Begegnungen im Kalten Krieg
Einklappen
X
-
Hallo,
ein Onkel von mir hat seinen Wehrdienst beim BGS in Gifhorn 1967/68 abgeleistet. Er berichtete, dass die Grenztruppen keinen Kontakt aufnehmen durften und sich meistens verbargen, in Deckung gingen, wenn der BGS auf Streife war. An Weihnachten war eine Streife der Grenztruppen im NVA Gegenstück zum "Großen Dienstanzug" unterwegs. Die BGS Streife fing an Oh Tannenbaum zu singen. Die NVA Streife ging im Dreck in Deckung und kommentierte den Gesang mit "Ihr Schweine".
-
Nach dem Abschluss des ersten und zugleich letzten gemeinsamen Grenzbegang (Unterfränkischer Abschnitt)1990. Anschlusskaffee an der Ruine Mauerschädel bei Filke.
Einen Kommentar schreiben:
-
Auch ich kann dazu einen Beitrag leisten. Siehe hierzu: http://www.militarypolice.de/forum/i...ic,2410.0.html
Gruß
wotan01
Einen Kommentar schreiben:
-
Hallo, Gummy Bear !
Eine sehr schöne Anekdote (wenn man es denn so nennen kann) aus einer Zeit, auf der sich wohl beide deutschen Seiten manchesmal nicht mit Ruhm bekleckert haben.
Dieser Beitrag ist genau das, was ich in meiner Antwort auf Deine Vorstellung meinte.
Grüße
Rex Danny
Einen Kommentar schreiben:
-
Alter Thread, bei dem mir aber eine Begebenheit vom Sommer 1989 einfiel:
Das (West-)Schulschiff DEUTSCHLAND fuhr im Verband mit dem (alten) Tender WERRA eine Auslandsausbildungsfahrt - die damalige OA-Crew war zu groß für die DEUTSCHLAND alleine.
Im Golf von Biskaya kam uns das Ost-Pendant entgegen, es war die WILHELM PIECK, wahrscheinlich mit ähnlichem Auftrag.
Gute Seemannschaft und Marinekameradschaft, vor allem bei Begegnungen mit ausländischen Einheiten, gibt eigentlich vor, sich bei der Passage gegenseitig mit einer "Seite" zu grüßen, einer Ehrerbietung mit Flaggen- und militärischem Gruß, was in der Regel auch erwidert wird.
In diesem Fall war das anders. Über Schiffslautsprechanlage wurde der Besatzung der DEUTSCHLAND, auf der ich mitfuhr, die Begegnung angekündigt wenn nicht vorgewarnt.
Die Schiffe kreuzten sich auf Backbordseite, also ließen sich (im wahrsten Sinne des Wortes) links liegen, und alle Mann schauten brav nach Steuerbord, also weg. Das galt übrigens für beide Einheiten!
Keine Seite, keine Flagggengruß, noch nicht mal ein Winken ...
Ich empfand das als peinlich, auch wenn zu diesem Zeitpunkt die Besetzung der Botschaften in Prag und Budapest losging und die Wochen davor sich "das Volk" friedlich auf den Straßen der ehemaligen SBZ sammelte, eine Situation mit der mit Sicherheit nicht alle Soldaten beider Lager richtig umzugehen wussten.
Einen Kommentar schreiben:
-
Ja ist denn wieder mal Märchenstunde!!!!Zitat von Claas Beitrag anzeigenIch kenne Story´s von der damaligen Bundesmarine wo in der Ostsee es öfters zu diversen "Zusammentreffen" der Bundesmarine und NVA-Marine kam...
Unter anderen auch die Story, das sich ein Schiff neben das der NVA setzte und die Besatzung unter absingen schmutziger Lieder, heruntergelassenen Hosen und werfen von Obst die "anderen" beleidigt haben... Die Besatzung des Ost-Schiffes haben aber sich mehr auf das Obst, als auf die "Ärsche" konzentrieren, was aber die Schiffsführung dazu bewog der Besatzung befahl, sich unter Deck zu begeben...
Genauso, was gang und gebe gewesen sein soll, das man mit AK (äußerste Kraft voraus) auf die "Grenze" zufuhr und im letzten Augenblick das Runder rumriss... Solche Manöver wurden von beiden Seiten gerne gefahren... Oder des Nachts mit Signalkörpern "Schreckschüsse" dem "Gegner" entgegengeschossen...
Ich denke aber mal, das einiges davon Seemannsgarn sein wird... Lustige Geschichten die am Stammtisch mal erzählt werden, obwohl es ja immer irgendwo ein funken Wahrheit dabei ist...
