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habe ich grade bei Schmidt-Eenboom gelesen, dieses Zitat aus
U.S. Government Printing Office, hearings on H.R. 1816, Washington 1983, S.340
darin sagt ein Mitarbeiter des Pentagons in einem Hearing vor dem Repräsentantenhaus folgendes:
" Deutschlands zivile Infrastruktur, das sind Transportsysteme, Versorgungsanlagen, Fernstraßen, Schienenwege usw. sind mehr unter dem Gesichtspunkt für Kriegszeiten als für Friedenszeiten geplant und gebaut [...]"
Für welche Zeit soll diese Aussage gelten? Wenn er die Zeit vor dem 2. Weltkrieg meint, könnte er ja bedingt Recht haben, wenn man an die Autobahnen und an einige wenige in dieser Zeit gebauten Bahnlinien denkt.
Wahrscheinlich meint er aber eher die Zeit, aus der das Zitat stammt (1983), und dann halte ich diese Aussage für Blödsinn. Das Autobahnnetz entsprach zu dieser Zeit in seinen Hauptzügen immer noch den Planungen aus dem 3. Reich und die verteidigungspolitische Lage war zu Anfang der 80er Jahre doch ganz anders als in den 30er Jahren. Also hätte das Autobahnnetz aus taktischer Sicht wenig Nutzen gehabt. Wenn man sich die Verteidigungsszenarien für West-Deutschland dieser Zeit ansieht, so gab es mehrere Verteidigungslinien, die in etwa parallel zur Grenze zum Ostblock hin in Nord-Süd-Richtung verlaufen. Und wenn ich mir nun das Autobahnnetz anschaue, sehe ich nicht wie das hätte irgendwie vorteilhaft sein sollen.
Ja, das deutsche Autobahnnetz war Anfang der 80er Jahre schon gut ausgebaut. Weil man ohne die Autobahnen den Individualverkehr in und zwischen den Ballungszentren schlecht in den Griff bekommen hätte. Dass auf Autobahnen auch Panzer und Truppentransporte rollen können, kann man aber nicht als eigentlichen Grund für den Bau der Autobahnen aufführen. Wie gesagt, in den 30er Jahren war das noch anders.
Straßen kleiner als Autobahnen kann er wohl nicht gemeint haben, denn überall auf der Welt sind in dicht besiedelten Gebieten, wie es in Deutschland der Fall ist, Ortschaften kreuz und quer mit Straßen verbunden.
Die Bahnlinien folgen meist Vorgaben, die sich aus der Geografie ergeben. Die großen Bahnlinien verbinden Städte, die seit Jahrhunderten gewachsen sind, und zwar ohne dass die mittelalterlichen Stadtplaner daran gedacht haben wie die Landesverteidigung im 20. Jahrhundert aussieht.
Also ich halte nicht viel von dieser Aussage ...
Und deshalb ... äh ... haben wir uns dazu entschlossen, heute ... äh ... eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, ... äh ... über Grenzübergangspunkte der DDR ... äh ... auszureisen. G.Schabowski, 9.11.1989
Manches muß man sicher auch etwas weiter sehen. Eventuell ist es auch unter dem Gesichtspunkt formuliert worden, das "der Deutsche" bei allen Planungen immer sehr exakt und möglichst alles bedenkend vorgegegangen ist. So das letzlich auch bei der Planung und Organisierung ziviler Infrastruktur eine mögliche militärische Nutzung vorausschauend mit bedacht war. Ohne das ganz zielgerichtet auf einen bestimmten militärischen Ernstfall vorbereitet wird. Und im Sinne von "in der Übertreibung liegt die Anschaulichkeit" hat es der Pentagonist etwas übertrieben formuliert.
Für 1983 trifft es eventuell sogar noch ziemlich unmittelbar zu. Vielleicht überprüfen wir einfach einmal die miltärische Passfähigkeit der zivilen Infrastruktur der damaligen Zeit in die Planungen für den Ernstfall. So ich weiß wurde manches gar bei Manövern geprobt.
In Deutschland ist die Infrastruktur generell gut ausgebaut, vielleicht ist Deutschland sogar das Land mit der am besten ausgebautesten Infrastruktur überhaupt. Und was man im Zivilleben nutzen kann, kann man natürlich auch militärisch nutzen, besonders dann wenn wie FEK schon schreibt die eventuelle militärische Nutzung bei den Planungen schon berücksichtigt wurde.
Es gibt sicherlich auch Teile der Infrastruktur, die primär zu militärischen Zwecken gebaut wurden und von der zivilen Allgemeinheit mitbenutzt werden, ohne dass es selbiger gleich bewusst wird. Mir fallen im Moment keine Beispiele ein. Wer weiß etwas?
