da werd ich mal das Forum eröffnen mit einem kleinen Beitrag über das Komplexlager 22. Ich hoffe mit der Formatierung haut alles hin.
Das Komplexlager 22
1947 begann ein Krieg welcher ebenso große Auswirkungen auf der Welt hatte wie ein Weltkrieg. Es war jedoch kein „heißer" Kampf mit Waffen und Kanonen, sondern zu aller erst ein psychologischer Krieg welcher mit dem Mittel der Angst eine mächtige Waffe hatte. Die Angst vor der Zerstörung der Welt. 1945 fielen die ersten Atombomben mit Auswirkungen welche für viele, auch für Militärstrategen, ungeheuerlich waren. Die Welt hatte Angst vor der nuklearen Verseuchung.
In diesem so genannten „kalten Krieg" begann ein Rüstungswettlauf welcher vor dem direkten Konkurrenten, aber auch der eigenen Bevölkerung geheim gehalten werden sollte.
Daher wurden die Lagerstätten für Waffen vor allem in Bunkern untergebracht. Genutzt wurden dafür vor allem ehemalige Stollen- und Bunkeranlagen aus dem dritten Reich. Ebenso in diesem speziellen Fall des KL-22.
Das KL-22 bestand aus 3 separaten Systemen welche im Umkreis von etwa 100km lagen. Die Standorte waren in Großeutersdorf, Rothenstein und Lengenfeld(Vogtland).
Großeutersdorf:
Das Stollensystem im Walpersberg bei Großeutersdorf umfasst ca. 30km. 15km davon sind von der NVA umgebaut. Entstanden sind diese Stollen am Anfang des 20.Jh. als Sandabbaustollen der Porzellanwerke Kahla A.G.. 1944 wurden diese Stollen von der Nationalsozialistischen Kriegswirtschaft okkupiert. Es entstand das REIMAHG (Reichsmarschall Hermann Göring) Werk A welches den Strahljäger ME 262 in Serie produzieren sollte. Nach dem Krieg wurden Teile des Stollensystems von den Sowjets gesprengt. In den 60’iger Jahren wurden Stollen von der LPG als Lagerstätte für Kartoffeln und anderes Gemüse genutzt.
Erst in den 70’iger Jahren entschloss dich die NVA das System zu nutzen. 1974 begann der Ausbau. Ca. 15 km des Systems wurden von Schutt befreit und mit Spritzbeton ausgebaut.
Im NVA Sprachgebrauch hat sich folgende Bezeichnung für die Anlage durchgesetzt: FüRückwMobVerb/TT-2 . Stationiert waren die LaSK. Diese waren dem MfNV unterstellt.
Am Walpersberg gab es 2 separate Außengelände. Das eine an der Nordöstlichen Seite und das andere an der südöstlichen. Das Gelände der Nordseite liegt oberhalb der Landstraße welche von Kahla nach Bibra führt. Eine asphaltierte Straße führt über die Kleingartenanlage am Birkenhain zum eingezäunten Bereich. Das Gelände der Südseite ist ebenso über eine gut ausgebaute Straße über Großeutersdorf zu erreichen.
Die Untertageanlage hatte 5 Zugänge. 4 der Eingänge waren für PKW, LKW und Tieflader gedacht. Diese wurden mit Tor 1 bis 4 bezeichnet. Tor 1 und 2 befanden sich an der Südseite und Tor 3 und 4 aus der Nordseite. Es gab eine direkte Verbindung zwischen Tor 1 und 3, sowie Tor 2 und 4. Diese beiden Hauptstollen durchbohren den kompletten Berg in etwa 3km Länge. An diesen Hauptverkehrstollen liegen jeweils die Bereiche in denen Waffen und Sprengstoff gelagert wurden. Die Tore 1 bis 4 waren nur von innen hydraulisch zu öffnen. Daher kam dem Personeneingang an der Südseite eine besondere Bedeutung zu. Es war der einzige Eingang welcher sich auch von außen öffnen ließ. Daher gab es für diesen Zugang einen extra dafür bereit gestellten Schließwart. Er war der erste und der letzte der das Stollensystem betrat. Auch für den Atomkrieg wollte man gerüstet sein. Im östlichen Teil der Anlage befindet sich ein Atombunker welche innerhalb kürzester Zeit von Außenwelt komplett abgeschottet werden konnte. Kohleaktiv sowie andere Chemische Filter sorgten dafür, dass die mögliche Verseuchung von außen nicht eindringen konnte. Auch eine Küche befand sich im Stollensystem.
1990 übernahm die Bundeswehr die Anlage. Man entschied sich jedoch auf Grund der enormen Kosten den Standort aufzugeben. 1996 schloss die Bundeswehr die Tore hinter sich. Diese blieben jedoch nicht lange geschlossen. Viele illegale Befahrer wanden sich nun durch die Löcher in den Toren. Dies wurde auch in diversen Internetforen so publik gemacht das dem Land nichts anderes übrig blieb als die Tore massiv zu verschweißen sowie Unmengen von Erde davor abzuladen. Seit 1999 ist nur noch der Personeneingang offiziell zu öffnen. Dies jedoch auch nur mit Ausnahmegenehmigung. Diese wird aufgrund der Fledermäuse jedoch sehr ungern erteilt.
Seit 2003 gibt es einen Verein welcher sich zum Ziel gesetzt hat ein Museum über die Geschichte des Walpersbergs zu errichten.
Rothenstein:
Auch in Rothenstein bildete eine ehemalige Rüstungsanlage aus dem 2. Weltkrieg die Grundlage für das Waffenlager der NVA. Die Rüstungsanlage hatte den Codenamen „Albit" und sollte die Fertigung von den Zeiss Werken Jena während des 2.Weltkriegs sichern. Auch dieses System stand bis Mitte der 70’iger Jahre leer. Das Stollensystem ist deutlich kleiner als das im Walpersberg. Ca. 5km Stollen wurden als Waffenlager ausgebaut. Ebenfalls mit Spritzbeton. Nach unbestätigten Aussagen sollen hier Lang- und Mittelstreckenraketen eingelagert gewesen sein. Das Gelände vor dem Rothensteiner Felsen war mit einer 4m hohen Betonmauer abgesichert. Das Gelände hatte einen direkten Anschluss an die Bahnstrecke Jena - Saalfeld und konnte so gut beliefert werden. Auch mit schweren Waffen.
Die Sowjetarmee hatte direkt auf dem Berg einen Standort mit Kasernen und einem TrÜPl. errichtet. Einige Aussagen von Zeitzeugen, welche das Gelände betreten haben, berichten auch von großen runden Metallplatten in der Erde. Dies könnte für eine Abschussanlage von Langstreckenraketen sprechen. Auch ein ehemaliger NVA Offizier welcher in dem Objekt gedient hat bestätigt diese Aussage indirekt in dem er von Aufzügen innerhalb des Objektes spricht. Dies sind jedoch alles Spekulationen und es bedarf weiterer Recherchen.
Das Rothensteiner System wurde 2001 von der Bundeswehr verlassen und wird seitdem nur noch von der Security bewacht. Seit kurzem scheint es einen Interessenten für die Anlage zu geben. Es soll ein Datenarchiv für Banken angelegt werden.
Lengenfeld:
Über dieses System fehlen mir jegliche Daten, Fakten oder Gerüchte. Ich hoffe, dass Sie mir weiterhelfen können.
Autor: Markus Gleichmann
Version: 1.0
Copyright: Markus Gleichmann 2005
Entwicklungsgesellschaft Fulda-GAP e.V.
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