Riesenresonanz bei Vernissage „Bunker in Waldstetten – Zeugen des Kalten Krieges“ im Heimatmuseum
Betonpfeiler mit Stacheldraht und dem Schild „Restricted Area“ im Außenbereich des Waldstetter Heimatmuseums stimmten die gut 150 Gäste der Vernissage bereits im Außenbereich darauf ein, was sie in der Ausstellung „Bunker in Waldstetten – Zeugen des Kalten Krieges“ im Inneren erwartet. „Total überwältigt“ zeigte sich Rainer Barth als Vorsitzender des Heimatvereins von dieser Resonanz.
anja jantschik
Waldstetten. Wie hat sich die Weltpolitik auf die Gemeinde Waldstetten ausgewirkt? Warum wurden 1952 die 28 Bunker im Staatswald bei Waldstetten von den Amerikanern gebaut? Was war los in der Zeit des „Kalten Kriegs“? Welche Rolle spielte die Friedensbewegung beim Abzug der Amerikaner aus Gmünd? Viele Antworten auf diese Fragen hielt am Donnerstagabend Professor Ulrich Müller für die Gäste bereit, die zur Ausstellungseröffnung „Bunker in Waldstetten – Zeugen des Kalten Krieges“ kamen. Eiligst wurden auch im Außenbereich des Heimatmuseums Sitzgelegenheiten aufgestellt, zudem gab es vollbesetzte Stuhlreihen im Saal, aber auch im Gang des Gebäudes. „Das zeigt, wie groß das Interesse an der Ausstellung ist“, stellte Rainer Barth als Vorsitzender des Heimatvereins zufrieden fest. Er verdeutlichte die Gründe für die Ausstellung: „Wir wollten die Gründe aufspüren, warum die Bunker nach dem zweiten Weltkrieg gebaut wurden.“ Diese Aufgabe sei zu einer großen Herausforderung geworden, die nur durch ein großes engagiertes Team bewerkstelligt werden konnte. Zumal man Kontakt mit dem Verteidigungsministerium in Bonn aufnehmen, aber auch Briefverkehr in die USA unternehmen musste, um die Geschichte der Bunker zu beleuchten. „Die Bunker, die man heute besichtigen kann, sollen ein Mahnmal für die jüngere Generation sein“, so Barth.
„Dank seiner Hartnäckigkeit ist die Ausstellung gelungen“, sandte Professor Ulrich Müller bei seiner Einführung großen Dank an Rainer Barth. Zumal das Problem bei den Vorbereitungen zu dieser darin gelegen habe, dass es nun mal keine Baupläne oder sonstige Informationen zum Bunkerbau gab. „Wir standen mit leeren Händen da“, beschrieb Müller. So habe man mit offiziellen Stellen Kontakt aufgenommen, aber auch manchen Zeitzeugen befragt.
Professor Müller bot viele Infos über die Zeit des Kalten Krieges. Begriffe wie „Nato-Doppelbeschluss 1979“, in dessen Folge Pershing-II-Raketen unter anderem in Mutlangen stationiert wurden, SS-20-Raketen, die die Sowjets ihrerseits stationierten, gescheiterte Verhandlungen, Ostermarsch 1983, Promi-Blockade mit 150 Journalisten und 24 Kamerateams in Mutlangen, das INF-Abkommen und vieles mehr wurde erwähnt. Und das Räumen der Bunker in Waldstetten 1991. Passend war die musikalische Umrahmung der „Red Devils“ allemal, spielten sie doch bereits in den US-Kasernen in Schwäbisch Gmünd.
© Gmünder Tagespost 01.09.2011
Kommentar