US Army Special Forces Foreign Weapons Handbook

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  • palatinat
    Systemadministrator
    • 02.01.2008
    • 881

    #1

    US Army Special Forces Foreign Weapons Handbook

    Hallo zusammen,

    ein Exemplar dieses Buchs aus dem Jahr 1967 fand ich hier: https://apps.dtic.mil/dtic/tr/fulltext/u2/867982.pdf

    Gruß aus der Pfalz
  • Nemere
    Cold Warrior
    • 12.06.2008
    • 2880

    #2
    Vielen Dank für diesen interessanten Link.

    Nach dem Text des Vorworts beschreibt dieses Handbuch mit Druckjahr 1967 Waffen, die von den Special Forces bei ihren Einsätzen überall in der Welt angetroffen werden können. Mir drängt sich allerdings ein bißchen der Verdacht auf, dass sich hier vor allem ein Waffenfreak verewigt hat. Hier sind Waffen beschrieben, deren Kenntnis sicher nicht zum zwingend notwendigen Wissen der Special Forces gehören mussten. Es tauchen Waffen auf, die 1967 entweder schon seit Jahrzehnten keine Bedeutung mehr hatten oder die nie in nennenswerten Stückzahlen ihren Weg auf den Waffenmarkt fanden:

    1. Uralte Pistolen mit einem Kaliber, für das 1967 kaum mehr Patronen vorhanden waren – und schon gar nicht bei Guerillas, mit denen die Special Forces damals in den Dschungeln Vietnams zu tun hatten. Die Vietcong legten Wert auf leicht erhältliche Munition und nicht auf „Exoten“.
    Aufgeführt sind z.B.
    - die Steyr M 12 aus den glorreichen Zeiten der Österreichisch-Ungarischen Monarchie im Kaliber 9 mm Steyr, eine Patrone, die außerhalb Österreichs so gut wie nie verwendet wurde.
    - die englische Webley-Pistole im Kaliber .455 Webley. Diese Munition war noch rarer als die der Steyr. Zudem war das eine Waffe, die vielleicht für den Gnadenschuß auf einen Elefanten geeignet ist, aber nicht kriegstauglich war.
    - die japanischen Nambu-Pistolen im Kaliber 8 mm Nambu, das außerhalb Japans niemand in Gebrauch hatte.
    - die italienische Glisenti-Pistole im auch kaum bekannten Kaliber 9 mm Glisenti.
    - Über den absoluten Oldtimer in diesem Handbuch, die Mauser C 96 von 1896 kann man streiten. Da hier die Munition der russischen Tokarev eingesetzt werden kann, war zumindest die Munitionsversorgung etwas einfacher. In den chinesischen Revolutionswirren bis 1948 war die Mauser eine recht beliebte Waffe, was daran liegen mag, das nach dem ersten Weltkrieg zahlreiche von diesen Pistolen nach China exportiert wurden. Es mag sein, das davon 1967 noch so manche in den vietnamesischen Dschungeln aufgetaucht sind.

    2. Gewehre aus dem Raritätenkabinett der deutschen Wehrmacht
    - das Fallschirmjägergewehr 42. Diese Waffen wurde nie in nennenswerten Stückzahlen produziert, es dürften nach 1945 kaum größere Mengen auf dem internationalen Waffenmarkt gelandet sein.
    - das Sturmgewehr 44, das die nach 1945 kaum mehr verfügbare „Kurzpatrone 43“ verschoß und schon von daher wegen Munitionsmangels bei den potentiellen Gegnern der Special Forces kaum auf Gegenliebe stieß
    - das Selbstladegewehr 43, das nach meinem Kenntnisstand nach 1945 kaum noch irgendwo auf der Welt Verwendung fand.
    Merkwürdigerweise wird in dem Handbuch aber mit keinem Wort auf die klassischen Repetiergewehre eingegangen, die 1967 noch in unbegrenzter Mannigfaltigkeit bei revolutionären Gruppierungen Verwendung fanden – vom deutschen 98k über die britischen Lee-Enfield-Modelle bis zu den russisch-sowjetischen Moisin-Nagant-Gewehren.

    3. Maschinengewehre, die vielleicht begehrte Sammlerstücke sind, aber die 1967 kaum eine Gruppierung mehr im Gebrauch hatte:
    - das wassergekühlte österreichische Schwarzlose-MG aus dem Jahre 1912. Dieses MG galt als eines der besten Maschinengewehre im Ersten Weltkrieg und wurde nach 1918 von vielen Nachfolgestaaten der Donaumonarchie noch weiter verwendet. 1967 dürften davon kaum mehr welche in Gebrauch gewesen sein, allenfalls noch in Jugoslawien.
    - ähnliches gilt für das ebenfalls wassergekühlte russische Maxim-MG auf der Radlafette. Die Zeit der wassergekühlten MG war 1967 garantiert schon vorbei, sie lagen eventuell noch als Reservebestände in China.
    - Auch die im Handbuch aufgeführten MG-Exoten des 2. Weltkriegs aus Italien und Japan dürften 1967 kaum mehr aufgetreten sein.

