter ist.
        Die Affäre "Rammstein" lässt grüssen,...Vorverurteilungen ohne Ende.

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        • tannenzapfen
          Cold Warrior
          • 25.01.2022
          • 446

          #19
          Das liegt aber hier vor allem am Ministerium, das schnell geschossen hat und direkt an die Öffentlichkeit gegangen ist, und ist nicht die Schuld des Opfers. Deswegen sehe ich nicht, weswegen die Anonymität des Opfers verletzt werden sollte.
          Zuletzt geändert von tannenzapfen; 23.10.2023, 08:48.

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          • Rex Danny
            Administrator
            • 12.06.2008
            • 4377

            #20
            Ich würde vorschlagen, daß wir vom "angeblichen Opfer" sprechen, denn weiter oben wurde gepostet, daß zumindest ein Zeuge, der wohl vom "angeblichen Opfer" benannt worden sein dürfte, die vorgebrachten Anschuldigungen so nicht beobachtet habe bzw. diese so nicht bestätigen könne.

            In der heutigen Zeit ist es leider so, daß man mit diesem Thema jeden loswerden kann, den man nicht mag. Man braucht als "angebliches Opfer" einfach nur irgendetwas Sexuelles behaupten und schon hat der "angebliche Täter" riesige Probleme, da niemand an Vorgesetzten genug Rückgrat hat, erst einmal unvoreingenommen den Sachverhalt zu betrachten. Er könnte ja sonst mit dem "Täter" in einen Pott geschmissen werden und dann wird behauptet, daß die "Opfer" nicht ernst genommen werden.

            Manchmal hat man schon den Eindruck, wir würden uns im Mittelalter befinden. Damals nannte man es "Hexenjagd". Und da pflichte ich Spanier zu....Rammstein läßt grüßen.

            Grüße


            Rex Danny

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            • Nemere
              Cold Warrior
              • 12.06.2008
              • 2878

              #21
              Man sollte eigentlich meinen, die militärische Führung hätte aus dem Fall Kießling etwas gelernt. Das scheint aber nicht der Fall zu sein.

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              • wernerg
                Rekrut
                • 09.03.2012
                • 19

                #22
                Der deutsche Generalmajor Markus Kurczyk soll einen Soldaten sexuell belästigt haben. Vor wenigen Tagen hat ihn Verteidigungsminister Boris Pistorius entlassen. Nun bricht der Offizier sein Schweigen – und übt massive Kritik an seinem Dienstherrn.

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                • tannenzapfen
                  Cold Warrior
                  • 25.01.2022
                  • 446

                  #23
                  Heute ist ein Artikel in der SZ, allerdings konnte ich ihn leider nicht lesen:
                  Nach Vorwürfen sexueller Belästigung wurde ein Zwei-Sterne-General in den Ruhestand versetzt. Zu Recht? Recherchen der Süddeutschen Zeitung werfen neue Fragen auf.

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