Einen Kommentar schreiben:
-
Hallo,
ich habe einige Jahre beim 2nd ACR als Zivilbeschäftigter gearbeitet. Laut den Aussagen der eingesetzten Soldaten im Bereich der Grenze zur CSSR wurde bei den Streifen auf den Fahrzeugen Handwaffen wie Gewehr (M16 A2), Pistole (M1911 A1) und MG (M 60) mitgeführt. Dazu natürlich Munition, die sich in den normalen Munitionskisten befand, jedoch durch Plomben gesichert war um ein unbemerktes öffnen und entnehmen zu verhindern. Ein Ehemaliger hat mir auch erzählt, dass wärend seiner Zeit in den 1980-Jahren auch Splitterhandgranaten (M 67) auf den Fahrzeugen mitgeführt wurden. Natürlich auch gegen unbefugte Aufnahme gesichert. Wärend der Streifengänge befand sich keine Munition in den Waffen. Jeder Soldat verfügte über ein Magazin mit 30 Patronen welches sich jedoch in einer der Magazintaschen befand. Das Laden der Waffe war nur auf Anweisung des Streifenführers zulässig oder im Falle der Selbstverteidigung. Der ehemalige Soldat hat mir erzählt, das eine Zeitlang die Magazine die an die Soldaten ausgegeben wurden an der Oberseite mit einer Schicht Klebeband überzogen wurden um zu verhindern, dass es zu "Spielereien" mit der scharfen Munition kam. Diese Praxis wurde jedoch nach seiner Aussage nach einiger Zeit wieder aufgegeben. Das Magazin mit der Munition wurde dann wieder "oben offen" geführt.
Ritchie 66Zuletzt geändert von Ritchie 66; 20.10.2011, 11:45.
Einen Kommentar schreiben:
-
Da kann ich absolut keine Angaben machen. Wenn ich versuche, den Zeitraum einzugrenzen, muß ich schätzen:
Geburtsdatum um 1950, Wehrpflichtig mit 18, SaZ 4, also Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre. Ich glaube, er hat einen Ort erwähnt, aber da verläßt mich die Erinnerung. Die Story ist schon was länger her und es war auch an einem langen Abend an der Theke
Um genauer nachzufragen, muß ich hoffen, dem Kollegen zufällig über den Weg zu laufen, wir haben beide den Arbeitsplatz gewechselt. Aber wie bereits erwähnt: Es ist nur eine Anekdote aus der Bundzeit, aber ob es so war, sei dahingestellt. Sie hat mir nur so gut gefallen, daß ich sie weitererzählen wollte.
Einen Kommentar schreiben:
-
Hi Schneidersjong,Zitat von Schneidersjong Beitrag anzeigenIch kenne da noch eine nette Geschichte von einem Arbeitskollegen, der in den Siebzigern bei der OpInfo gedient hat. Die müsste damals noch PSV-Truppe geheißen haben. Er war als Führer eines Lautsprechertrupps eingesetzt und seine Aufgabe war eigentlich die, in Manövergebieten die Zivilbevölkerung aufzuklären, vor allem in puncto Verkehr.(STRASSEN-Verkehr).
Abends sind sie dann mit ihrem Lautsprecherwagen so nahe wie möglich an die innerdeutsche Grenze herangefahren und haben die heimlichen Beobachter von der anderen Feldpostnummer per Megaphon darauf hingewiesen, daß "in den nächsten Tagen mit erhöhtem Aufkommen von Marschkolonnen und Kettenfahrzeugen sowie verstärkter Tiefflugtätigkeit der Bundeswehr und verbündeter Streitkräfte zu rechnen sei."
Die andere Seite fand den Scherz wohl nicht so gelungen, und so kam es nach offiziellem Protest zum Diszi, der mit Degradierung endete. Nach dem Anpfiff durch einen Oberst fügte dieser dann noch hinzu, daß der zuständige General bei der Meldung des Vorfalls Tränen gelacht habe.
Ob sich das alles wirklich so ereignet hat, lasse ich mal dahingestellt, denn es weiß ja jeder, daß man nicht jeden "Schwank" aus der BW-Zeit glauben muß. Mit jedem Jahr, das seit DZE vergangen ist, wird ja alles etwas schlimmer und die Rekruten von heute haben eh keinen Schimmer, wie man selber damals noch...
Kennt man ja.
in welchem Jahr und wo an der einstigen Grenze soll dieser "Scherz" pasiert sein?
TH
Einen Kommentar schreiben:
-
Ich kenne da noch eine nette Geschichte von einem Arbeitskollegen, der in den Siebzigern bei der OpInfo gedient hat. Die müsste damals noch PSV-Truppe geheißen haben. Er war als Führer eines Lautsprechertrupps eingesetzt und seine Aufgabe war eigentlich die, in Manövergebieten die Zivilbevölkerung aufzuklären, vor allem in puncto Verkehr.(STRASSEN-Verkehr).
