Diente die Stromleitung über die Straße von Messina auch als Sendeanlage

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  • Alphekka
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    • 24.04.2012
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    #1

    Diente die Stromleitung über die Straße von Messina auch als Sendeanlage

    1955 ging zur Verbesserung der Stromversorgung von Sizilien nach siebenjähriger Bau- und Planungszeit eine Hochspannungsleitung in Betrieb, welche die Straße von Messina mit 3646 Meter Spannweite überquerte und an beiden Enden des Spannfelds auf je zwei 232 Meter hohe Tragmasten installiert war. Ursprünglich wurde diese Leitung mit nur einem Stromkreis und einer Betriebsspannung von 150 kV betrieben, 1971 kam ein zweiter Stromkreis hinzu und die Spannung des ersten Stromkreises wurde auf 220 kV erhöht, wodurch sich die Übertragungskapazität auf 300 MVA gesteigert wurde. 1985 wurde weiter südlich ein 380 kV-Seekabel mit 1000 MVA-Übertragungskapazität unter der Straße von Messina verlegt, welches diese Freileitungskreuzung entbehrlich machte. 1994 wurden die Leiterseile demontiert, die riesigen Tragmaste sind als technisches Denkmal heute immer noch vorhanden, weitere Informationen gibt es auf http://de.wikipedia.org/wiki/Stromle...Fe_von_Messina .

    Allerdings kommen mir Zweifel, ob die Anlage wirklich nur eine Stromleitung war, denn in Verlängerung der Verbindungslinie beider Maste findet man Einrichtungen, welche einst Schaltanlagen gewesen sein dürften und zwar in Kalabrien bei 38.2414369 N 15.6888901 O ( Ansicht: http://www.bing.com/maps/default.asp...3995&encType=1 ), hier ist das Abspannportal noch vorhanden und in Sizilien bei 38.2689948 N 15.6459426 O ( Ansicht: http://www.bing.com/maps/default.asp...3995&encType=1 ). Bei keiner anderen vergleichbaren Freileitungskreuzungen von Meerengen und breiten Flüssen findet man hinter den eigentlichen Kreuzungsmaste ähnliche Anlagen. Das große umzäunte Areal läßt den Schluß zu, daß hier offenbar eine größere Schaltanlage war. Doch wozu diente diese?

    Bei der Anlage auf der kalabrischen Seite ist, wie man beim Scrollen auf http://www.bing.com/maps/default.asp...3995&encType=1 leicht erkennen kann, die Hochspannungsleitung zum Stromnetz des Festlands noch vorhanden, doch endet sie tot an einem Abspannmast. Wenn diese Anlage ein normales Umspannwerk gewesen wäre, dann wäre die Frage, warum man es hätte aufgegeben, denn es wurde ja nur eine Leitung und zwar die über die Straße von Messina entfernt. Ein Umspannwerk mit lokaler Bedeutung hätte man an dieser Stelle immer noch weiter betreiben können und da bei der Verlegung eines Umspannwerks zahlreiche Hochspannungsleitungen neu verlegt werden müssen, was einen großen Aufwand ergibt, würde man dies wohl nicht ohne triftigen Grund durchführen.

    Die Anlage könnte auch ein reines Schaltwerk ohne Leitungsabgänge für niedere Spannungsebenen gewesen sein. Doch was hätte man hier viel schalten gekonnt? Die Freileitungskreuzung besaß 2 Stromkreise und die weiterführende Leitung auch. Das Ein- und Ausschalten dieser Kreise kann in den Umspannwerken, in denen die Leitungen enden, durchgeführt werden. Hierzu braucht es keine derartigen Stationen, die man in dieser Form auch bei keiner anderen vergleichbaren Freileitungskreuzung findet

    Doch wozu könnten diese Anlagen sonst gedient haben? Meine Vermutung: die Freileitungskreuzung konnte auch als Längstwellensender zur Übermittlung von Nachrichten an getauchte U-Boote genutzt werden. Prinzipiell wäre dies technisch möglich, denn die Leitung hing in einer Höhe von über 70 Metern über dem Meer, welches eine exzellente Erdung ermöglichte. In den Schaltstationen wäre das Sendesignal über Sperrkreise in die Freileitungskreuzung eingespeist und wieder ausgekoppelt worden. Die Leitung selbst hätte eine ähnliche Antenne abgegeben, wie die des Längstwellensenders SAQ in Schweden ( http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4...ender_Grimeton ).

    In den Gebäuden an den Enden des Spannfelds hätten sich die Sendegeräte und andere zum Betrieb der Anlage nötigen Einrichtungen befunden. Vermutlich war diese Anlage nie als reguläre Sendeanlage in Betrieb gewesen sein, sie war vielmehr als Reservestation gedacht oder hätte im Krisen- und Verteidigungsfall mit einer bestehenden Längstwellenstation im Gleichwellenbetrieb gearbeitet, damit der Kriegsgegner das Signal nicht für seine Funknavigation nutzen kann.

    Gibt es irgendwelche Hinweise darauf, daß eine entsprechende Nutzung für die Freileitungskreuzung über die Straße von Messina vorgesehen war? Wenn nein, wozu dienten dann diese Schaltstationen an den Enden des Spannfeldes?
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