Wie z.B. das GPS, das freilich keine deutsche Angelegenheit ist ...
Und deshalb ... äh ... haben wir uns dazu entschlossen, heute ... äh ... eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, ... äh ... über Grenzübergangspunkte der DDR ... äh ... auszureisen. G.Schabowski, 9.11.1989
Hallo.
Zitat von Erich Schmidt Eenboom aus dem Film "Strassen zum Krieg" von Hans-Rüdiger Minow, WDR 1990: "Bei allen zivilen Strassenbauvorhaben beteiligen die Planungsbehörden militärische Dienststellen beim Bau der Strasse. Das heißt, die Militärs bestimmen, wenn die Strasse von militärischem Interesse ist über Fahrbahnbreite, Kurvenradien, Tragfähigkeit und dergleichen. In einem vergleichbaren Landkreis (Anm. im Film geht es um den Oberbergischen Kreis) sind von 1980 bis 1987 40% aller Strassenbaumittel aus militärischen Töpfen geflossen."
In diesem Film werden keine Autobahnen angesprochen. Es geht in erster Linie um Landstrassen. Ein schönes Beispiel wird hier unter anderem gezeigt anhand der Stasse vom Autobahnanschluß Reichshof/Bergneustadt über die völlig überdimensionierten B256 auf die L344 über Erdingen zum ehem. Luftwaffenmunitionsdepot 82. Hinter Erdingen endet diese Ausbaustrecke urplötzlich (im Wald dahinter befindet sich das Mundepot) und die Strasse bekommt wieder zivile Maße. (siehe Bild)
Hat vielleicht jemand die Nato Strassen und Brückenkarte aus der Zeit der 70er-80er Jahre. Da sind alle Strassen von mil. Nutzen eingetragen.
Grüsse,
Christoph
sind von 1980 bis 1987 40% aller Strassenbaumittel aus militärischen Töpfen geflossen."
Hammerhart .... hätte ich niemals gedacht dass sich das Militär bzw. der Verteidigungshaushalt in diesem Ausmaß am Straßenbau beteiligt (hat).
Aber: Zahlen sind schnell in den Raum geworfen, ist halt die Frage ob das auch der Wahrheit entspricht. Ist dieser Herr Schmidt-Eenboom denn generell als seriös einzustufen? Hab gestern (als ich das Posting von taupe gelesen habe) zum ersten mal diesen Namen gehört.
Und deshalb ... äh ... haben wir uns dazu entschlossen, heute ... äh ... eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, ... äh ... über Grenzübergangspunkte der DDR ... äh ... auszureisen. G.Schabowski, 9.11.1989
Schmidt-Eenboom halte ich durchaus für seriös, wenn ich mich nicht täusche wurde er gestern in irgendeinem Zusammenhang in der Tagesschau zitiert.
Er gilt gemeinhin als Experte für Nachrichtendienste und stand auch denke ich in einem Zusammenhang mit dem Friedensforschungsinstitut, das hinter dem Mil-Atlas steht.
Ansonsten hab ich mir grade drei Bücher von ihm betreffend DA und Umgebung, Wiesbaden etc. ausgeliehen, in denen er die militärischen Strukturen analysiert (1989!). Hochinteressant - für 30 Seiten Gutachten hat er grade mal an die 200 durchweg glaubhafte Quellen recherchiert. So findet sich kaum eine Aussage, die nicht durch Quellen belegt werden kann.
Das mit den 40% muss man aber sicher relativ sehen. Im LK DA ist es weniger. Das schwankt schon mal regional.
Übrigens, das Militärstraßennetz gibt es noch heute und noch heute ist es theoretisch Verschlußsache.
Er ist schon ein dubioser Typ. Ehemals Hauptmann bei der Bundeswehr, um dann zur linken Friedensbewegung zu wechseln, findet man im Netz auch Stimmen, die Ihn mittlerweile zur rechten Szene zuordnen. Er hat übrigens seinerzeit an Alfred Mechtersheimers (auch sehr dubios) Militarisierungsatlas mitgewirkt.
40% hin oder her. Es wird schon ein enormer Anteil gewesen sein.
Grüsse,
Christoph
Naja. Also nur weil jemand aus dem Militärischen Bereich in die Friedensbewegung geht ist das ja nicht dubios. Und im Netz findet man über fast jeden alle Ansichten von Schwerverbrecher bis Heiliger.
Der MilAtlas entstand damals schon nach "bestem Wissen". Es wurde der Fehler gemacht, "jede" Info aufzugreifen. Aber ein abklären ist schwierig, wie will man auch feststellen ob etwas bspw. nur ein Mun oder ein AWaffendepot ist.
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