    Grüße
    Jörg

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    • Thunderhorse
      Cold Warrior
      • 09.02.2006
      • 1973

      #3
      Zitat von Nemere Beitrag anzeigen




      2. Gewehre aus dem Raritätenkabinett der deutschen Wehrmacht
      - das Fallschirmjägergewehr 42. Diese Waffen wurde nie in nennenswerten Stückzahlen produziert, es dürften nach 1945 kaum größere Mengen auf dem internationalen Waffenmarkt gelandet sein.
      - das Sturmgewehr 44, das die nach 1945 kaum mehr verfügbare „Kurzpatrone 43“ verschoß und schon von daher wegen Munitionsmangels bei den potentiellen Gegnern der Special Forces kaum auf Gegenliebe stieß
      - das Selbstladegewehr 43, das nach meinem Kenntnisstand nach 1945 kaum noch irgendwo auf der Welt Verwendung fand.

      Jörg
      Man sollte sich nicht täuschen lassen.

      StG 44 war noch im Gebrauch bzw. in Depots vorhanden, die Patronen dazu wiuden lange Jahre in der DDR gefertigt.

      Nur mal als Beisspiel kurz angemerkt.

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      • Rex Danny
        Administrator
        • 12.06.2008
        • 4377

        #4
        Woher stammen die Infos, daß das StG 44 noch in Gebrauch bzw. in Depots eingelagert war? Wer hatte das StG 44 in Gebrauch? In welchen Depots war es eingelagert (DDR oder andere Staaten)?

        Wo und warum bzw. für wen wurde die Munition in welchem Zeitraum in der DDR produziert?

        Grüße


        Rex Danny

        Kommentar

        • Nemere
          Cold Warrior
          • 12.06.2008
          • 2880

          #5
          Das wäre auch meine Frage gewesen. Ich lasse mich gerne belehren, die Quelle würde mich allerdings interessieren.

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          • Hoover
            Cold Warrior
            • 19.12.2013
            • 601

            #6
            Moinm,

            das StG 44 wurde tatsächlich von der DDR in alle Welt exportiert, mit Magazinen aus DDR-Fertigung (1001 gestempelt) und Munitins aus DDR-Fertigung.

            In Syrien wurden z.B. 5000 nagelneue StG 44 gefunden, allerdings mit nur wneigen Magazinen. Angeblich hat ein US-Händler diese der FSA abgekauft.
            Gibt zig Bilder aus Äthiopien, Syrien etc, wo die Waffen dankk Bruderhilfe gelandet sind.
            Das eine Bild aus Syrien zeigt gar eine MP38 der Wehrmacht. Dafür gibt es zumindest reochlich Munition (9mmx19)

            Waffen wie das G43 oder das FG allerdings sind echt unwahrscheinlich.

            Beste Grüße
            Frank
            Angehängte Dateien
            "Damals, als ich in meinem Alter war..."

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            • Hoover
              Cold Warrior
              • 19.12.2013
              • 601

              #7
              Kurzer Nachtrag:

              Das StG 44 und das MG 34 z.B. waren in den 60er Jahren ja noch von Bulgarien und Rumänen in den Milizen in Gebraucht. Und die MP40 waren in den 60er Jahren auch in Jugoslawien, neben der MP56, durchaus üblich.

              Das angesprochene USSF Buch kenne ich. Ist eher ein Bildband, was es alles mal so beim Feind gab. Die meisten Waffen werden die Amis selbst nie wirklich gesehen haben.
              "Damals, als ich in meinem Alter war..."

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              • Malefiz
                Cold Warrior
                • 22.12.2010
                • 384

                #8
                Ich habe noch eine niedliche Seite gefunden mit einem Bild auf dem Betriebskämpfer von 1965 mit StG 44 abgebildet sind

                Kommentar

                • Thunderhorse
                  Cold Warrior
                  • 09.02.2006
                  • 1973

                  #9
                  Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
                  Das wäre auch meine Frage gewesen. Ich lasse mich gerne belehren, die Quelle würde mich allerdings interessieren.
                  Einiges wurde ja schon geschrieben.

                  StG 44 (MPi 43) war u.a. bei den Kampfgruppen der DDR bis Anfang der 60er Jahre im Einsatz.
                  Munition wurde beim VEB Mechanische Werkstätten Königswartha produziert. 1957 bis 1961. (7,92 Kz 43).
                  Diese Munition wurde auch exportiert.

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