Der Warndienst der BRD im Kalten Krieg

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  • nairolf
    Cold Warrior
    • 14.07.2005
    • 177

    #1

    Der Warndienst der BRD im Kalten Krieg

    In Deutschland wurde zu Beginn des Kalten Krieges ein eigener Warndienst geschaffen, um die Bevölkerung, im Falle eines Luftangriffs des Warschauer Pakts, mittels Sirenensignalen zu warnen. Der Warndienst unterhielt 10 Warnämter die die Sirenen Ihrer Warnbereiche mittels Telefonleitung aus einem Bunker herraus steuern konnten die 10 Warnbereiche waren wie folgt aufgeteilt:

    Warnbereichsnummer,Standort,Bundesland

    I Hohenwestedt Schleswig-Holstein, Hansestadt Hamburg
    II Bassum Niedersachsen West, Hansestadt Bremen
    III Rodenberg, Niedersachsen Ost
    IV Meinerzhagen, Nordrhein Westphalen Ost
    V Linnich-Welz, Nordrhein Westphalen West
    VI Bodenrod, Hessen
    VII Bad Kreuznach, Rheinland-Pfalz, Saarland
    VIII Rottenburg, Baden Württemberg
    IX Claffheim, Bayern Nord
    X Pähl, Bayern Süd

    Diese Wanämter waren mit den NATO-Luftlagezentren verbunden und erfuhren von einer dafür zuständigen Person die aktuelle Luftlage.
    Die Daten wären im Ernstfall nicht nur aus den Luftlagezentrem gekommen
    sondern auch von einem Strahlenmeßnetz dessen Sonden ca. alle 13 km über die BRD verteilt waren (und sind).

    MfG

    Florian
    Die Utopie den Atomkrieg zu Überleben geistert weiterhin durch die Welt.....
  • nairolf
    Cold Warrior
    • 14.07.2005
    • 177

    #2
    Die Alamierungsmöglichkeiten des Warndienstes

    1. Die allgegenwärtige Motorsirene E-57

    Hersteller: Helin, Siemens, Abeg, Elektor
    Motor Asynchronmotor mit Kurzschlussläufer
    Leistung 5kW
    Spannung 220/380V
    U/min. 2800+/-110
    Gewicht 64kg
    Farbe RAL 7026 grau
    Schalldruckpegel 101dB
    Alarmbereich Stadt ca.500m
    Alarmbereich Dorf ca.800m
    Hörweite im Freien
    Bei Windstille ca. 4,5km
    Hörweite bei Bft.2 ca.6km mit und 3km gegen

    2.Die pneumatische Hochleistungssirene HLS

    Diese Sirenen wurden von Hörmann und Pintsch-Bamag hergestellt,
    hatten eine Lautstärke von 131dB auf 30m entfernung, waren im Gegensatz zur E-57 Netzstrom unabhängig durch einen eigenen Preßlufttank sowie Motor und Kompressor.

    3.Die mobile Alamierung

    Der Warndienst unterhielt zur mobilen Alarmierung den Sirenen Lautsprecher Einachs Anhänger SLEA. Dieser Anhänger war mit einer Motorsirene der Firma Helin und zwei Lautsprechern ausgestattet. Er sollte die letzte möglichkeit zur Alarmierung darstellen.

    MfG

    Florian
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    Kommentar

    • nairolf
      Cold Warrior
      • 14.07.2005
      • 177

      #3
      Die Sirenensignale

      Es gab in der BRD fünf Sirenensignale:

      ABC Alarm 1min. Heulton 2xunterbrochen nach 30 sek. Wiederholung
      Feueralarm 1min. Dauerton 2xunterbrochen
      Luftalarm 1min. Heulton
      Entwarnung 1min. Dauerton
      Katastrophen
      alarm 1min. Dauerton 2xunterbrochen nach 12 sek. 1min. Dauerton

      Heulton=Auf-und Abschwellender Ton
      Dauerton=Gleichmäßiger "hochfahrender" Ton

      Bild:

      Sirenensignale


      MfG

      Florian
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      • Hoffi28
        Rekrut
        • 27.06.2006
        • 33

        #4
        Diese Wanämter waren mit den NATO-Luftlagezentren verbunden und erfuhren von einer dafür zuständigen Person die aktuelle Luftlage.
        Die Daten wären im Ernstfall nicht nur aus den Luftlagezentrem gekommen
        sondern auch von einem Strahlenmeßnetz dessen Sonden ca. alle 13 km über die BRD verteilt waren (und sind).

        MfG

        Florian[/QUOTE]

        Hi Florian,
        Was ist dieses Strahlenmeßnetz für ein System? Kann mir darunter rein gar nix vorstellen.

        Gruß

        Tim

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        • nairolf
          Cold Warrior
          • 14.07.2005
          • 177

          #5
          Automatische Sonden die die Umgebungsstrahlung messen und zu einer zentrallen Strahlenmeßstelle senden. Waren meiste so in 1-1,5m höhe montiert und weiß von der farbe her
          Die Utopie den Atomkrieg zu Überleben geistert weiterhin durch die Welt.....

