Auch das war die "alte" Bundeswehr - Feldjägermeldung wegen Fahnenflucht.

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  • Nemere
    Cold Warrior
    • 12.06.2008
    • 2879

    #1

    Auch das war die "alte" Bundeswehr - Feldjägermeldung wegen Fahnenflucht.

    Ich habe beim Kramen in alten Kartons einige Feldjägermeldungen aus meiner aktiven Dienstzeit als Kompaniechef einer Feldjägerkompanie wieder gefunden. Ich stelle mal ím Anhang eine Meldung aus den wilden Zeiten Anfang der 1990er Jahre in den neuen Bundesländern vor. Solche Vorfälle waren damals in Leipzig fast alltäglich.
    Vielleicht ist auch dieser "Papierkrieg" für den einen oder anderen hier im Forum von Interesse.
    Angehängte Dateien
  • Rex Danny
    Administrator
    • 12.06.2008
    • 4377

    #2
    Ich habe zwar schon mehrfach in meinen Dienstjahren mit den Feldjägern Kontakt gehabt, aber nie gewußt, wie bei denen der "Schreibkram" so aussieht. Höchst interessant und sehr informativ und sehr gut geschrieben.

    Der Junge hat ja echt Glück gehabt mit der Leipziger Polizei.......nur leichte Blessuren an den Unterarmen. Da ich ja in dem angehängten Dokument zwischen den Zeilen gelesen habe, kann ich mir vorstellen, wie er sich aufgeführt hat. Bei mir hätte er vermutlich mehr als nur die paar Schrammen an den Armen abbekommen.

    Das Dokument untermauert auch die Aussagen meines Bruders, der nach der Wende im Osten eingesetzt wurde (Parchim), da seine Einheit im Westen (Faßberg) sehr früh aufgelöst worden war. Der hat teilweise unglaubliche Horrorgeschichten, aber auch sehr zum Schmunzeln anregende Stories erzählt. Die Zeit nach der Wende war drüben eben etwas anders..........

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    • klaus_erl
      Cold Warrior
      • 14.04.2013
      • 1059

      #3
      Besten Dank für die Präsentation des Dokuments.

      Meine einzige aktive Begegnung mit den Feldjägern war eine Fahrzeugkontrolle, die aber dank Vorliegen der erforderlichen Papiere und weil auch am Fahrzeug alles in Ordnung war völlig entspannt verlief. Am Weidener Bahnhof waren sie Sonntag abends öfter zu sehen, auch zusammen mit der Bahnpolizei, und bekamen auch immer wieder zu tun, allerdings nicht im Maße des hier dokumentierten. Da ich dem Alkohol auch auf dem Weg zum Dienst nicht sonderlich zugeneigt war blieb es aber immer bei einem freundlichen "Guten Abend".

      Ein Onkel von mir war in den sechziger und siebziger Jahren bei den Feldjägern in Amberg. Er erzählte immer dass Papierkram einen nennenswerten Teil der Arbeitszeit in Anspruch nahm. Ich bekam natürlich aus nachvollziehbaren Gründen keine Details erzählt und auch kein Papier zu sehen.

      Daher ist es um so interessanter für mich, mal auf diesem Wege einen Einblick zu bekommen.

      Klaus

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      • DeltaEcho80
        Cold Warrior
        • 09.03.2013
        • 1724

        #4
        Ich kenne die Meldungen an die Feldjäger, wenn einer unserer Soldaten "e.a." war.

        Wir hatten einen in unserer Kompanie, der hat fast jeden Montag gefehlt, da er an den Wochenenden einen Nebenjob als Fernfahrer im Italien-Verkehr hatte (!!!).
        Die Fj-Kollegen in Veitshöchheim kannten mich dann schon, wenn ich anrief.

        Ich durfte ihn dann auch als KvD mal in Erfurt beim dortigen Feldjägerdienstkommando abholen.
        Seine Diszis wurden von Divisionskommandeur persönlich verhandelt - er hat aus 10 Monaten GWD schlussendlich 17 Monate gemacht, da er so viel nachdienen durfte.

        Das waren am Ende 3 Leitz-Ordner Papierkram.

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        • wotan01
          Rekrut
          • 13.11.2014
          • 6

          #5
          Als Feldjäger von 1962 bis 2005 kann ich behaupten, dass bei den Angehörigen der Feldjägerjägertruppe die Fähigkeit des Beherrschen des Lesens und Schreibens oberste Priorität besaßen. In anderen Truppenteilen herrschte dagegen oftmals "breit fahren und schmal denken" vor.

          Allerdings waren derartige Vorfälle nicht nur im sogenannten "Osten" nach der Wende üblich, sondern im alten Westen der Standard. Siehe hier so manche Geschichten: http://www.militarypolice.de/forum/i...oard,51.0.html "Damals in Braunschweig"

          Horrido
          wotan01

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          • rubeck1
            Cold Warrior
            • 06.06.2009
            • 478

            #6
            Also lieber Kamerad wotan01: ob die Feldjäger tatsächlich lesen und schreiben konnten, sehe ich noch nicht als bewiesen an. Aus eigener Erfahrung weiß ich jedoch, dass es auch in anderen Truppenteilen Menschen mit normal ausgeprägten intellektuellen Fähigkeiten gab.
            Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
            Interessengemeinschaft "area 1" -
            militärgeschichtlicher Verein e.V.
            www.ig-area-one.de

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            • DeltaEcho80
              Cold Warrior
              • 09.03.2013
              • 1724

              #7
              Oha, lieber wotan01, das sind aber gewagte Thesen - Braunschweig in den 1960er Jahren ist nicht überall....

              Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
              Solche Vorfälle waren damals in Leipzig fast alltäglich.

              Um nochmal auf "Leipzig" zurück zu kommen: Der Kamerad, der mir im GeZi gegenüber saß, war auch aus Leipzig. Er hatte in einer - sagen wir mal - für ihn schwierigen persönlichen Situation (Freundin weg, Zivil-Arbeitgeber insolvent, Wohnung weg) mit seinem Auto in Leipzig eine Straßenbahn-Haltestelle platt gefahren und das unter Alkoholeinfluß. Sein Antrag auf SaZ4 wurde daraufhin abgelehnt. Unser Spieß musste damals alle Hebel in Bewegung setzen, hat es aber dann doch geschafft, dass er SaZ werden konnte.

              Als ich ging, war er Stabsdienst-Uffz.

              Wobei - allen Vorurteilen Ossi - Wessi zum Trotz - man teilweise schon sehen musste, was da alles da hinter steckte.

              Wir hatten einen Uffz aus Bitterfeld, der musste bei 4(!) verschiedenen Betrieben seine 3-jährige Ausbildung zum Dachdecker absolvieren, weil in seinen 3-Jahren Lehrzeit 3 Betriebe Konkurs gingen - für ihn war die BW der letzte Ausweg.
              Zuletzt geändert von DeltaEcho80; 06.07.2015, 08:35.

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