Das Veteranenabzeichen ist heute auch bei mir eingetroffen. Ich hatte es mir aus zwei Gründen „bestellt“:
1. Interessierte mich die Aufmachung des Abzeichens
2. Interessierte mich die Art der Übergabe
Das Abzeichen kam in einem offenem Brief, verschlossen lediglich durch zwei Musterbeutelklammern, auf dem Umschlag fehlte nur noch der Stempel „Warensendung“ oder „Muster“. Wenn ich mich recht an meine Kinder- und Jugendzeit erinnere, stand früher auf Sendungen, die mit solchen Klammern verschlossen, sogar „Muster ohne Wert“.
Dabei lag ein allgemein gehaltenes Anschreiben ohne jeden Bezug zu mir.
Das mindeste, was ich erwartet hätte, wäre ein persönlich gehaltenes Anschreiben mit Anschrift und Anrede gewesen. Das dürfte wohl im Zeitalter der Serienbrieffunktion selbst bei Standardsoftware kein Problem mehr sein.
Was fehlt, ist jede Art von Urkunde oder Tragebestätigung zumindest mit dem Namen des Trageberechtigten. Selbst beim Sportabzeichen oder beim Rettungsschwimmerabzeichen bekommt man eine Bestätigung über den rechtmäßigen Erwerb, nicht so beim Veteranenabzeichen der Bundeswehr. Das heißt, jeder kann sich dieses Stück Blech anstecken, weil die Trageberechtigung nicht nachgewiesen werden muss.
Deswegen habe ich oben auch geschrieben, ich habe mir dieses Abzeichen „bestellt“ – genauso bestellt wie ich mir irgendeinen Pin als Fanartikel eines Sportvereins bestellen kann.
Auch die sogenannte „Aushändigung“ per Brief ist mehr als fragwürdig. Warum nutzt man nicht die Gelegenheit, diese Abzeichen in Form einer dienstlichen Veranstaltung oder einer sonstiger Zusammenkunft bei den Reservistenverbänden auszuhändigen? Wieder eine großartige Möglichkeit der Öffentlichkeitsarbeit verschenkt.
In dem Anschreiben heißt es: "Daher hat die Bundeswehr begonnen, eine Veteranenkultur zu entwickeln, welche die Verflechtung zwischen Bundeswehr und Gesellschaft weiter verstärken soll."
Dieses Abzeichen und die Umstände seiner Übergabe tragen nicht dazu bei.
Grüße
Jörg
Kommentar