ich bin vor etwa 7 Jahren nach Lengfurt gezogen. Schon beim Kauf des Bauplatzes fiel mir auf, dass auf dem Gelände eine Liegenschaft des Bundes sein bzw. gewesen sein muss. Nachfragen bei Kollegen bestätigten sofort, dass dort ein 'Atombunker' sei. Schnell hatte ich den Besitzter ausgemacht und eine Führung durch den ehemaligen leitenden Ingenieur erhalten. Seit einigen Jahren wird der Bunker regelmäßig für Führungen geöffnet, selbst das lokale Gymnasium hatte dort bereits ein Geschichtsprojekt.
Zur Sicherung: Wie oben beschrieben existierten auf dem Gelände (durch Gebüsch getarnt) ausgebaute Feldstellungen. Man sieht so etwas noch in der in der Nähe befindlichen Radarstellung der Bundeswehr (Löffelstelzen). Diese waren so angelegt, dass sich die Feuerbereiche der Waffen überschnitten, man also aus Nachbarstellungen vor eine andere Stellung z. B. mit dem Gewehr wirken konnte. Noch heute sieht man im hinteren Bereich des Areals (zum Wald hin) einige zugeschüttete Stellungen (Vertiefungen im Boden durch Setzung des Füllmaterials). Ein Zug hätte sicherlich die Stellung nicht halten können. Er hatte - wie der Name schon sagt - nur Sicherungsaufgaben, d. h. zeitliche Verteidigung bis zum Eintreffen von Reserven, die das Areal wieder freikämpfen. So wäre das immer im Heimatschutz gewesen. Während meiner Ausbildung zum Offizier der Jägertruppe erhielt ich einmal den Befehl einen Plan für die Sicherung des Korpsdepots Oberfeld (bei Hammelburg) auszuarbeiten. Ich hatte keine Idee wie das mit 40 Piepels möglich sein sollte, bis mir der Ausbilder erklärte, dass ich mich nur um das Wichtigste kümmern müsse: Im Schwerpunkt (=Dieseltanks) halten, Verstärkung rufen und einsetzen. Ähnlich wäre es wohl auch bei diesem Bunker gelaufen. Da marschiert man nicht eben rein, wenn der geschlossen ist. Der SichZug verteidigt also zeitlich begrenzt, ruft Reserven und setzt diese dann zum Freikämpfen ein. Solange bleiben die Piepels im Bunker eben drin.
Auch ich kenne einen Reservisten, der dort eingesetzt war. Er erzählte mir, dass der Zug auf dem TrpÜbPl Hammelburg geübt hätte, vornehmlich Schießen. Erst gegen Ende seien sie mal am Bunker gewesen, hätten im Wald am Steinbruch biwakiert und ansonsten den Bunker 'bewacht'. Jedenfalls keine großartige Übung dort, sonst wäre ja die 'Geheimhaltung' geplatzt.
Beste Grüße
mog1300l
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