Abends sind sie dann mit ihrem Lautsprecherwagen so nahe wie möglich an die innerdeutsche Grenze herangefahren und haben die heimlichen Beobachter von der anderen Feldpostnummer per Megaphon darauf hingewiesen, daß "in den nächsten Tagen mit erhöhtem Aufkommen von Marschkolonnen und Kettenfahrzeugen sowie verstärkter Tiefflugtätigkeit der Bundeswehr und verbündeter Streitkräfte zu rechnen sei."
Die andere Seite fand den Scherz wohl nicht so gelungen, und so kam es nach offiziellem Protest zum Diszi, der mit Degradierung endete. Nach dem Anpfiff durch einen Oberst fügte dieser dann noch hinzu, daß der zuständige General bei der Meldung des Vorfalls Tränen gelacht habe.
Ob sich das alles wirklich so ereignet hat, lasse ich mal dahingestellt, denn es weiß ja jeder, daß man nicht jeden "Schwank" aus der BW-Zeit glauben muß. Mit jedem Jahr, das seit DZE vergangen ist, wird ja alles etwas schlimmer und die Rekruten von heute haben eh keinen Schimmer, wie man selber damals noch...
Kennt man ja.
Einen Kommentar schreiben:
-
Seit Heute ist die Flieger Revue Extra Nr. 16 im Handel.
In dieser Ausgabe wird das Thema "Fluchten über den Eisernen Vorhang", Deutsch-Deutsche Grenzflüge behandelt.
Auch eine Art der Begegnung zur damaligen Zeit.
TH
Einen Kommentar schreiben:
-
hier noch ein längerer Beitrag zu der Geschichte um die "Kugelbake"
FEK
Einen Kommentar schreiben:
-
Hier mal eine weitere "Begegnung", welche möglicherweise dramatische Folgen hätte haben können.
Im Herbst 1966 gab es den vermutlich größten Grenzkonflikt zwischen der Bundesrepublik und der DDR auf der Elbe zwischen Lauenburg und Schnackenburg. Er hätte das Zeug gehabt, bewaffnete Auseinandersetzungen auszulösen, schreibt Peter Freitag in dem Buch "Die Grenzen der DDR".
Der einstige Dozent an der Dresdner Militärakademie "Friedrich Engels" hat das Buch zusammen mit dem früheren Chef der DDR-Grenztruppen, Klaus-Dieter Baumgarten, geschrieben. Beide standen wegen der Mauertoten vor Gericht, Baumgarten wurde zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt, Freitag wurde freigesprochen.
Streitpunkt bei dem Konflikt 1966 war der Grenzverlauf zwischen den beiden deutschen Staaten. "Die ehemaligen Länder- bzw. Provinzgrenzen wechselten in diesem 93,7 Kilometer langen Abschnitt wiederholt von einem Ufer zum anderen", beschreibt Freitag die Situation. Bis 1989 wurde keine Einigung über den Grenzverlauf gefunden, die Bundesrepublik beanspruchte die ganze Flussbreite, die DDR wollte die Grenze wie international üblich in der Mitte festlegen. Ähnlich war die Situation an der Warmen Bode im Harz.
Das Hamburger Vermessungsschiff "Kugelbake" versuchte am 18. Oktober 1966 die Flussmitte zu überqueren und wurde dabei von Booten des Zollgrenzdienstes und Hubschraubern des BGS sowie der britischen 7. Rheinarmee begleitet. Als die DDR-Grenztruppen mit ihren Wasserfahrzeugen die vermeintliche Grenzverletzung verhindern wollten, wurden sie von westdeutschen Booten gerammt. BGS und britische Streitkräfte waren jeweils in Bataillonsstärke in Stellung gegangen. Mehrere Bataillone von DDR-Soldaten waren ebenfalls mit voller Kampftechnik aufgefahren.
Nach langen Manövern zog sich schließlich die "Kugelbake" zurück, wie Freitag schreibt. "Wenn die Mannschaften der ostdeutschen Boote zu den Gewehren gegriffen hätten, wäre es kritisch geworden", sagte später Generalmajor Mike Strickland von der 7. Britischen Rheinarmee: "Es hätte leicht zu einem Dritten Weltkrieg kommen können."
Quelle:
Nachrichten, Kommentare, Liveticker, Videos und Streams sowie News aus Politik, Wirtschaft, Finanzen, Wetter, Sport, Fußball, Kultur, Reise und Internet ...
FEK
Einen Kommentar schreiben:
-
Thunderhorse,
dann wäre es sehr schön, wenn Du davon etwas berichten könntest
FEK
Einen Kommentar schreiben:
Einen Kommentar schreiben: