EPA von 1969

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  • Nemere
    Cold Warrior
    • 12.06.2008
    • 2880

    #1

    EPA von 1969

    Bei Ebay wurde vor kurzem eine EPA aus dem Jahre 1969 angeboten. Der Inhalt hat natürlich in fünfzig Jahren etwas gelitten und unterscheidet sich doch etwas von den späteren Ausführungen.

    Der Erbseneintopf in einer 500 Gramm Weißblechdose brannte im Kochgeschirr selbst unter Beifügung von viel Margarine regelmäßig an. Der Versuch, die geöffnete Büchse direkt auf dem Esbitkocher anzuwärmen, ging erst recht schief. Das Vernünftigste war, etwas Wasser beizufügen und den Erbseneintopf zu einer dicken Suppe zu verwandeln. Ich habe mir damals angewöhnt, immer einige Bouillon-/Fleischbrühwürfel in der ansonsten ja kaum mehr verwendeten Brotaufstrichdose mitzuführen, damit konnte man entsprechend nachwürzen.
    Warmmachen der Konserve in heißem Wasser klappte nicht, weil die geschlossene Büchse nicht in das Kochgeschirr passte. Wenn ein Truppkocher mit dem entsprechenden Kochtopfsatz verfügbar war, konnte man dagegen diese Variante verwenden.
    Damals gab es auch nur ein Hauptgericht in der EPA, dafür aber zwei Tuben Marmelade und zwei größere Büchsen mit Schweinefleisch und Wurst.

    Warum man die Leberwurst aus Norwegen bezog, bleibt wahrscheinlich auch ein ewiges Geheimnis der Beschaffungsstellen.
    Das „Apfelpreiselbeerpulver“ zum Selbstanrühren eines Desserts war auch nicht der Weisheit letzter Schluß, weil meistens dafür kein geeignetes Gefäß verfügbar war.
    Statt der Hartkekse gab es noch in Folie verpacktes Dauerbrot, das wegen seines fragwürdigen Geschmacks meistens ungenutzt blieb, da zur EPA damals auch noch Dosenbrot gehörte. Das war eine Art Pumpernickel, der recht gut war.

    Diese Art EPA mit den Weißblechdosen kenne ich noch aus den Zeiten von Grundausbildung und Unteroffizierlehrgang zwischen 1976 und 1977. Die Alu-Verpackungen kamen erst nach 1980 auf
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  • allrad
    Cold Warrior
    • 10.02.2014
    • 156

    #2
    Vielen Dank, habe ich so noch nie gesehen. Vom Text hatte ich zunächst die Idee, beim Dauerbrot handele es sich um das Brot aus dem Friedensbetriebeiner Feldbäckerei. Anhand des Bildes ist es aber doch eher aus der Industrie beschafft.

    Kommentar

    • Nemere
      Cold Warrior
      • 12.06.2008
      • 2880

      #3
      Zitat von allrad Beitrag anzeigen
      ...Brot aus dem Friedensbetriebeiner Feldbäckerei...
      Von den Feldbäckereien der Wehrbereichsverpflegungsämter kam das klassische Kommissbrot, Laibe mit quadratischen Querschnitt, entweder mit 500 oder 1000 Gramm, eingeschweisst in Kunststoff.
      Zur einer EPA gehörten normalerweise 500 Gramm Brot, entweder eines dieser Kommissbrote oder das Dosenbrot. Dieses wiederum war in 500 Gramm Konservenbüchsen verpackt und kam entweder von der Industrie oder aber auch von den Bäckereien der Wehrbereichsverpflegungsämter. Bilder anbei.

      Da ich oben die Truppkocher erwähnt habe und wahrscheinlich nicht mehr alle diese Geräte kennen, noch ein paar Worte dazu und einige Bilder. Das waren aufklappbare Kocher, die je nach Ausführung mit Benzin oder Petroleum, die neueren Ausführungen auch mit Diesel betrieben werden konnten. Dazu gehörte ein großer Kochtopf. Der Truppkocher war vorgesehen für Teileinheiten, die absehbar nicht regelmäßig mit Verpflegung aus der Feldküche versorgt werden konnten - Spähtrupps der Panzeraufklärer, abgesetzte Fernmeldetrupps (z.B. im AUTOKO-System) und eben auch Feldjäger im Verkehrsleitnetz. Entweder waren diese Kocher in der StAN der jeweiligen Teileinheit enthalten oder die Bataillone hatten im StAN-Teil VI B solche Kocher, die dann nach Bedarf ausgegeben wurden.
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