          Kommentar

          • derlub

            #6
            Zitat von nairolf
            sondern auch von einem Strahlenmeßnetz dessen Sonden ca. alle 13 km über die BRD verteilt waren (und sind).
            Bist Du Dir da sicher?
            Ich meine, dass diese flächendeckende Ausstattung nur geplant war, in dieser Dichte aber nicht realisiert wurde...
            Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das Netz auch heute noch die selbe Dichte hat wie damals... Kannst Du vielleicht eine Quelle nennen wo man das überprüfen kann. Meine irgendwo beim Bundesamt f. Strahlenschutz mal eine Karte mit den Standorten der Messsonden gesehen zu haben...?!
            Ich habe irgendwo auf meiner Festplatte noch ein Bild einer solchen Messsonde und irgendwo auch noch einen Artikel darüber. Muss ich mal schauen.
            Grüsse,
            Christoph

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            • Stefan
              Warrior
              • 14.07.2005
              • 60

              #7
              Was die andere Seite so schrieb.
              Zitat: alle 10 Warnämter sind betriebsbereit und ständig besetzt, Ihre Zusammenarbeit mit den Gefechtsständen der Nato Luftverteidigungssektoren und der Fliegerleit und Flugmeldezentrale sowie den Rundfunkanstalten zur Warnung und Alarmierung der Bevölkerung wird regelmäßig geprobt.
              In jedem der 10 Warngebiete bestehen 3 bis 5 Warndienst Leitmeßstellen (insgesamt 40), die eigene Beobachtungen sowie Meldungen aus 1000 unbenannten Warndienstmeßstellen und 565 bemannten Beobachtungs und KCB-Meßstellen an das zuständige Warnamt weiterleiten.
              Das geplante Netzvon 1565 Warndienst Kernstrahlungsmeßstellebn war 1984 zu 8o Prozent (1250 Stück) errichtet. Es soll durch einen jährlichen Zuwachs von etwa 100 Meßstellen bis 1986/87 vollständig ausgebaut sein.
              Zitat Ende:
              Quelle Die Streitkräfte der NATO auf dem Territorium der BRD, Militärverlag der DDR
              Was stimmt denn von den Angaben überhaupt, sind dies Warndienst Leitmeßstellen überhaupt gebaut worden, oder was ist mit den 565 bemannten Beobachtungs Meßstellen.

              Gruß
              Stefan

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              • derlub

                #8
                Hier mal das Bild einer solchen Meßsonde
                (Quelle:Zivilverteidigung 1/75, S. 59)
                Angehängte Dateien

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                • taupe
                  Cold Warrior
                  • 15.07.2005
                  • 531

                  #9
                  Zitat von Stefan
                  Was stimmt denn von den Angaben überhaupt, sind dies Warndienst Leitmeßstellen überhaupt gebaut worden, oder was ist mit den 565 bemannten Beobachtungs Meßstellen.
                  Keine Ahnung, aber was die bemannten Meßstellen angeht:

                  Wer sagt denn, das die extra gebaut wurden? Vielleicht hat man das der Feuerwehr hier, dem THW da und anderen dort aufgebürdet?
                  Irgendwo hab ich auch mal was gelesen, dass in einem Stellwerk jemand so eine Rechenscheibe gefunden hat, womit man die Auswirkung und Stärke einer Atombombenexplosion ausrechnen konnte...

                  Und insgesamt: 86/87 fertiggestellt: Steht denn in dem Buch auch ne Primärquelle drin?
                  Gruß

                  Michael


                  Demokratie braucht Lärm
                  Montesquieu

                  Kommentar

                  • Stefan
                    Warrior
                    • 14.07.2005
                    • 60

                    #10
                    Es ist leider keine Primärquelle vorhanden, ich meine auch irgendwo mal was dazu gelesen zuhaben.

                    Gruß
                    Stefan

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                    • derlub

                      #11
                      Ich sehe grade, dass mittlerweile sogar 200o unbemannte Meßstellen existieren.
                      Hier mal ein Link zu der von mir bereits angesprochenen Karte:

                      Grüsse,
                      Christoph

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                      • taupe
                        Cold Warrior
                        • 15.07.2005
                        • 531

                        #12
                        Holla, da sollte es doch möglich sein mal selbst ein Bild zu machen, findet jeder so ein Ding in seiner Nähe, wenn man sie nur nicht so leicht übersehen täte

                        Aber bäh, Thüringen ist ja hochgradig verseucht!
                        Gruß

                        Michael


                        Demokratie braucht Lärm
                        Montesquieu

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                        • derlub

                          #13
                          Zitat von taupe
                          Aber bäh, Thüringen ist ja hochgradig verseucht!
                          Jo, dort wurde ja auch aktiv Uranerzbergbau betrieben. Stichwort: Wismut, Jonastal usw...

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                          • Leif
                            Rekrut
                            • 14.07.2005
                            • 35

                            #14
                            Hallo,
                            die neuen Sonden sehen wie auf dem Foto aus.

                            Viele Grüße,
                            Leif
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                              • 24.11.2006
                              • 36

                              #15
                              Die jetzigen Meßsonden unterstehen dem Bundesamt für Strahlenschutz (oder wie das heißt), der WD wurde ja nunmal aufgelöst.
                              Noch mal kurz zu den Alarmmitteln: Wir konnten für unser Museum gerade den Kopf einer ´65er Pintsch-Bamag-HLS ergattern. Enorm eindrucksvoll, mit Standfuß für die Dachmontage satte vier Meter hoch. Der maximale Schalldruck lag allerdings bei "nur" 124 Dezibel...

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