Das wohl beeindruckendste Überbleibsel des kalten Krieges im Rhein-Main-Gebiet liegt kaum sichtbar am Ortsausgang des Wetterau-Dorfes Ilbenstadt. Das Gelände rund um einen Mobilfunk-Sendemast nutzt der städtische Bauhof als Lagerfläche. Lediglich ein schräg überdachter Eingang am Ende eines schmalen Plattenweges weist den Weg in den Untergrund; zum Nervenzentrum des Zivilschutzes für den Katastrophenfall für vier Millionen Menschen in Rhein-Main. 1200 Quadratmeter Raum für die, die retten sollten, wenn es in Deutschland kaum noch etwas zu retten gegeben hätte.
Hinter der Eingangsschleuse wartet Bärbel Dietrich (35) auf Thomas Köppe. An einem großen Pult bedient sie die Steuerung der Metalltore. Die äußere und die innere Tür lassen sich nur dann bewegen, wenn die jeweils andere geschlossen ist. Dietrich und Köppe sind Mitglieder des kleinen Vereins Entwicklungsgesellschaft Fulda-Gap. 800 Arbeitsstunden haben die nur 13 Mitglieder aus dem ganzen Land bisher in die Wiederherstellung des Bunkers gesteckt, den sie für einen symbolischen Preis von der Stadt Niddatal als neuer Eigentümerin gepachtet haben.
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